Der Jahresbericht des ACCESSIO LIBERTAS für das Geschäftsjahr 2025/2026 zeigt einen Fonds, der seine defensive Anlagestrategie konsequent umgesetzt und damit sein Anlageziel erreicht hat. Statt auf hohe Renditechancen setzt das Management bewusst auf Kapitalerhalt, geringe Schwankungen und eine attraktive Verzinsung kurzfristiger Liquidität. In einem weiterhin von Inflation, Zinsschwankungen und geopolitischen Unsicherheiten geprägten Marktumfeld erwies sich dieser konservative Ansatz als sinnvoll.
Solide Wertentwicklung bei geringem Risiko
Der Fonds investiert ausschließlich in kurzlaufende Rentenfonds, Geldmarktfonds, Floating-Rate-Produkte sowie Overnight-Strategien. Auf Einzelanleihen wurde bewusst verzichtet, wodurch das Emittentenrisiko breit gestreut wird. Gleichzeitig wurde die Portfolioduration niedrig gehalten, um das Zinsänderungsrisiko möglichst gering zu halten.
Der Anteilspreis stieg im Berichtsjahr von 102,32 Euro auf 103,57 Euro, was zwar keine spektakuläre, aber für einen defensiven Geldmarktfonds durchaus zufriedenstellende Entwicklung darstellt. Zusätzlich schüttet der Fonds 0,70 Euro je Anteil an seine Anleger aus.
Starkes Anlegervertrauen
Besonders positiv fällt der erhebliche Kapitalzufluss auf. Das Fondsvermögen wuchs innerhalb eines Jahres von 10,0 Mio. Euro auf 15,2 Mio. Euro. Ursache hierfür waren Nettozuflüsse von über 5 Mio. Euro, was zeigt, dass Anleger dem Fonds und seiner Strategie zunehmend Vertrauen schenken. Gerade in Zeiten erhöhter Unsicherheit suchen viele Investoren nach sicheren Alternativen zu klassischen Anleihefonds mit längeren Laufzeiten.
Gut diversifiziertes Portfolio
Das Vermögen verteilt sich auf zahlreiche renommierte Renten- und Geldmarktfonds unterschiedlicher Anbieter wie Allianz, Amundi, iShares, Nordea, BNP Paribas oder Xtrackers. Kein einzelner Zielfonds dominiert das Portfolio übermäßig. Zusätzlich hält der Fonds rund 13 % in Geldmarktfonds sowie knapp 7 % Bankguthaben, wodurch jederzeit eine hohe Liquidität gewährleistet bleibt.
Ertragslage verbessert
Die Erträge des Fonds entwickelten sich erfreulich. Nach Abzug sämtlicher Kosten erzielte der Fonds einen ordentlichen Nettoertrag von rund 89.000 Euro. Hinzu kamen realisierte Gewinne aus Fondsverkäufen, sodass sich insgesamt ein Jahresergebnis von rund 257.000 Euro ergab. Besonders erfreulich ist, dass die realisierten Verluste praktisch keine Rolle spielten.
Kosten bleiben moderat
Mit einer Gesamtkostenquote (TER) von 0,92 % bewegt sich der Fonds im angemessenen Bereich für einen aktiv gesteuerten Dachfonds. Zwar kommen zusätzlich die Kosten der eingesetzten Zielfonds hinzu, dennoch erscheint die Kostenstruktur angesichts der breiten Diversifikation und der aktiven Steuerung vertretbar.
Risiken bleiben überschaubar
Der Jahresbericht weist erwartungsgemäß auf bestehende Risiken hin. Dazu zählen insbesondere:
Zinsänderungsrisiken,
Bonitätsrisiken der in den Zielfonds enthaltenen Anleihen,
mögliche Liquiditätsrisiken einzelner Zielfonds sowie
geopolitische Unsicherheiten.
Positiv ist jedoch, dass das Fondsmanagement diese Risiken aktiv begrenzt. Fremdwährungsrisiken werden vollständig vermieden, Derivate spielen praktisch keine Rolle und das ausgewiesene Marktrisiko bleibt sehr niedrig.
Fazit aus Anlegersicht
ACCESSIO LIBERTAS erfüllt genau das, was der Fonds verspricht: eine konservative Alternative zum klassischen Tagesgeld oder kurzfristigen Anleiheinvestment. Der Fonds überzeugt weniger durch hohe Renditen als vielmehr durch Stabilität, breite Diversifikation und ein sehr kontrolliertes Risikomanagement. Das deutliche Wachstum des Fondsvermögens zeigt zudem, dass diese Strategie aktuell bei vielen Anlegern gefragt ist.
Für sicherheitsorientierte Investoren, Unternehmen oder Anleger mit kurzfristigem Liquiditätsbedarf stellt ACCESSIO LIBERTAS eine interessante Lösung dar. Wer hingegen langfristig eine deutlich höhere Rendite anstrebt, wird mit einem derart defensiven Konzept vermutlich nicht sein Renditeziel erreichen.
Gesamtbewertung aus Anlegersicht: 8,5 von 10 Punkten.
Stärken:
sehr geringe Schwankungsanfälligkeit,
breite Diversifikation,
hohe Liquidität,
deutlicher Mittelzufluss,
konsequentes Risikomanagement.
Schwächen:
begrenztes Renditepotenzial,
Dachfondsstruktur verursacht zusätzliche Kosten,
Performance stark vom Zinsniveau abhängig.