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Verbraucherzentrale warnt vor teuren Zusatzversicherungen bei Autokrediten

geralt (CC0), Pixabay

Wer ein Auto auf Kredit kauft, sollte nicht nur auf die monatliche Rate und den Zinssatz achten. Zusätzliche Versicherungen können die Finanzierung erheblich verteuern. Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt warnt vor optionalen Policen, die beim Abschluss einer Kfz-Finanzierung mitverkauft und deren Beiträge direkt in den Kredit eingerechnet werden.

Besonders kritisch sehen die Verbraucherschützer sogenannte Kaufpreisversicherungen sowie Werkstatt- und Reparaturkostenabsicherungen. Für Käufer können dadurch Kosten von mehreren Tausend Euro entstehen. Werden die Versicherungsbeiträge über den Autokredit finanziert, fallen darauf zusätzlich Kreditzinsen an.

Mehr als 5.400 Euro allein für Zusatzpolicen

Wie teuer das werden kann, zeigt ein Fall aus der Beratung der Verbraucherzentrale. Ein junger Mann hatte sich den Wunsch nach einem gebrauchten amerikanischen Muscle-Car mit V8-Motor erfüllt. Der Händler vermittelte ihm die notwendige Finanzierung.

Beim Kreditabschluss wurden jedoch zusätzlich zwei Versicherungspakete abgeschlossen. Die einmaligen Versicherungsbeiträge beliefen sich zusammen auf mehr als 5.400 Euro. Nach Angaben der Verbraucherzentrale erhöhte sich dadurch der ursprüngliche Kreditbetrag um rund ein Viertel.

Das Problem besteht nicht nur in den hohen Versicherungsprämien. Weil diese auf die Kreditsumme aufgeschlagen werden, muss der Käufer auch dafür Zinsen zahlen. Je nach Gestaltung der Finanzierung steigen dadurch entweder die monatlichen Raten oder die Laufzeit des Kredits verlängert sich.

Eine vermeintlich bezahlbare Autofinanzierung kann auf diese Weise erheblich teurer werden.

Kaufpreisschutz möglicherweise doppelt vorhanden

Eine Kaufpreisversicherung soll insbesondere bei Diebstahl oder Totalschaden einspringen. Sie soll die finanzielle Differenz zwischen dem aktuellen Wert des Fahrzeugs und dem ursprünglich gezahlten Kaufpreis abfedern.

Die Verbraucherzentrale weist allerdings darauf hin, dass sich vergleichbare Leistungen bereits in einer bestehenden Kaskoversicherung befinden können. Je nach Tarif kann dort eine Neu- oder Kaufpreisentschädigung vereinbart sein.

Autokäufer sollten deshalb vor Abschluss einer zusätzlichen Police prüfen, welchen Schutz ihre Kfz-Versicherung bereits bietet. Anderenfalls besteht die Gefahr, viel Geld für eine Leistung auszugeben, für die zumindest teilweise bereits Versicherungsschutz vorhanden ist.

Reparaturkostenversicherung genau prüfen

Auch beim sogenannten Reparaturkostenschutz empfiehlt die Verbraucherzentrale eine genaue Prüfung des Preis-Leistungs-Verhältnisses.

In dem geschilderten Fall sieht die Absicherung nach Angaben der Verbraucherschützer bei Reparaturkosten von mehr als 1.500 Euro eine Beteiligung von höchstens 1.000 Euro pro Jahr vor. Hinzu kommen verschiedene Assistance-Leistungen, beispielsweise bei einem Kennzeichenverlust oder im Zusammenhang mit Reifenschäden.

Ob sich dafür eine kostspielige zusätzliche Versicherung lohnt, hängt vom konkreten Vertrag und der persönlichen Situation ab.

Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Punkt: Wer einen Gebrauchtwagen bei einem gewerblichen Händler kauft, verfügt grundsätzlich über gesetzliche Gewährleistungsrechte gegenüber dem Verkäufer. Bei gebrauchten Sachen kann die gesetzliche Verjährungsfrist unter den gesetzlichen Voraussetzungen vertraglich auf mindestens ein Jahr verkürzt werden. Eine Reparaturkostenversicherung ersetzt diese gesetzlichen Rechte nicht.

Daneben können je nach Bedarf günstigere Alternativen oder bereits bestehende Leistungen, etwa über einen Automobilclub, vorhanden sein.

Kleine Monatsrate sagt wenig über tatsächliche Kosten aus

Gerade beim Autokauf sollten Verbraucher deshalb nicht allein darauf achten, ob sie sich die angebotene monatliche Kreditrate leisten können. Entscheidend ist, wie hoch die gesamte Finanzierung tatsächlich ausfällt und welche zusätzlichen Produkte darin enthalten sind.

Ein hoher Versicherungsbeitrag fällt auf den ersten Blick möglicherweise weniger auf, wenn er zusammen mit dem Fahrzeugpreis finanziert und auf viele Monatsraten verteilt wird. Wirtschaftlich bleibt die Police jedoch teuer – insbesondere dann, wenn auf die Versicherungsprämie zusätzlich Kreditzinsen gezahlt werden müssen.

Vor der Unterschrift sollte deshalb die Kreditaufstellung Position für Position kontrolliert werden. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Bezeichnungen wie „Ratenschutz“, „Kaufpreisschutz“, „Reparaturkostenschutz“ oder „Reparaturkostenversicherung“.

Zusatzversicherung nicht automatisch akzeptieren

Autokäufer sollten sich erklären lassen, ob eine angebotene Versicherung tatsächlich Voraussetzung für den Kredit ist oder lediglich als zusätzliche Leistung angeboten wird. Ebenso wichtig ist die Frage, was die Police insgesamt kostet, welche Schäden tatsächlich versichert sind und welche Ausschlüsse oder Höchstgrenzen gelten.

Wer bereits über eine Kaskoversicherung, Herstellergarantie, Händlergarantie oder Leistungen eines Automobilclubs verfügt, sollte zudem überprüfen, ob sich die Leistungen überschneiden.

Die Warnung der Verbraucherzentrale macht deutlich: Eine günstige Kreditrate allein macht noch keine günstige Autofinanzierung. Entscheidend ist der Gesamtbetrag, den der Käufer am Ende für Fahrzeug, Zinsen und sämtliche Zusatzprodukte bezahlen muss.

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