Der AXIA Global Portfolio verfolgt einen ausgesprochen flexiblen Multi-Asset-Ansatz. Das Fondsmanagement kann weltweit und weitgehend unabhängig von einzelnen Regionen oder Anlageklassen in Aktien, Anleihen, Währungen, Zertifikate, Investmentfonds und alternative Anlagen investieren. Die Anlageentscheidungen basieren sowohl auf makroökonomischen Analysen als auch auf fundamentalen und technischen Kriterien. Damit besitzt das Management einen erheblichen Handlungsspielraum, der Chancen eröffnet, gleichzeitig aber eine besonders sorgfältige Beurteilung der tatsächlichen Portfoliozusammensetzung und der Kosten erforderlich macht.
Entwicklung des Fonds
Aus Sicht eines Anlegers fällt die Wertentwicklung zunächst positiv aus. Der Anteilwert der Anteilklasse R stieg von 114,80 Euro zum 31. Mai 2025 auf 120,67 Euro zum 31. Mai 2026. Das entspricht einem Zuwachs von rund 5,1 % innerhalb des Geschäftsjahres. Seit Auflegung am 1. Juni 2023 zu 100 Euro liegt der Anteilwert inzwischen gut 20 % höher. Auch in den vorangegangenen Geschäftsjahren hatte sich der Anteilwert kontinuierlich erhöht: von 108,51 Euro im Jahr 2024 über 114,80 Euro 2025 auf nun 120,67 Euro.
Das Ergebnis des Geschäftsjahres belief sich auf 273.302,73 Euro. Davon entfielen 181.442,60 Euro auf realisierte Ergebnisse und weitere 91.860,13 Euro auf nicht realisierte Wertveränderungen. Besonders positiv war das Ergebnis aus Wertpapierverkäufen: Realisierten Gewinnen von 209.196,34 Euro standen Verluste von 74.151,53 Euro gegenüber.
Die Ertragsbasis ist dabei vergleichsweise breit. Neben Aktien- und Fondskursgewinnen erzielte der Fonds Dividenden sowie erhebliche Zinserträge aus Anleihen und Liquiditätsanlagen. Insgesamt wurden laufende Erträge von rund 197.400 Euro erwirtschaftet.
Breites Multi-Asset-Portfolio mit hoher Liquiditätsreserve
Zum Bilanzstichtag betrug das Fondsvermögen rund 5,61 Mio. Euro. Rund 42,0 % waren unmittelbar in Aktien investiert, 25,4 % in Anleihen, 8,7 % in Zertifikate und 8,6 % in Investmentfonds. Bemerkenswert ist der hohe Anteil von 15,7 % Bankguthaben.
Diese Liquiditätsquote kann in volatilen Marktphasen stabilisierend wirken und gibt dem Fondsmanagement die Möglichkeit, bei fallenden Kursen flexibel neue Positionen aufzubauen. Andererseits belastet ein dauerhaft hoher Cash-Anteil die Rendite, wenn Aktien- und Anleihemärkte deutlich steigen.
Bei den Aktien zeigt sich ein vergleichsweise aktiver, nicht indexnaher Ansatz. Größte Einzelposition war zum Stichtag Siemens Energy mit rund 5,49 % des Fondsvermögens. Weitere bedeutendere Positionen waren DWS Group mit 3,31 %, Teva Pharmaceuticals mit 2,78 %, Bijou Brigitte mit 2,72 % sowie Legal & General mit 2,49 %. Daneben finden sich unter anderem Novo Nordisk, L’Oréal, LVMH, Oracle und Altria.
Positiv ist die Mischung unterschiedlicher Branchen und Länder. Gleichzeitig weicht das Portfolio deutlich von klassischen globalen Aktienindizes ab. Anleger investieren deshalb weniger in eine breit kapitalisierungsgewichtete Weltmarktentwicklung als vielmehr in die Auswahlentscheidungen des Fondsmanagements.
Gold als relevanter Diversifikationsbaustein
Auffällig ist die relativ große Goldposition. Allein Xetra-Gold machte 7,67 % des Fondsvermögens aus. Zusammen mit einem weiteren börsengehandelten Zertifikat entfielen 8,73 % auf Zertifikate.
Eine solche Goldquote kann insbesondere bei geopolitischen Krisen, Inflationssorgen oder Vertrauensverlusten an den Finanzmärkten stabilisierend wirken. Sie erhöht allerdings gleichzeitig die Abhängigkeit von der Goldpreisentwicklung und generiert im Gegensatz zu Aktien oder verzinslichen Anlagen keine laufenden Unternehmens- beziehungsweise Zinserträge.
Anleiheportfolio mit teilweise deutlich erhöhtem Kreditrisiko
Besondere Aufmerksamkeit verdient der Rentenbereich. Zwar enthält das Portfolio einzelne klassische Anleihen, gleichzeitig finden sich mehrere Papiere mit sehr hohen Kupons, die auf entsprechend erhöhte Emittenten- und Ausfallrisiken schließen lassen.
So war beispielsweise eine Anleihe von Opus-Chartering mit einem Anteil von 8,98 % des gesamten Fondsvermögens die größte einzelne Wertpapierposition des Fonds. Weitere größere Rentenpositionen waren eine Anleihe der Deutschen Rohstoff AG mit 4,20 %, eine PLN-Lux-Anleihe mit 3,55 % sowie eine DEAG-Anleihe mit 2,74 %.
Die Konzentration von fast 9 % des Fondsvermögens auf einen einzelnen Anleiheemittenten ist für einen grundsätzlich breit diversifizierten Multi-Asset-Fonds bemerkenswert. Sollte es bei diesem Emittenten zu einer Bonitätsverschlechterung oder einem Zahlungsausfall kommen, könnte dies die Fondsentwicklung deutlich beeinträchtigen.
Wie relevant Kreditrisiken sein können, zeigt zudem die Air-Baltic-Anleihe. Trotz eines Kupons von 14,5 % wurde sie zum Bilanzstichtag lediglich zu rund 36,8 % ihres Nominalwertes bewertet. Das verdeutlicht, dass hohe Nominalzinsen keineswegs automatisch mit hohen tatsächlich erzielbaren Renditen gleichzusetzen sind, sondern häufig Ausdruck eines beträchtlichen Ausfallrisikos sind.
Zusätzliche Ebene durch Zielfonds
Rund 8,6 % des Vermögens lagen in anderen Investmentfonds. Zu den größeren Positionen gehörten der MIDAS Global Growth mit 4,74 % und der Trend Kairos European Opportunities mit 2,99 %.
Diese Zielfonds können zusätzliche Diversifikation und spezialisiertes Management bieten. Anleger sollten allerdings die zusätzliche Kostenebene berücksichtigen. Die im Portfolio gehaltenen Fonds weisen Verwaltungsvergütungen von teilweise 1,30 bis 1,75 % jährlich auf. Damit entstehen innerhalb eines ohnehin aktiv gemanagten Fonds zusätzliche indirekte Kosten.
Hohe Kosten sind der wichtigste Kritikpunkt
Der größte Schwachpunkt des Fonds aus Anlegersicht ist seine Kostenbelastung. Die ausgewiesene Total Expense Ratio beträgt 1,99 % pro Jahr. Zusätzlich wurden im Berichtsjahr 0,76 % performanceabhängige Vergütung berechnet.
Allein die Verwaltungsvergütung betrug im Geschäftsjahr rund 137.300 Euro, davon etwa 94.500 Euro fixe und 42.800 Euro performanceabhängige Vergütung. Bei Gesamterträgen von rund 197.400 Euro zeigt dies, wie erheblich die laufenden Kosten die vereinnahmten Dividenden und Zinsen reduzieren. Insgesamt entstanden Aufwendungen von rund 151.000 Euro, sodass aus den laufenden Erträgen lediglich ein ordentlicher Nettoertrag von rund 46.400 Euro verblieb.
Für Anleger bedeutet dies: Der Fonds muss dauerhaft eine erhebliche Mehrrendite erwirtschaften, um gegenüber kostengünstigen ETF- oder einfachen Mischfondslösungen einen Mehrwert zu schaffen.
Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass die Kapitalverwaltungsgesellschaft aus der Verwaltungsvergütung in wesentlichem Umfang Vermittlungsfolgeprovisionen für die Anteilklasse R bezahlt.
Mittelabflüsse trotz positiver Performance
Ein weiterer Punkt verdient Beachtung: Obwohl der Fonds im Geschäftsjahr eine positive Wertentwicklung erzielte, kam es netto zu Mittelabflüssen von rund 175.600 Euro. Anteilscheinverkäufen von knapp 215.900 Euro standen Rücknahmen von rund 391.400 Euro gegenüber.
Bei einem relativ kleinen Fondsvermögen von nur rund 5,6 Mio. Euro sind solche Abflüsse nicht völlig unbedeutend. Eine akute Liquiditätsproblematik ist aufgrund des hohen Bankguthabens allerdings nicht erkennbar.
Die geringe Fondsgröße selbst ist dennoch ein Aspekt, den Anleger beobachten sollten. Kleine Fonds besitzen häufig höhere relative Fixkosten und können bei dauerhaft niedrigen Volumina wirtschaftlich weniger attraktiv für die Fondsgesellschaft sein als große Produkte.
Währungs- und geopolitische Risiken
Der Fonds weist deutliche Fremdwährungspositionen auf. Allein die Bankguthaben in US-Dollar entsprachen zum Stichtag rund 8,78 % des Fondsvermögens. Hinzu kommen zahlreiche Aktien und Anleihen in USD, GBP, CAD, SEK und anderen Währungen.
Damit können Veränderungen insbesondere des Euro-Dollar-Wechselkurses die Wertentwicklung spürbar beeinflussen.
Das Management weist selbst ausdrücklich auf erhöhte Risiken infolge geopolitischer Konflikte, Rohstoffpreisschwankungen, geldpolitischer Entscheidungen sowie der US-amerikanischen Zollpolitik und möglicher Gegenmaßnahmen anderer Staaten hin. Entsprechend wird auch für die Zukunft mit erhöhter Unsicherheit und größeren Marktpreisrisiken gerechnet.
Nachhaltigkeit spielt keine Rolle im Anlageprozess
Für Anleger mit ESG- oder Nachhaltigkeitsanforderungen ist der Fonds nur eingeschränkt geeignet. Nachhaltigkeitsrisiken wurden laut Jahresbericht bei den Investitionsentscheidungen ausdrücklich nicht berücksichtigt. Der Fonds ist deshalb als Artikel-6-Fonds nach der EU-Offenlegungsverordnung eingestuft.
Prüfungsurteil ohne Beanstandungen
Positiv ist das uneingeschränkte Prüfungsurteil von KPMG. Nach Einschätzung des Abschlussprüfers entspricht der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorgaben des Kapitalanlagegesetzbuches und vermittelt ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Sondervermögens.
Fazit aus Anlegersicht
Der AXIA Global Portfolio hat im Geschäftsjahr 2025/2026 mit einem Anteilwertanstieg von rund 5 % ein solides positives Ergebnis erzielt und seit seiner Auflegung eine kontinuierlich positive Entwicklung gezeigt. Der flexible Multi-Asset-Ansatz, die Kombination aus Aktien, Anleihen, Gold und Zielfonds sowie eine hohe Liquiditätsreserve bieten grundsätzlich interessante Diversifikationsmöglichkeiten.
Das Portfolio ist allerdings keineswegs defensiv. Insbesondere einzelne hochverzinsliche Unternehmensanleihen und die ungewöhnlich hohe Gewichtung einzelner Rentenpositionen erhöhen das Kredit- und Konzentrationsrisiko. Gleichzeitig bestehen substanzielle Aktien-, Währungs- und Goldpreisrisiken.
Der entscheidende Nachteil sind jedoch die hohen laufenden Kosten. Eine TER von 1,99 % kombiniert mit einer Performance Fee von 0,76 % im Berichtsjahr und teilweise zusätzlichen Kosten innerhalb der Zielfonds setzt eine beträchtliche langfristige Managementleistung voraus. Die bisherige positive Entwicklung ist erfreulich, reicht nach der noch relativ kurzen Historie seit 2023 aber noch nicht aus, um einen dauerhaft überdurchschnittlichen Mehrwert des aktiven Managements nachzuweisen.
Anlegerurteil: Der AXIA Global Portfolio ist ein aktiv gesteuerter und opportunistisch ausgerichteter Multi-Asset-Fonds für Anleger, die bewusst auf die Auswahlentscheidungen des Managements setzen und höhere Kosten akzeptieren. Positiv sind die breite Assetklassenmischung, das bislang positive Ergebnis und die hohe Liquiditätsreserve. Kritisch zu beurteilen sind dagegen die hohe Kostenquote, einzelne starke Emittentenkonzentrationen im Anleiheportfolio, die Kreditrisiken hochverzinslicher Titel sowie die geringe Fondsgröße. Für kostenbewusste Anleger sollte insbesondere geprüft werden, ob die zukünftige Mehrperformance des Fonds die erhebliche Gebührenbelastung dauerhaft rechtfertigen kann.