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Eigentümerwechsel bei Windpark Dabern: NextWind übernimmt Projektgesellschaft und stärkt Bilanz

geralt (CC0), Pixabay

Die ehemalige Ventient Windpark Dabern GmbH & Co. KG firmiert künftig unter dem Namen NxW Dabern GmbH & Co. KG. Hintergrund ist die Übernahme durch die NextWind-Gruppe, die Anfang 2025 vollzogen wurde. Der jetzt veröffentlichte Jahresabschluss für 2024 zeigt jedoch bereits vor dem Eigentümerwechsel eine deutliche finanzielle Stabilisierung: Das Eigenkapital wurde wieder aufgebaut, die Verschuldung leicht reduziert und die Liquiditätslage verbessert. Gleichzeitig bleibt die Gesellschaft eine klassische Windpark-Betreibergesellschaft mit überschaubarer Bilanzsumme und ohne eigene Beschäftigte.

Mit einer Bilanzsumme von 2,27 Millionen Euro fällt der Jahresabschluss gegenüber dem Vorjahr etwas geringer aus. Ende 2023 hatte die Gesellschaft noch Vermögenswerte von rund 2,42 Millionen Euro ausgewiesen.

Die Veränderungen innerhalb der Bilanz zeigen jedoch, dass sich die finanzielle Struktur des Unternehmens im Laufe des Jahres deutlich verbessert hat.

Eigenkapital nach Verlusten wieder aufgebaut

Besonders auffällig ist die Entwicklung beim Eigenkapital.

Während Ende 2023 noch ein nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Fehlbetrag ausgewiesen wurde und das Eigenkapital praktisch aufgebraucht war, verfügt die Gesellschaft zum Bilanzstichtag 2024 wieder über ein positives Eigenkapital von 162.254,64 Euro.

Dieses setzt sich aus der Hafteinlage der Gesellschafter sowie einem Rücklagenkonto zusammen. Der zuvor ausgewiesene Verlustvortrag wurde vollständig ausgeglichen.

Für das Unternehmen bedeutet dies eine deutliche Verbesserung der finanziellen Stabilität.

Windkraftanlagen bleiben wichtigster Vermögenswert

Das Anlagevermögen besteht im Wesentlichen aus den betriebenen Windenergieanlagen.

Diese sind nach Abschreibungen noch mit 243.820 Euro bilanziert. Hinzu kommen Anlagen im Bau beziehungsweise geleistete Anzahlungen von knapp 44.000 Euro sowie Grundstücke mit einem Buchwert von 1.000 Euro.

Dass der Buchwert der technischen Anlagen gegenüber dem Vorjahr von rund 473.000 Euro auf 244.000 Euro gesunken ist, ist vor allem auf planmäßige Abschreibungen zurückzuführen und bei bestehenden Windparks ein üblicher Vorgang.

Forderungen verändern sich deutlich

Auf der Aktivseite fällt eine deutliche Umstrukturierung der Forderungen auf.

Während Ende 2023 noch Forderungen gegen Kommanditisten von mehr als 1,4 Millionen Euro bestanden, werden diese im aktuellen Abschluss nicht mehr ausgewiesen.

Stattdessen weist die Gesellschaft nun sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von rund 1,55 Millionen Euro aus. Ein Großteil davon entfällt auf Forderungen gegenüber Gesellschaftern.

Zusätzlich bestehen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen von knapp 42.000 Euro.

Diese Veränderungen deuten auf konzerninterne Umstrukturierungen oder veränderte Finanzierungsvereinbarungen hin.

Mehr Geld auf den Konten

Auch die Liquiditätslage hat sich verbessert.

Die Bankguthaben stiegen innerhalb eines Jahres von rund 157.000 Euro auf 289.012 Euro.

Damit verfügt die Gesellschaft über deutlich höhere frei verfügbare Mittel als noch im Vorjahr.

Verbindlichkeiten leicht gesunken

Die gesamten Verbindlichkeiten reduzierten sich von rund 2,15 Millionen Euro auf 1,88 Millionen Euro.

Den größten Anteil bilden weiterhin langfristige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von rund 1,82 Millionen Euro.

Davon entfallen knapp 1,79 Millionen Euro auf langfristige Finanzierungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr. Nach Angaben im Anhang bestehen diese Verpflichtungen gegenüber der UK Ventient Finco Limited.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen konnten dagegen nahezu halbiert werden.

Rückstellungen für Rückbau und offene Rechnungen

Die Gesellschaft weist Rückstellungen von 234.350 Euro aus.

Diese dienen insbesondere der Vorsorge für noch ausstehende Rechnungen sowie für spätere Rückbauverpflichtungen der Windenergieanlagen.

Gerade bei Windparks gehören Rückstellungen für den Rückbau der Anlagen nach Ablauf ihrer Betriebszeit zu den üblichen bilanziellen Verpflichtungen.

Keine eigenen Beschäftigten

Wie viele Windparkgesellschaften beschäftigt auch die NxW Dabern GmbH & Co. KG keine eigenen Mitarbeiter.

Der laufende Betrieb sowie kaufmännische und technische Dienstleistungen werden typischerweise von spezialisierten Unternehmen oder anderen Gesellschaften innerhalb des Konzerns übernommen.

Eigentümerwechsel markiert strategischen Neuanfang

Besondere Bedeutung kommt den Ereignissen nach dem Bilanzstichtag zu.

Im Januar 2025 übernahm die NextWind Windpark Beteiligung 27 GmbH & Co. KG die mittelbare Muttergesellschaft der damaligen Ventient Windpark Dabern GmbH & Co. KG. Im Zuge dieser Transaktion wurde das Unternehmen in NxW Dabern GmbH & Co. KG umfirmiert und in die NextWind-Gruppe integriert.

Mit der Übernahme wechselt der Windpark damit von der internationalen Ventient-Gruppe zu einem der dynamisch wachsenden Betreiber und Optimierer von Windenergieanlagen in Deutschland. NextWind verfolgt das Ziel, bestehende Windparks zu modernisieren, ihre Leistung zu steigern und perspektivisch durch Repowering-Projekte leistungsfähigere Anlagen zu errichten.

Hohe steuerliche Verlustvorträge könnten künftig Bedeutung gewinnen

Im Anhang weist die Gesellschaft zudem auf steuerliche Verlustvorträge von rund 3,12 Millionen Euro hin.

Solche Verlustvorträge können – abhängig von den steuerlichen Rahmenbedingungen und der weiteren Unternehmensentwicklung – künftig mit Gewinnen verrechnet werden und damit die Steuerbelastung reduzieren. Sie stellen deshalb einen potenziell wertvollen bilanziellen Vorteil für den neuen Eigentümer dar.

Solide Ausgangslage unter neuer Eigentümerschaft

Der Jahresabschluss vermittelt insgesamt das Bild einer wirtschaftlich stabilisierten Windparkgesellschaft. Das Eigenkapital wurde wieder aufgebaut, die Liquidität verbessert und die Verschuldung leicht reduziert. Gleichzeitig markiert der Eigentümerwechsel zu NextWind einen strategischen Einschnitt.

Mit der Integration in einen auf Repowering und die Optimierung bestehender Windparks spezialisierten Konzern dürfte der Standort Dabern künftig eine neue Rolle innerhalb der deutschen Windenergiebranche einnehmen. Ob daraus zusätzliche Investitionen oder eine Modernisierung des Windparks folgen, wird sich in den kommenden Geschäftsjahren zeigen.

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