Die E-Mail trägt den Betreff „Ihr PayPal-Konto wird geschlossen“. Angeblich habe sich der Empfänger seit mehr als drei Jahren nicht mehr in sein Konto eingeloggt. Aus „Sicherheits- und Compliance-Gründen“ sei deshalb eine Einschränkung vorgenommen worden.
Das Ziel ist offenbar, den Empfänger dazu zu bringen, auf einen in der Nachricht enthaltenen Link zu klicken.
Besonders tückisch ist die persönliche Anrede mit Vor- und Nachnamen. Während viele klassische Phishing-Mails schon durch unpersönliche Formulierungen auffallen, soll die Verwendung des richtigen Namens Vertrauen schaffen. Eine persönliche Anrede ist deshalb längst kein Beweis mehr dafür, dass eine Nachricht tatsächlich vom angegebenen Unternehmen stammt.
Auch die angebliche Frist von 90 Tagen ist geschickt gewählt. Anders als bei typischen Betrugsnachrichten, die mit einer Sperrung „innerhalb von 24 Stunden“ drohen, wirkt eine dreimonatige Frist zunächst weniger verdächtig. Sie vermittelt den Eindruck eines geregelten Verfahrens und erzeugt trotzdem Handlungsdruck: Wer sein Konto behalten möchte, soll vermeintlich aktiv werden.
Mehrere Merkmale sprechen jedoch für einen Betrugsversuch. Dazu gehören eine unseriöse Absenderadresse, die angebliche Einschränkung des Kontos, die angekündigte Schließung und insbesondere der Link innerhalb der E-Mail.
Empfänger sollten nicht auf den Link klicken und nicht auf die Nachricht antworten. Wer tatsächlich ein PayPal-Konto besitzt und überprüfen möchte, ob damit etwas nicht stimmt, sollte die PayPal-App selbst öffnen oder die bekannte Internetadresse des Zahlungsdienstes eigenständig aufrufen. So lässt sich der Kontostatus überprüfen, ohne einem möglicherweise manipulierten Link aus der Nachricht zu folgen.
Die verdächtige E-Mail kann anschließend als Spam beziehungsweise Phishing markiert und gelöscht werden. Wer bereits auf den Link geklickt und dort Zugangsdaten oder andere persönliche Informationen eingegeben hat, sollte dagegen möglichst schnell reagieren und seine Zugangsdaten über den offiziellen Zugang zum Konto ändern.
Die aktuelle Masche zeigt vor allem eines: Phishing wird professioneller. Korrekte Namen, scheinbar plausible Begründungen und realistisch wirkende Fristen sollen dafür sorgen, dass Empfänger weniger misstrauisch werden. Deshalb gilt auch bei einer persönlich formulierten Nachricht: Nicht der Aufmachung vertrauen, sondern den Kontostatus unabhängig von der E-Mail überprüfen.