Die Windpark Brunsbüttel-Eddelak Erlös- und Infrastruktur UG (haftungsbeschränkt) hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 veröffentlicht. Das Unternehmen verzeichnete gegenüber dem Vorjahr deutlich geringere Umsatzerlöse, erwirtschaftete aufgrund seines Gesellschaftszwecks jedoch erneut weder einen Jahresüberschuss noch einen Jahresfehlbetrag. Die Bilanzsumme verringerte sich auf rund 1,58 Millionen Euro.
Die Gesellschaft mit Sitz in Brunsbüttel ist beim Amtsgericht Pinneberg unter der Handelsregisternummer HRB 13633 PI eingetragen. Sie fungiert als Erlös- und Infrastrukturgesellschaft des Windparks Brunsbüttel-Eddelak und verfolgt laut Gesellschaftsvertrag ausdrücklich keine Gewinnerzielungsabsicht.
Umsatz geht deutlich zurück
Im Geschäftsjahr 2024 erzielte die Gesellschaft Umsatzerlöse von rund 6,22 Millionen Euro. Im Vorjahr hatten diese noch bei 10,04 Millionen Euro gelegen. Damit verringerte sich der Umsatz um rund 3,8 Millionen Euro beziehungsweise knapp 38 Prozent.
Die Erlöse stammen nach Angaben im Anhang aus der Stromeinspeisung, aus Einspeisemanagementansprüchen sowie aus der Verteilung der Aufwendungen auf die Gesellschafterinnen.
Sinkende Aufwendungen gleichen geringere Erlöse aus
Parallel zum Umsatz gingen auch die Aufwendungen deutlich zurück.
Der Materialaufwand verringerte sich von rund 9,28 Millionen Euro auf etwa 5,61 Millionen Euro. Auch die Personalaufwendungen sanken von rund 198.000 Euro auf 123.000 Euro, während die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von rund 563.000 Euro auf knapp 485.000 Euro zurückgingen.
Wie bereits im Vorjahr schloss die Gesellschaft das Geschäftsjahr mit einem Jahresüberschuss von null Euro ab. Dieses Ergebnis entspricht dem Gesellschaftsvertrag, nach dem keine Gewinnerzielungsabsicht besteht.
Bilanzsumme deutlich gesunken
Die Bilanzsumme verringerte sich innerhalb eines Jahres von 2,44 Millionen Euro auf 1,58 Millionen Euro.
Da die Gesellschaft über kein Anlagevermögen verfügt, besteht das Vermögen ausschließlich aus Umlaufvermögen.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gingen von rund 1,01 Millionen Euro auf 650.000 Euro zurück. Auch die sonstigen Vermögensgegenstände reduzierten sich auf rund 92.000 Euro.
Die Bankguthaben sanken deutlich von 1,11 Millionen Euro auf rund 423.000 Euro. Gleichzeitig erhöhten sich die Rechnungsabgrenzungsposten von rund 204.000 Euro auf 417.000 Euro.
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern dominieren
Auf der Passivseite stellen die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern weiterhin den größten Bilanzposten dar.
Sie beliefen sich zum Jahresende auf rund 1,37 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch 2,12 Millionen Euro ausgewiesen worden waren. Insgesamt gingen die Verbindlichkeiten von rund 2,30 Millionen Euro auf 1,49 Millionen Euro zurück.
Die sonstigen Rückstellungen reduzierten sich ebenfalls von 138.100 Euro auf 92.600 Euro. Nach Angaben der Gesellschaft betreffen diese überwiegend noch ausstehende Gehaltszahlungen für die Geschäftsführer.
Geschäftsführer erhalten umsatzabhängige Vergütung
Die Geschäfte der Gesellschaft wurden im Berichtsjahr von Andreas Wulff und Sönke Krey geführt.
Beide Geschäftsführer erhielten laut Anhang eine Vergütung in Höhe von jeweils einem Prozent des Umsatzes der Gesellschaft. Mitarbeiter waren im Geschäftsjahr 2024 nicht beschäftigt. Ein Aufsichtsrat besteht ebenfalls nicht.
Infrastrukturgesellschaft ohne Gewinnerzielungsabsicht
Der Jahresabschluss verdeutlicht die besondere Funktion der Windpark Brunsbüttel-Eddelak Erlös- und Infrastruktur UG. Anders als klassische Energieunternehmen ist sie nicht auf die Erwirtschaftung von Gewinnen ausgerichtet. Stattdessen dient sie der Verwaltung und Verteilung von Erlösen sowie der Finanzierung gemeinsamer Infrastruktur im Zusammenhang mit dem Windpark.
Der Rückgang bei Umsatz, Bilanzsumme und Verbindlichkeiten zeigt, dass sich die finanziellen Aktivitäten der Gesellschaft im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr insgesamt verringert haben, ohne dass sich dies auf das ausgeglichene Jahresergebnis ausgewirkt hat.