Die Windpark Hassenhausen Beteiligungs-GmbH & Co. KG hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht. Die Zahlen zeigen eine Beteiligungsgesellschaft, die weiterhin tief in der Verlustzone arbeitet und vollständig auf die finanzielle Unterstützung ihres Mutterunternehmens angewiesen ist. Trotz eines erneut hohen Jahresfehlbetrags sieht die Geschäftsführung die Fortführung des Unternehmens nicht gefährdet, da ein langfristig zugesagter Kreditrahmen die Finanzierung sicherstellen soll.
Jahresfehlbetrag steigt deutlich
Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete die Gesellschaft einen Jahresfehlbetrag von 114.860 Euro. Damit fiel das Ergebnis deutlich schlechter aus als im Vorjahr, als noch ein Minus von 33.964 Euro ausgewiesen wurde.
Ausschlaggebend für die Verschlechterung waren insbesondere stark gestiegene sonstige betriebliche Aufwendungen. Diese erhöhten sich von 21.001 Euro auf 100.754 Euro und belasteten das Jahresergebnis erheblich.
Dem standen Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens in Höhe von 28.458 Euro gegenüber. Zusätzlich fielen Zinsaufwendungen von 42.563 Euro an, wobei ein Großteil auf Finanzierungen innerhalb des Unternehmensverbundes entfiel.
Wie bei Kommanditgesellschaften üblich wurde der Jahresfehlbetrag den Kapitalkonten der Gesellschafter belastet, sodass nach Ergebnisverwendung kein Bilanzgewinn oder Bilanzverlust ausgewiesen wird.
Negatives Eigenkapital nimmt weiter zu
Besonders deutlich wird die wirtschaftliche Situation beim Blick auf das Eigenkapital.
Die Kapitalanteile der Kommanditisten weisen zum Bilanzstichtag einen negativen Wert von 273.186 Euro aus. Im Vorjahr hatte der Fehlbetrag noch 158.326 Euro betragen.
Der nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteil der Kommanditisten stieg damit innerhalb eines Jahres um rund 115.000 Euro. Dieser Betrag wird auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesen und zeigt, dass die aufgelaufenen Verluste die geleisteten Kapitaleinlagen inzwischen deutlich übersteigen.
Vermögen bleibt weitgehend konstant
Die Bilanzsumme erhöhte sich leicht von 755.170 Euro auf 834.213 Euro.
Das Anlagevermögen besteht nahezu ausschließlich aus Finanzanlagen und blieb mit 517.610 Euro unverändert.
Im Umlaufvermögen gingen die Forderungen von 79.073 Euro auf 33.751 Euro zurück. Gleichzeitig stiegen die Bankguthaben von lediglich 161 Euro auf knapp 9.700 Euro.
Verbindlichkeiten wachsen weiter
Die Verbindlichkeiten erhöhten sich auf 822.994 Euro, nachdem sie im Vorjahr noch 746.355 Euro betragen hatten.
Auffällig ist die starke Abhängigkeit von der Gesellschafterfinanzierung. Von den gesamten Verbindlichkeiten entfallen 817.648 Euro auf Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern. Im Vorjahr lag dieser Betrag noch bei 531.793 Euro.
Die Fälligkeiten verteilen sich überwiegend auf langfristige Verpflichtungen:
- 47.020 Euro werden innerhalb eines Jahres fällig.
- 775.974 Euro besitzen eine Laufzeit von mehr als einem Jahr.
Fortführung des Unternehmens ausdrücklich gesichert
Trotz der angespannten Eigenkapitalsituation wurde der Jahresabschluss unter der Annahme der Unternehmensfortführung erstellt.
Im Anhang erläutert die Geschäftsführung, dass das Mutterunternehmen einen Kreditrahmen von insgesamt 800.000 Euro zugesagt hat. Dieser kann nach Unternehmensangaben nicht vor dem 31. Dezember 2027 gekündigt werden. Zum Bilanzstichtag waren hiervon bereits 775.974 Euro in Anspruch genommen.
Die gesetzlichen Vertreter des Mutterunternehmens haben darüber hinaus verbindlich zugesagt, die Gesellschaft bis zur erwarteten wirtschaftlichen Verbesserung weiterhin finanziell zu unterstützen.
Hoffnung auf Gewinne ab 2029
Nach den Planungen der Unternehmensgruppe soll die operative Windpark Hassenhausen GmbH & Co. KG ab dem Jahr 2029 erstmals Jahresüberschüsse erwirtschaften.
Nach Verrechnung der bisherigen Verluste könnten daraus künftig Beteiligungserträge für die Beteiligungsgesellschaft entstehen. Bis zu diesem Zeitpunkt bleibt das Unternehmen jedoch auf externe Finanzierung innerhalb des Konzerns angewiesen.
Geschäftsführung
Die persönlich haftende Gesellschafterin ist die GP JOULE 3. Verwaltungs-GmbH.
Die Gesellschaft wird vertreten durch die Geschäftsführer:
- Ove Petersen
- Heinrich Gärtner
- Stefanie Petersen
Der Jahresabschluss wurde am 23. Juni 2026 festgestellt.
Fazit
Der Jahresabschluss 2025 macht deutlich, dass sich die Windpark Hassenhausen Beteiligungs-GmbH & Co. KG weiterhin in einer Aufbau- und Finanzierungsphase befindet. Das Unternehmen verfügt über kein positives Eigenkapital und erwirtschaftete erneut einen deutlich höheren Jahresverlust als im Vorjahr. Gleichzeitig sichert die langfristige Unterstützung des Mutterunternehmens nach Angaben der Geschäftsführung die Liquidität und den Fortbestand der Gesellschaft. Die wirtschaftliche Wende wird erst ab dem Jahr 2029 erwartet, wenn der zugrunde liegende Windpark nach Unternehmensplanung erstmals nachhaltige Überschüsse erzielen soll.