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AKTIVID Select: Solider Investmentansatz mit mutiger Sektorrotation – der schwierige Start eines jungen Aktienfonds

geralt (CC0), Pixabay

Der AKTIVID Select befindet sich nach seiner Auflage am 2. Juni 2025 im ersten Rumpfgeschäftsjahr. Das Anlagekonzept basiert auf einer konzentrierten Auswahl qualitativ hochwertiger Wachstumsunternehmen kombiniert mit einem regelbasierten Risikomanagement über ein eigenes Ampelsystem (TFF). Ziel ist ein langfristiger Kapitalzuwachs bei gleichzeitig kontrollierter Begrenzung von Verlustrisiken. Der Fonds orientiert sich bewusst nicht an einer Benchmark und richtet sich an Anleger mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren.

Aus Anlegersicht verlief der Start jedoch enttäuschend. Nachdem der Fonds in den ersten Monaten zeitweise eine Wertentwicklung von über 12 % erzielte, führten die Rotation aus Technologieaktien, geopolitische Unsicherheiten sowie die nachlassende Euphorie rund um Künstliche Intelligenz zu deutlichen Kursverlusten. Zum Geschäftsjahresende verzeichnete die Anteilklasse R eine Rendite von -6,50 %, die institutionelle Anteilklasse S verlor -5,45 %. Positiv hervorzuheben ist allerdings, dass das Fondsmanagement konsequent an seiner regelbasierten Strategie festhielt und dadurch nach eigener Einschätzung größere Verluste vermeiden konnte.

Die Portfoliozusammensetzung zeigt eine klare Überzeugungsstrategie. Mit lediglich zwölf Einzeltiteln ist das Portfolio bewusst konzentriert. Der Schwerpunkt liegt auf US-Unternehmen, ergänzt um ausgewählte deutsche Aktien. Besonders stark vertreten sind die Branchen Energie (35,2 %), Technologie (20,3 %) und Verbrauchsgüter (15,4 %). Zu den größten Positionen zählen Tesla, Rheinmetall, Apple, Occidental Petroleum und ConocoPhillips. Gleichzeitig hielt der Fonds zum Bilanzstichtag eine vergleichsweise hohe Liquiditätsquote von rund 10,6 %, wodurch auf weitere Marktverwerfungen flexibel reagiert werden kann.

Das aktive Management zeigte sich insbesondere während der Marktrotation. Zahlreiche zuvor erfolgreiche Wachstumswerte wie MercadoLibre, PayPal, Super Micro Computer, BioNTech, Moderna oder Novo Nordisk wurden konsequent verkauft. Gleichzeitig erhöhte das Management die Gewichtung von Energieunternehmen, Verteidigungswerten wie Rheinmetall sowie Gesundheitsunternehmen wie Eli Lilly. Diese Umschichtungen verdeutlichen, dass der Fonds keinem starren Buy-and-Hold-Ansatz folgt, sondern Marktveränderungen aktiv berücksichtigt.

Auf der Risikoseite bleibt der Fonds allerdings anspruchsvoll. Die Volatilität von rund 18,5 % entspricht einem offensiven Aktienfonds. Hinzu kommen erhebliche Währungsrisiken durch den hohen US-Dollar-Anteil sowie Konzentrationsrisiken aufgrund der geringen Anzahl an Einzelwerten. Eine Absicherung über Derivate erfolgt bewusst nicht, wodurch Anleger vollständig an den Marktbewegungen partizipieren. Gleichzeitig investiert der Fonds ausschließlich in große, liquide Unternehmen, wodurch Liquiditätsrisiken vergleichsweise gering bleiben.

Positiv fällt außerdem die Kostenstruktur der institutionellen Anteilklasse auf. Während die Retail-Anteilklasse R eine Gesamtkostenquote (TER) von 2,41 % aufweist, liegt diese bei der Anteilklasse S lediglich bei 0,42 %. Für Privatanleger ist die Gebührenbelastung damit vergleichsweise hoch und stellt insbesondere in schwächeren Börsenphasen einen zusätzlichen Renditefaktor dar.

Fazit aus Anlegersicht

Der AKTIVID Select ist kein defensiver Standardfonds, sondern richtet sich an Anleger, die bewusst auf ein konzentriertes, aktiv gesteuertes Aktienportfolio setzen. Der erste Berichtszeitraum verlief zwar aufgrund schwieriger Marktbedingungen enttäuschend, dennoch zeigt das Fondsmanagement einen klar strukturierten Investmentprozess und eine disziplinierte Umsetzung seiner Strategie. Die hohe Konzentration auf ausgewählte Titel, die flexible Sektorrotation sowie die aktive Risikosteuerung bieten langfristig Chancen auf eine überdurchschnittliche Wertentwicklung, gehen jedoch mit entsprechend höheren Schwankungen einher.

Für langfristig orientierte Anleger mit einer erhöhten Risikobereitschaft kann der Fonds daher interessant sein. Wer hingegen möglichst stabile Erträge und geringe Wertschwankungen sucht, dürfte aufgrund der offensiven Ausrichtung und der hohen Konzentration einzelner Positionen eher zurückhaltend bleiben. Insgesamt hinterlässt der Fonds trotz eines schwachen Startjahres den Eindruck eines konsequent gemanagten Wachstumsfonds, dessen langfristige Qualität sich jedoch erst in den kommenden Jahren beweisen muss.

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