Die Bundespolizei warnt Reisende vor einer zunehmend verbreiteten Betrugsmasche an Bahnhöfen. Dabei geben sich Täter als hilflose oder gestrandete Reisende aus und bitten Passanten um Geld für ein Zugticket. Die angebliche Notlage ist jedoch nur vorgetäuscht – das versprochene Geld sehen die Opfer in der Regel nie wieder.
Täter täuschen finanzielle Notlage vor
Bei der als „Stranded Traveller Scam“ (Hilfloser-Reisender-Betrug) bekannten Masche sprechen Betrüger gezielt Reisende oder Passanten an. Sie behaupten, ihr Portemonnaie verloren zu haben, bestohlen worden zu sein oder aufgrund anderer Umstände kein Geld mehr für die Heimreise zu besitzen.
Um glaubwürdig zu wirken, schildern sie ihre Situation oft sehr überzeugend und bitten lediglich um einen vergleichsweise kleinen Betrag für ein Bahnticket.
Angebliche Überweisung als Beweis
Besonders perfide ist die Vorgehensweise der Täter: Sie versprechen, den geliehenen Betrag sofort per Online-Überweisung zurückzuzahlen. Als vermeintlichen Nachweis zeigen sie ihren Opfern auf dem Smartphone eine angebliche Zahlungsbestätigung oder einen Überweisungsbeleg.
Nach Angaben der Bundespolizei handelt es sich dabei jedoch um eine Täuschung. Die angezeigte Überweisung wird entweder nie ausgeführt oder der gezeigte Beleg ist gefälscht. Das geliehene Bargeld erhalten die Opfer deshalb nicht zurück.
Täter sprechen häufig Englisch
Nach Erkenntnissen der Bundespolizei treten die Betrüger häufig als ausländische Reisende auf und sprechen ihre Opfer auf Englisch an. Sie setzen gezielt auf Hilfsbereitschaft und Zeitdruck, wie er an Bahnhöfen häufig herrscht.
Viele Menschen möchten in einer vermeintlichen Notsituation helfen und verzichten deshalb auf eine genauere Prüfung der geschilderten Geschichte.
Bundespolizei rät zu besonderer Vorsicht
Die Polizei empfiehlt, bei entsprechenden Bitten grundsätzlich misstrauisch zu sein und kein Bargeld gegen das Versprechen einer späteren Rückzahlung auszuhändigen. Eine auf dem Smartphone gezeigte Überweisung oder Zahlungsbestätigung ist kein verlässlicher Nachweis dafür, dass tatsächlich Geld überwiesen wurde.
Wer helfen möchte, sollte stattdessen anbieten, die betroffene Person an das Servicepersonal der Deutschen Bahn oder an die Bundespolizei zu begleiten. Echte Reisende in einer Notlage können dort Unterstützung erhalten.
Betrugsmaschen werden immer raffinierter
Der sogenannte „Stranded Traveller Scam“ reiht sich in eine Vielzahl von Betrugsmaschen ein, bei denen Kriminelle gezielt das Mitgefühl ihrer Opfer ausnutzen. Statt auf Drohungen oder technische Tricks setzen die Täter auf persönliche Gespräche und glaubwürdig wirkende Geschichten.
Durch professionelles Auftreten und scheinbar echte digitale Zahlungsnachweise gelingt es ihnen immer wieder, Vertrauen zu gewinnen und Bargeld zu erlangen.
Fazit
Die Bundespolizei appelliert an Reisende, bei angeblich gestrandeten Personen aufmerksam zu bleiben. Nicht jede geschilderte Notlage ist echt. Wer um Bargeld für ein Zugticket gebeten wird und lediglich eine angebliche Überweisung als Sicherheit erhält, sollte skeptisch sein. Im Zweifel ist es sinnvoller, Hilfe über die Bahn oder die Polizei zu organisieren, anstatt Geld auszuhändigen.