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Windpark Schneverdingen steigert Gewinn deutlich – aber Sondereffekte spielen eine wichtige Rolle

geralt (CC0), Pixabay

Die Windpark Schneverdingen GmbH aus Dortmund hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlich höheren Jahresüberschuss abgeschlossen. Unter dem Strich weist die Gesellschaft einen Gewinn von 734.962 Euro aus. Im Vorjahr waren es 403.065 Euro. Damit hat sich das Ergebnis um rund 82 Prozent verbessert.

Auf den ersten Blick wirkt das wie ein sehr starkes operatives Jahr. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich allerdings: Ein erheblicher Teil der Ergebnisverbesserung hängt mit sonstigen betrieblichen Erträgen zusammen, darunter auch periodenfremde Erträge.

Umsatz leicht rückläufig

Die eigentlichen Umsatzerlöse des Windparks gingen 2025 leicht zurück. Sie sanken von 1,809 Millionen Euro auf 1,736 Millionen Euro. Das entspricht einem Minus von rund vier Prozent.

Für Anleger und Beobachter ist das wichtig, denn die Umsatzerlöse zeigen eher die Entwicklung des laufenden Kerngeschäfts als der Jahresüberschuss allein.

Gleichzeitig stiegen die sonstigen betrieblichen Erträge jedoch sehr deutlich – von 645.086 Euro auf 1,233 Millionen Euro. Im Anhang wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass darin periodenfremde Erträge von 578.000 Euro enthalten sind.

Damit wird klar: Ein beträchtlicher Teil des Ergebnisanstiegs stammt nicht unmittelbar aus dem laufenden Stromverkauf des Jahres 2025.

Jahresüberschuss trotzdem deutlich höher

Trotz des leichten Umsatzrückgangs verbesserte sich der Gewinn stark.

Nach Steuern verbleiben 734.962 Euro, verglichen mit 403.065 Euro im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Steuerbelastung von rund 169.000 Euro auf 309.175 Euro.

Positiv fällt außerdem auf, dass die Zinsaufwendungen weiter zurückgingen. Sie reduzierten sich von 123.401 Euro auf 112.477 Euro.

Bankverbindlichkeiten deutlich gesunken

Ein wichtiger positiver Punkt ist die Entwicklung der Bankverschuldung.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gingen von 7,63 Millionen Euro auf 6,54 Millionen Euro zurück. Damit wurden innerhalb eines Jahres rund 1,09 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten abgebaut.

Dieser Rückgang ist für die finanzielle Stabilität grundsätzlich positiv.

Von den Bankverbindlichkeiten haben etwa 5,45 Millionen Euro eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Rund 1,09 Millionen Euro laufen länger als fünf Jahre.

Die mittel- und langfristigen Darlehen sind durch Sicherungsübereignungen der Windkraftanlagen abgesichert.

Gleichzeitig steigen Schulden gegenüber verbundenen Unternehmen

Während die Bankverbindlichkeiten zurückgingen, stiegen allerdings die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

Sie erhöhten sich von 784.185 Euro auf 1,093 Millionen Euro.

Darin enthalten ist insbesondere ein Darlehen gegenüber der Gesellschafterin DEW21 Windkraftbeteiligungsgesellschaft mbH. Laut Anhang beträgt dieses Darlehen 1,02 Millionen Euro.

Insgesamt sanken die Verbindlichkeiten dennoch von 8,49 Millionen Euro auf 7,64 Millionen Euro.

Eigenkapital wächst auf mehr als drei Millionen Euro

Auch die Eigenkapitalposition hat sich verbessert.

Zum Jahresende 2025 weist die Windpark Schneverdingen GmbH ein Eigenkapital von 3,05 Millionen Euro aus. Ein Jahr zuvor waren es 2,72 Millionen Euro.

Das entspricht einer Eigenkapitalquote von rund 26 Prozent bezogen auf die Bilanzsumme von 11,64 Millionen Euro.

Für einen kapitalintensiven Windpark ist das jedenfalls eine deutlich solidere Ausgangsposition als bei vielen stark fremdfinanzierten Projektgesellschaften.

Hohe Abschreibungen bleiben bestehen

Der Windpark weist Sachanlagen von insgesamt 9,27 Millionen Euro aus. Davon entfallen 8,67 Millionen Euro auf technische Anlagen und Maschinen.

Die jährlichen Abschreibungen betragen unverändert 1,10 Millionen Euro.

Die Anlagen werden laut Jahresabschluss über Nutzungsdauern von 20 Jahren abgeschrieben. Der Rückgang des Anlagevermögens von 10,37 Millionen Euro auf 9,27 Millionen Euro erklärt sich deshalb im Wesentlichen durch die planmäßige Abschreibung.

Liquidität verbessert sich

Auch bei der Liquidität gibt es ein positives Signal.

Die Bankguthaben erhöhten sich von 1,387 Millionen Euro auf 1,515 Millionen Euro.

Hinzu kommen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von rund 792.600 Euro. Diese haben sich gegenüber dem Vorjahr sogar deutlich erhöht; 2024 lagen sie nur bei rund 206.800 Euro.

Das Umlaufvermögen stieg dadurch insgesamt von 1,64 Millionen Euro auf 2,31 Millionen Euro.

Laufende Verpflichtungen bleiben erheblich

Ganz ohne Belastungen ist das Geschäftsmodell allerdings nicht. Aus Betriebsführungs-, Wartungs- und Pachtverträgen bestehen nach Angaben des Unternehmens finanzielle Verpflichtungen von rund 630.000 Euro pro Jahr.

Diese Kosten können schwanken, weil teilweise einspeiseabhängige Vergütungen und Mindestpreise vereinbart wurden.

Das bedeutet: Die Profitabilität bleibt nicht nur von Windaufkommen und Stromerlösen abhängig, sondern auch von Wartungs-, Betriebsführungs- und Pachtkosten.

Kritisch, aber fair betrachtet

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresabschluss insgesamt ein vergleichsweise solides Bild.

Positiv sind vor allem der hohe Jahresüberschuss, der Abbau der Bankverbindlichkeiten, die gestiegene Liquidität und das wachsende Eigenkapital.

Allerdings sollte der Gewinnanstieg nicht überinterpretiert werden. Die Umsatzerlöse selbst sind leicht gesunken, während die sonstigen betrieblichen Erträge stark gestiegen sind. Besonders die periodenfremden Erträge von 578.000 Euro haben das Jahresergebnis deutlich unterstützt.

Die zentrale Frage für die kommenden Jahre lautet deshalb: Kann der Windpark auch ohne solche Sondereffekte dauerhaft ähnlich hohe Gewinne erzielen?

Genau daran wird sich zeigen, wie nachhaltig die gute Ergebnisentwicklung 2025 tatsächlich war.

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