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Love Scamming mit Prominenten: Betrüger nutzen Stars als Köder

geralt (CC0), Pixabay

Betrüger geben sich im Internet als Schauspieler, Musiker oder Unternehmer aus und täuschen ihren Opfern eine persönliche oder sogar romantische Beziehung vor. Beim sogenannten Celebrity Love Scamming profitieren die Täter davon, dass Bilder, Interviews und biografische Informationen bekannter Persönlichkeiten frei verfügbar sind. Mit künstlicher Intelligenz wird die Täuschung inzwischen noch überzeugender.

Echte Fotos, falsche Beziehung

Anders als beim klassischen Romance Scamming müssen Betrüger keine vollständig erfundene Identität aufbauen. Sie übernehmen Namen, Fotos und Lebensgeschichte einer tatsächlich existierenden prominenten Person.

Dadurch können selbst korrekte Angaben über Konzerte, Filme, Aufenthaltsorte oder persönliche Lebensstationen Teil des Betrugs sein. Für Betroffene entsteht der Eindruck, tatsächlich mit dem Star zu kommunizieren.

Häufig erklären die Täter zugleich, warum der Kontakt geheim bleiben müsse: Der Prominente könne angeblich niemandem vertrauen, wolle dem öffentlichen Leben entkommen oder suche gerade bei diesem einen Menschen eine besonders persönliche Beziehung.

Irgendwann geht es ums Geld

Nach einer längeren Phase intensiver Kommunikation folgt häufig die finanzielle Forderung. Dabei können angebliche Notfälle ebenso als Begründung dienen wie Kosten für ein persönliches Treffen.

Verlangt werden beispielsweise Zahlungen für vermeintliche VIP-Karten, Fan-Mitgliedschaften, Sicherheitsdienste oder Managementgebühren. In anderen Fällen sollen Betroffene Geld überweisen oder Kryptowährungen kaufen.

Der entscheidende Warnhinweis: Eine angeblich prominente Person verlangt von einem ausschließlich online bekannten Kontakt Geld.

Fälle mit hohen Verlusten

Wie erheblich die finanziellen Schäden werden können, zeigen mehrere bekannt gewordene Fälle.

Eine Frau aus Baden-Württemberg glaubte beispielsweise, mit Elon Musk zu kommunizieren, und verlor nach der im Ausgangsbeitrag zitierten Berichterstattung 12.000 Euro.

In einem weiteren Fall hielt eine Frau ihren Gesprächspartner für Nickelback-Sänger Chad Kroeger. Ein angekündigtes persönliches Treffen fand nie statt; stattdessen entstanden erhebliche finanzielle Verluste.

Besonders aufsehenerregend war der Fall einer Französin, die glaubte, eine Beziehung mit Brad Pitt zu führen. Dabei sollen auch manipulierte Bilder eingesetzt worden sein. Der Schaden belief sich laut den im Beitrag wiedergegebenen Medienberichten auf rund 800.000 Euro.

KI macht die Täuschung schwieriger erkennbar

Die Entwicklung künstlicher Intelligenz verschärft das Problem. Manipulierte Fotos, Stimmen und Videos können einen Kontakt wesentlich glaubwürdiger erscheinen lassen.

Deshalb bietet selbst ein Videoanruf keine absolute Sicherheit mehr. Ein bewegtes Gesicht oder eine vermeintlich bekannte Stimme allein reichen nicht aus, um die Identität des Gegenübers zweifelsfrei festzustellen.

Entscheidend ist eine unabhängige Überprüfung. Wer angeblich von einem Star kontaktiert wird, sollte beispielsweise das verwendete Profil mit offiziellen Accounts vergleichen und gegebenenfalls das tatsächliche Management über selbst recherchierte Kontaktdaten ansprechen.

Typische Warnsignale

Besondere Vorsicht ist angebracht, wenn die angebliche Beziehung geheim bleiben soll, die Kommunikation schnell auf private Messenger verlagert wird oder persönliche Treffen immer wieder verhindert werden.

Spätestens bei Geldforderungen sollten sämtliche Alarmglocken schrillen. Das gilt auch für angebliche Gebühren für ein Treffen, Gutscheinkarten, Überweisungen oder Investitionen in Kryptowährungen.

Auch eine weitere Person in die Kommunikation einzubeziehen, kann helfen. Außenstehende erkennen Widersprüche möglicherweise leichter als jemand, der bereits emotional in die vermeintliche Beziehung eingebunden ist.

Was Betroffene nach einer Zahlung tun sollten

Wer bereits Geld überwiesen hat, sollte zunächst keine weiteren Zahlungen leisten und die Kommunikation sichern. Dazu gehören Chatverläufe, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Profilnamen, Fotos und Sprachnachrichten.

Bei Überweisungen sollten außerdem Empfänger, IBAN, Betrag und Datum dokumentiert werden. Bei Kryptowährungen sind insbesondere Wallet-Adressen und Transaktionsdaten wichtig.

Anschließend können Bank beziehungsweise Zahlungsdienstleister und gegebenenfalls Polizei oder rechtliche Beratung eingeschaltet werden. Eine Garantie, bereits gezahltes Geld zurückzuerhalten, gibt es allerdings nicht.

Prominenter Name ist kein Echtheitsbeweis

Gerade die Bekanntheit eines Stars macht diese Betrugsform wirkungsvoll. Täter können auf eine riesige Menge authentischen Materials zurückgreifen und daraus eine überzeugende digitale Identität zusammensetzen.

Deshalb gilt unabhängig davon, wie glaubwürdig Nachrichten, Bilder oder Videos erscheinen: Eine ausschließlich online aufgebaute Beziehung sollte niemals Grundlage für Geldzahlungen sein.

Die wichtigste Schutzregel bleibt damit erstaunlich einfach: Identitäten unabhängig überprüfen und niemals Geld überweisen, nur weil hinter einem digitalen Kontakt angeblich ein berühmter Name steckt.

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