Ein tragischer Vorfall erschüttert Portugal: In der Stadt Almada südlich von Lissabon ist ein anderthalb Jahre altes Mädchen ums Leben gekommen, nachdem es offenbar versehentlich in einem Kleinbus auf dem Weg zum Kindergarten zurückgelassen wurde. Die Polizei hat Ermittlungen zur genauen Ursache des Unglücks aufgenommen.
Nach bisherigen Erkenntnissen wurde das Mädchen am Donnerstagmorgen gegen 8 Uhr von einer Betreuerin mit einem Kleinbus zum Kindergarten gebracht. Offenbar bemerkte die Begleitperson jedoch nicht, dass das Kind beim Aussteigen im Fahrzeug zurückblieb. Anschließend wurde der Bus in einer Straße unweit des Kindergartens abgestellt.
Erst rund acht Stunden später fiel das Fehlen des Kindes auf. Als die Mutter ihre Tochter am Nachmittag vom Kindergarten abholen wollte, stellte sich heraus, dass das Mädchen dort nie angekommen war. Daraufhin wurde der Kleinbus durchsucht. Das Kind wurde leblos im Fahrzeug entdeckt.
Rettungskräfte des portugiesischen Notdienstes eilten sofort zum Einsatzort und versuchten, das Mädchen wiederzubeleben. Trotz aller Bemühungen konnte nur noch der Tod des Kindes festgestellt werden. Die genaue Todesursache soll nun im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen und einer Obduktion geklärt werden.
Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass das Kind über viele Stunden unbemerkt im Fahrzeug blieb. Nach bisherigen Informationen werden beim Transport von Kindergartenkindern üblicherweise Kontrollmaßnahmen durchgeführt, um sicherzustellen, dass alle Kinder den Bus verlassen haben. Ob diese Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden, ist nun Gegenstand der Ermittlungen.
Der Kindergarten erklärte, nach dem Eintreffen der Mutter sofort reagiert und das Fahrzeug überprüft zu haben. Zudem wurde ein Kriseninterventionsteam eingeschaltet, das die Eltern des verstorbenen Kindes psychologisch betreut.
Der Fall macht erneut auf die große Gefahr aufmerksam, die von abgestellten Fahrzeugen bei sommerlichen Temperaturen ausgeht. Selbst bei vergleichsweise mildem Wetter kann sich der Innenraum eines Autos oder Kleinbusses innerhalb kurzer Zeit auf lebensgefährliche Temperaturen aufheizen. Besonders Säuglinge und Kleinkinder sind aufgrund ihrer eingeschränkten Fähigkeit zur Temperaturregulierung einem erheblich höheren Risiko ausgesetzt.
Die Tragödie von Almada hat in Portugal große Bestürzung ausgelöst. Die Ermittlungen sollen nun klären, ob menschliches Versagen oder organisatorische Mängel zu dem tödlichen Unglück geführt haben und ob strafrechtliche Konsequenzen folgen.