Verbraucherschützer warnen erneut vor betrügerischen Inkassoschreiben, die derzeit im Umlauf sind. Betroffen ist unter anderem die angebliche „Fokus Inkasso GmbH“, die mit einer Anschrift in Mühlhausen (Thüringen) sowie der Internetseite www.fokusinkasso.org auftritt. Verbraucher sollten entsprechende Zahlungsaufforderungen genau prüfen und keinesfalls vorschnell Geld überweisen.
Professionell gestaltete Schreiben
Nach Erkenntnissen der Verbraucherzentralen versenden Betrüger täuschend echt wirkende Inkassoschreiben, in denen hohe Geldforderungen geltend gemacht werden. Teilweise werden angebliche Rechtsanwälte genannt – in diesem Fall Dr. RA. Daniel Weiss, RA. Peter Schilge und RA. Heike Bäcker – um den Schreiben einen seriösen Eindruck zu verleihen.
Häufig wird behauptet, es handele sich um offene Forderungen aus Gewinnspielen oder anderen Vertragsverhältnissen. Gleichzeitig setzen die Täter die Empfänger mit kurzen Zahlungsfristen und der Androhung gerichtlicher Schritte unter Druck.
Nicht zahlen und keinen Kontakt aufnehmen
Die Verbraucherzentrale rät dringend dazu, auf entsprechende Forderungen nicht zu reagieren, solange deren Berechtigung nicht zweifelsfrei feststeht. Betroffene sollten weder Geld überweisen noch die in den Schreiben angegebenen Telefonnummern anrufen oder persönliche Daten herausgeben.
Nach Angaben der Verbraucherschützer versuchen Betrüger inzwischen teilweise bewusst, zunächst einen Rückruf zu erreichen, um anschließend Zahlungsmodalitäten mitzuteilen oder weitere persönliche Informationen zu erhalten.
Forderung sorgfältig prüfen
Wer ein Inkassoschreiben erhält, sollte zunächst prüfen, ob tatsächlich eine offene Forderung besteht. Hilfreich ist außerdem ein Blick in das Rechtsdienstleistungsregister, in dem seriöse Inkassounternehmen eingetragen sind. Bestehen Zweifel, empfiehlt sich eine Beratung bei der Verbraucherzentrale oder einem Rechtsanwalt.
Typische Warnzeichen
Nach Angaben der Verbraucherzentralen sprechen mehrere Merkmale für ein betrügerisches Inkassoschreiben:
- unklare oder nicht nachvollziehbare Forderungsgründe,
- hoher Zeitdruck und kurze Zahlungsfristen,
- Drohungen mit Pfändung oder Gerichtsverfahren,
- ungewöhnliche oder nicht überprüfbare Unternehmensangaben,
- Aufforderungen, zunächst telefonisch Kontakt aufzunehmen oder persönliche Daten preiszugeben.
Was Betroffene tun sollten
Wer ein entsprechendes Schreiben erhalten hat, sollte sämtliche Unterlagen aufbewahren und die Forderung sorgfältig prüfen. Wurde bereits Geld überwiesen oder bestehen konkrete Hinweise auf einen Betrug, empfehlen die Verbraucherzentralen, umgehend die eigene Bank zu informieren und Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten.
Fazit
Die angebliche Fokus Inkasso GmbH reiht sich in eine Serie betrügerischer Inkassoschreiben ein, vor denen Verbraucherzentralen derzeit warnen. Die professionell gestalteten Schreiben sollen Betroffene unter Druck setzen und zu schnellen Zahlungen bewegen. Verbraucher sollten Forderungen daher stets sorgfältig überprüfen und bei Zweifeln weder zahlen noch Kontakt mit den angegebenen Absendern aufnehmen.