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Kautionsbetrug mit Fake-Wohnungen: Vorsicht, wenn der Vermieter angeblich im Ausland ist

497608 (CC0), Pixabay

Kriminelle nutzen die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt, um Wohnungssuchende mit besonders günstigen Angeboten in die Falle zu locken. Die Masche: Eine attraktive Wohnung wird zu einem ungewöhnlich niedrigen Mietpreis angeboten. Der angebliche Vermieter befindet sich jedoch im Ausland und verlangt eine Kaution, bevor eine Besichtigung stattgefunden hat. Die Wohnung existiert entweder überhaupt nicht oder gehört nicht dem vermeintlichen Anbieter.

Ein aktuelles Beispiel aus Wien zeigt, wie professionell die Täter dabei vorgehen.

77 Quadratmeter in Wien für nur 570 Euro warm

In einem betrügerischen Inserat wird eine frisch renovierte Wohnung mit 77 Quadratmetern im 7. Wiener Gemeindebezirk für lediglich 570 Euro Warmmiete angeboten. Angesichts der dort üblichen Wohnungspreise erscheint das Angebot außergewöhnlich günstig.

Interessenten erhalten nach ihrer Anfrage eine Nachricht von einer Frau, die sich als „Katharina Koppensteiner“ ausgibt. Sie erklärt, dass sie sich wegen eines beruflichen Projekts im italienischen Bari aufhalte. Gleichzeitig versucht sie, den niedrigen Mietpreis zu erklären: Die Wohnung sei für sie keine wichtige Einnahmequelle. Ihr gehe es nicht um einen hohen Gewinn, sondern darum, einen netten und zuverlässigen Mieter zu finden.

Gerade eine solche ausführliche und zunächst plausibel klingende Geschichte ist Teil der Betrugsmasche.

Angebliche Vermieterin verlangt 800 Euro Kaution

Im weiteren Verlauf sollen Interessenten 800 Euro Kaution bezahlen. Weil die vermeintliche Vermieterin aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen nicht selbst vor Ort sein könne, habe sie angeblich eine Immobilienagentur mit der Abwicklung beauftragt.

Damit soll das eigentliche Problem erklärt werden: Eine normale persönliche Besichtigung mit der Vermieterin ist nicht möglich.

Wohnungssuchende sollten spätestens jetzt äußerst vorsichtig werden. Eine Kaution sollte niemals vor der Besichtigung der Wohnung und einem seriösen Vertragsabschluss überwiesen werden.

Die angebotene Wohnung gehört den Betrügern gar nicht

Für solche Fake-Inserate verwenden Kriminelle häufig Fotos und Beschreibungen tatsächlich existierender Wohnungen. Diese werden aus anderen Immobilienanzeigen kopiert und anschließend für das eigene betrügerische Angebot verwendet.

Dadurch kann das Inserat ausgesprochen professionell wirken. Selbst eine vollständige Bildergalerie ist deshalb noch kein Beweis dafür, dass der vermeintliche Vermieter tatsächlich über die Wohnung verfügen darf.

Auch eine angeblich eingeschaltete Immobilienagentur bietet keine Sicherheit. Eine solche Agentur kann ebenfalls erfunden oder die Identität eines tatsächlich existierenden Unternehmens missbraucht worden sein.

Überweist der Interessent schließlich die verlangte Kaution oder eine vermeintliche Reservierungsgebühr, bricht der Kontakt häufig ab. Die versprochene Wohnung bekommt das Opfer nicht – und das überwiesene Geld ist möglicherweise verloren.

Diese Warnzeichen sprechen für möglichen Wohnungsbetrug

Besonders vorsichtig sollten Wohnungssuchende werden, wenn mehrere dieser Merkmale gleichzeitig auftreten:

  • Die Miete liegt deutlich unter dem für Lage, Größe und Ausstattung üblichen Preis.
  • Der Vermieter befindet sich angeblich im Ausland und kann deshalb nicht persönlich zur Besichtigung erscheinen.
  • Vor einer Besichtigung werden Kaution, Reservierungsgebühr oder andere Zahlungen verlangt.
  • Eine angebliche Immobilienagentur oder Plattform soll plötzlich die komplette Abwicklung übernehmen.
  • Die Kommunikation erfolgt ausschließlich über E-Mail oder Messenger.
  • Persönliche Treffen und Besichtigungstermine werden verhindert oder immer wieder verschoben.
  • Der Interessent soll möglichst schnell Geld überweisen.

Auch eine Rückwärtssuche der Bilder kann hilfreich sein. Tauchen dieselben Wohnungsfotos in älteren Anzeigen, auf anderen Immobilienportalen oder sogar in einer anderen Stadt auf, ist das ein starkes Warnsignal.

Grundregel: Kein Geld vor der Wohnungsbesichtigung

Wer eine Wohnung sucht, sollte sich von einem außergewöhnlich günstigen Angebot nicht zu einer vorschnellen Zahlung verleiten lassen. Gerade die Kombination aus Traumwohnung, niedriger Miete, Vermieter im Ausland und Kaution vor der Besichtigung ist ein typisches Muster des Kautionsbetrugs.

Eine angebliche Reservierung sollte ebenfalls kein Grund sein, vorab Geld zu überweisen. Seriöse Wohnungsangebote müssen überprüfbar sein und eine tatsächliche Besichtigung ermöglichen.

Kaution bereits überwiesen – jetzt schnell handeln

Wer bereits Geld überwiesen und anschließend Zweifel an dem Wohnungsangebot bekommen hat, sollte sofort seine Bank kontaktieren. Dort sollte der Betrugsverdacht geschildert und geprüft werden, ob die Überweisung noch gestoppt oder zurückgerufen werden kann.

Außerdem sollte Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Wichtig ist, möglichst viele Beweise zu sichern: das vollständige Wohnungsinserat, Fotos, E-Mails und Messenger-Nachrichten, Namen und Kontaktdaten der angeblichen Vermieter, Angaben zur vermeintlichen Immobilienagentur sowie Überweisungs- und Kontodaten.

Je schneller Betroffene nach einer verdächtigen Zahlung reagieren, desto eher besteht zumindest die Möglichkeit, dass Bank und Ermittlungsbehörden noch Maßnahmen einleiten können.

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