Der Jahresbericht des CSR Ertrag Plus (ISIN DE000A2P37P4) umfasst das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. November 2025 bis zum 30. April 2026. Aus Anlegersicht fällt die Bilanz dieses letzten Berichtszeitraums ernüchternd aus: Der Fonds blieb weit hinter seiner Benchmark zurück, verzeichnete erhebliche Mittelabflüsse und wurde schließlich zum 30. April 2026 auf den CSR Bond Plus verschmolzen.
Die Performance ist der zentrale Schwachpunkt des Berichts. Der Fonds verlor im sechsmonatigen Berichtszeitraum 5,90 %, während die Benchmark lediglich um 0,27 % nachgab. Damit beträgt die Underperformance rund 5,6 Prozentpunkte. Besonders problematisch ist, dass diese schwächere Rendite nicht mit einem niedrigeren Risiko erkauft wurde: Die durchschnittliche Volatilität des Fonds lag mit 6,75 % gegenüber lediglich 1,87 % bei der Benchmark mehr als dreimal so hoch. Für einen Fonds, der sich ausdrücklich als aktiv gemanagter „Absolut Return Fonds“ positionierte und einen stabilen Ertrag anstrebte, ist dieses Verhältnis von Rendite und Risiko ausgesprochen unbefriedigend.
Auch die Entwicklung des Fondsvolumens sendet ein deutliches Warnsignal. Zu Beginn des Rumpfgeschäftsjahres betrug das Fondsvermögen noch 11,76 Mio. Euro, am Ende lediglich 6,86 Mio. Euro. Allein die Nettomittelabflüsse beliefen sich auf 4,27 Mio. Euro, was rund 36 % des Ausgangsvermögens entspricht. Zusammen mit dem negativen Anlageergebnis führte dies innerhalb von nur sechs Monaten zu einem Rückgang des Fondsvermögens um rund 42 %. Noch deutlicher wird die langfristige Entwicklung: Ende Oktober 2023 verwaltete der Fonds noch rund 30,8 Mio. Euro. Bis April 2026 war das Volumen damit um fast 78 % geschrumpft.
Diese Mittelabflüsse waren letztlich so gravierend, dass die Fondsgesellschaft die Konsequenz zog: Der CSR Ertrag Plus wurde mit Wirkung zum 30. April 2026 auf den CSR Bond Plus verschmolzen. Für Anleger ist dies der wichtigste strukturelle Befund des gesamten Berichts. Die Analyse des CSR Ertrag Plus ist somit weitgehend rückblickend; eine eigenständige Fortführung des bisherigen Anlagekonzepts findet nicht mehr statt.
Das Portfolio selbst war grundsätzlich defensiv aufgebaut, konnte Verluste aber nicht ausreichend verhindern. Zum Stichtag bestanden rund 65,65 % des Vermögens aus Renten, 26,08 % aus Aktien, 4,42 % aus Fondsanteilen und knapp 3,84 % aus Liquidität beziehungsweise sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten. Die Aktienquote lag damit nahe der strategisch vorgesehenen Größenordnung von bis zu rund 30 %. Bei den Anleihen dominierten gedeckte Schuldverschreibungen mit 31,24 % des Fondsvermögens sowie Regierungsanleihen mit 20,03 %.
Auffällig ist allerdings die relativ hohe Konzentration einzelner Rentenpositionen. Die fünf größten Positionen machten jeweils rund 6,9 bis knapp 8 % des Fondsvermögens aus. Zusammen entfielen somit mehr als ein Drittel des gesamten Fondsvermögens auf nur fünf Wertpapiere. Für einen nur noch 6,86 Mio. Euro großen Mischfonds erhöht eine solche Struktur das Emittenten- beziehungsweise Einzeltitelrisiko, auch wenn ein erheblicher Teil der Anlagen aus Pfandbriefen und Staatsanleihen bestand.
Interessant ist die Diskrepanz zwischen realisierten und nicht realisierten Ergebnissen. Der Fonds erwirtschaftete einen ordentlichen Nettoertrag von 43.997 Euro und erzielte aus Verkäufen einen Gewinnsaldo von 268.837 Euro. Das realisierte Ergebnis war mit 312.833 Euro somit sogar positiv. Gleichzeitig entstanden jedoch mehr als 1,035 Mio. Euro an negativen nicht realisierten Wertveränderungen, sodass das Gesamtergebnis des Rumpfgeschäftsjahres bei –722.475 Euro lag. Die Verluste resultierten folglich weniger aus bereits endgültig realisierten Fehlentscheidungen als vor allem aus deutlichen Bewertungsverlusten der zum jeweiligen Zeitpunkt gehaltenen Positionen.
Zusätzlich setzte der Fonds Derivate ein. Das zugrunde liegende Derivate-Exposure betrug rund 4,47 Mio. Euro, während der durchschnittliche Leverage mit 1,68 angegeben wird. Derivate können sowohl der Absicherung als auch der aktiven Positionierung dienen, erhöhen jedoch die Komplexität des Risikoprofils. Gerade angesichts der deutlich höheren Volatilität gegenüber der Benchmark lässt sich feststellen, dass das aktive Risikomanagement im Berichtszeitraum jedenfalls ergebnisseitig keinen überzeugenden Mehrwert geliefert hat.
Positiver fällt die Kostenseite aus. Die Gesamtkostenquote lag bei 0,42 %, wobei Transaktionskosten nicht enthalten sind. Diese betrugen zusätzlich rund 7.383 Euro. Eine erfolgsabhängige Vergütung des Asset Managers fiel nicht an. Für einen aktiv gemanagten Mischfonds erscheint die ausgewiesene laufende Kostenbelastung grundsätzlich moderat. Die günstige Kostenstruktur konnte die deutlich negative Anlageperformance jedoch nicht kompensieren. Zu beachten ist außerdem, dass für den gehaltenen Zielfonds CSR Bond Focus SDG Fonds A eine Verwaltungsvergütung von bis zu 1,02 % p.a. angegeben wird.
Eine Ausschüttung erfolgte nicht. Obwohl rechnerisch 432.066 Euro beziehungsweise 5,66 Euro je Anteil zur Verfügung standen, wurde der gesamte Betrag auf neue Rechnung vorgetragen.
Auf der Nachhaltigkeitsseite erfüllte der Fonds seine grundsätzliche Positionierung als Artikel-8-Fonds. Mindestens 75 % des Vermögens sollten nach Nachhaltigkeitskriterien gemanagt werden; tatsächlich werden für den Berichtszeitraum 90,63 % nachhaltigkeitsbezogene Investitionen ausgewiesen. Grundlage waren unter anderem ESG-Screenings, Ausschlusskriterien sowie externe Datenanbieter. Anleger sollten jedoch zwischen „nachhaltigkeitsbezogenen Investitionen“ im Sinne der fondsinternen Strategie und nachhaltigen Investitionen im engeren regulatorischen beziehungsweise taxonomischen Sinne unterscheiden.
Positiv ist schließlich die formale Qualität des Abschlusses zu bewerten. Der unabhängige Abschlussprüfer kommt zu dem Ergebnis, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Fonds vermittelt. Ein eingeschränktes oder negatives Prüfungsurteil liegt somit nicht vor.
Fazit aus Anlegersicht: Der letzte Jahresbericht des CSR Ertrag Plus dokumentiert das Scheitern des Fonds weniger auf regulatorischer oder bilanzieller Ebene als vielmehr auf der Ebene von Performance, Risikosteuerung und wirtschaftlicher Tragfähigkeit. Eine Rendite von –5,90 % bei gleichzeitig deutlich höherer Volatilität als die Benchmark ist für einen Absolut-Return-Ansatz enttäuschend. Noch gravierender sind die massiven Anlegerabflüsse und die Schrumpfung des Fondsvermögens von über 30 Mio. Euro im Jahr 2023 auf nur noch 6,86 Mio. Euro. Die schließlich erfolgte Verschmelzung auf den CSR Bond Plus erscheint vor diesem Hintergrund als nachvollziehbare Konsequenz.
Für ehemalige Anleger des CSR Ertrag Plus verlagert sich die entscheidende Frage daher vom alten Fonds auf den CSR Bond Plus: Entscheidend ist nun, ob dessen stärker auf Anleihen ausgerichtete Strategie ein besseres Verhältnis von Ertrag, Schwankungsrisiko und Kosten bietet. Der vorliegende Abschluss des CSR Ertrag Plus liefert jedenfalls keine überzeugenden Argumente dafür, dass das bisherige Mischfonds- beziehungsweise Absolut-Return-Konzept erfolgreich fortgeführt werden sollte.