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Schwere Dürre in Puerto Rico: Hunderttausende zeitweise ohne Leitungswasser

Slimane-Kadi (CC0), Pixabay

Wasserversorgung wird im 48-Stunden-Rhythmus abgeschaltet

Puerto Rico kämpft derzeit mit einer schweren Dürre und massiven Problemen bei der Wasserversorgung. Hunderttausende Menschen müssen zeitweise bis zu zwei Tage ohne fließendes Wasser auskommen.

Die Behörden haben viele Haushalte auf der Karibikinsel in zwei Gruppen eingeteilt. Die Wasserversorgung wird jeweils für 48 Stunden abgeschaltet und anschließend zwischen den Gruppen gewechselt.

Auch die Hauptstadt San Juan ist betroffen. Dort wurde das Wasser am Freitag abgestellt. Wie lange die Rationierungsmaßnahmen dauern sollen, ist bislang unklar.

Rekordtrockenheit verschärft die Lage

Nach Angaben des US Drought Monitor herrschen in weiten Teilen Puerto Ricos derzeit mäßige bis schwere Dürrebedingungen.

Der Juli war der trockenste seit Beginn der Aufzeichnungen. Rund 68 Prozent der Insel sind aktuell von Dürre betroffen.

Besonders kritisch ist die Lage am Carraízo-Stausee, der für die Wasserversorgung mehrerer Regionen von großer Bedeutung ist. Wegen des stark gesunkenen Wasserstands entschied die Regierung, die Versorgung einzuschränken.

Sieben Regionen, die normalerweise aus dem Stausee versorgt werden, sind betroffen. Rund 180.000 Immobilien unterliegen derzeit der Wasserrationierung.

Gouverneurin macht Wetterlage verantwortlich

Puerto Ricos Gouverneurin Jenniffer González erklärte, die Entscheidung sei nach einer Bewertung des Wasserstands im Carraízo-Stausee und der aktuellen Wetterprognosen getroffen worden.

Die derzeitige Situation sei vor allem eine Folge der außergewöhnlich trockenen Wetterbedingungen, vor denen Fachleute bereits vor Wochen gewarnt hätten.

Gleichzeitig räumte die Gouverneurin ein, dass auch die marode Wasserinfrastruktur auf der Insel ein großes Problem darstellt.

Bis zu 65 Prozent des Wassers gehen verloren

Nach Angaben der Wasserbehörde Puerto Ricos gehen rund 65 Prozent des produzierten Wassers verloren oder werden nicht abgerechnet.

Ein erheblicher Teil davon versickert durch undichte Leitungen und veraltete Rohrsysteme.

Damit trifft die aktuelle Dürre auf eine Infrastruktur, die bereits seit Jahren mit erheblichen Problemen zu kämpfen hat.

Zusätzlich verschärfen Sedimentablagerungen in den Stauseen die Lage, weil dadurch weniger Wasser gespeichert werden kann.

Lange Schlangen an Wassertankwagen

In den betroffenen Regionen stellen die Behörden Wassertankwagen bereit. Viele Bewohner stehen dort Schlange, um Kanister und große Flaschen mit Trinkwasser zu füllen.

In San Juan bezeichneten Anwohner die Situation als kaum vorstellbar und extrem belastend.

Zusätzlich sorgt die Umsetzung der Rationierung für Verwirrung. In einigen Gebieten kam das angekündigte Wasser nach Ablauf der Abschaltphase offenbar nicht wieder zurück.

Bewohner berichten deshalb von großer Unsicherheit darüber, wann tatsächlich wieder Leitungswasser zur Verfügung steht.

Wasserknappheit ist kein neues Problem

Puerto Rico musste bereits in den Jahren 2015 und 2020 ähnliche Maßnahmen ergreifen.

2015 erhielten zeitweise rund 400.000 Haushalte nur an jedem dritten Tag fließendes Wasser.

Die Kombination aus Trockenheit, veralteter Infrastruktur und begrenzter Speicherkapazität macht die Insel besonders anfällig für Wasserkrisen.

Zusätzlich mehr als 1.000 Waldbrände

Die angespannte Wetterlage hat weitere Folgen.

Gouverneurin González erklärte gegenüber CNN, dass derzeit mehr als 1.000 Waldbrände auf Puerto Rico brennen würden.

Die Hoffnung richtet sich nun auf eine mögliche Wetteränderung. Sobald eine große Wolke aus Saharastaub über der Karibik weiterzieht, könnte wieder mehr Regen fallen.

Unterstützung komme auch von der US-Bundesregierung, erklärte González, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Extreme Wetterereignisse belasten Puerto Rico immer stärker

Puerto Rico ist seit Jahren immer wieder von extremen Wetterereignissen betroffen.

2017 verwüstete Hurrikan Maria große Teile der Insel und zerstörte unter anderem das Stromnetz. Tausende Menschen kamen infolge der Katastrophe ums Leben.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass der menschengemachte Klimawandel die Wahrscheinlichkeit und Intensität bestimmter extremer Wetterereignisse erhöht.

Aktuell steht Puerto Rico allerdings vor dem gegenteiligen Problem: Statt zu viel Regen fehlt Wasser.

Für Hunderttausende Menschen bedeutet das derzeit einen Alltag mit leeren Wasserhähnen, Kanistern und langen Warteschlangen an Tankwagen.

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