Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat eine neue Warnung vor mehreren nahezu identisch aufgebauten Internetplattformen veröffentlicht. Nach Erkenntnissen der Finanzaufsicht bieten die Betreiber über die Websites „euroxnow.com“ und „euroxone.com“ mutmaßlich ohne die erforderliche Erlaubnis Bankgeschäfte und Finanzdienstleistungen an. Die Seiten werben mit dem Slogan „Verbessern Sie Ihr Krypto-Handelserlebnis“ und richten sich offenbar gezielt an Anleger, die in Kryptowährungen und andere Finanzprodukte investieren möchten. Die BaFin betont jedoch, dass die Betreiber keiner Aufsicht der Behörde unterliegen.
Mit der aktuellen Warnung setzt die BaFin ihre Maßnahmen gegen unseriöse Online-Finanzplattformen konsequent fort. In den vergangenen Monaten veröffentlichte die Finanzaufsicht immer häufiger Hinweise auf Internetseiten, die ohne die gesetzlich vorgeschriebene Erlaubnis Finanz- oder Kryptodienstleistungen anbieten.
Auffällig ist dabei, dass viele dieser Plattformen nach einem nahezu identischen Muster aufgebaut sind. Sie unterscheiden sich oft lediglich durch ihren Domainnamen oder kleinere Änderungen im Design, verfolgen jedoch dasselbe Ziel: Anleger zu Einzahlungen auf nicht beaufsichtigten Handelsplattformen zu bewegen.
Zwei Websites bislang identifiziert
Nach Angaben der BaFin sind bislang insbesondere die Internetseiten euroxnow.com und euroxone.com bekannt geworden.
Beide Websites weisen nach Erkenntnissen der Behörde einen nahezu identischen Aufbau auf und werben mit professionell gestalteten Oberflächen für den Handel mit Finanzprodukten oder Kryptowerten.
Die Finanzaufsicht geht davon aus, dass die Betreiber ohne die erforderliche Erlaubnis tätig sind. Eine Beaufsichtigung durch die BaFin findet nicht statt.
Erlaubnis ist gesetzlich vorgeschrieben
In Deutschland dürfen Bankgeschäfte, Finanzdienstleistungen sowie Dienstleistungen rund um Kryptowerte grundsätzlich nur mit einer entsprechenden Zulassung der BaFin erbracht werden.
Vor der Erteilung einer Erlaubnis überprüft die Finanzaufsicht unter anderem die Zuverlässigkeit der Verantwortlichen, die finanzielle Ausstattung des Unternehmens sowie die Einhaltung umfangreicher gesetzlicher Vorgaben. Ziel ist es, Anleger zu schützen und die Stabilität des Finanzmarktes sicherzustellen.
Unternehmen, die ohne eine solche Genehmigung tätig werden, entziehen sich dieser staatlichen Kontrolle. Für Kundinnen und Kunden bedeutet dies ein erheblich erhöhtes Risiko.
Professioneller Internetauftritt ersetzt keine Zulassung
Viele unseriöse Handelsplattformen vermitteln auf den ersten Blick einen seriösen Eindruck.
Moderne Internetseiten, professionelle Logos, vermeintliche Expertenberatung und Versprechen hoher Renditen sollen Vertrauen schaffen. Häufig werden zudem internationale Handelsmöglichkeiten, automatisierte Krypto-Investments oder besonders lukrative Gewinnchancen beworben.
Ein hochwertiger Internetauftritt ist jedoch kein Nachweis dafür, dass ein Anbieter tatsächlich über die erforderliche Erlaubnis verfügt. Gerade bei Plattformen, die Finanzprodukte oder Kryptowährungen anbieten, sollten Anleger die Zulassung deshalb stets eigenständig überprüfen.
Unternehmensdatenbank der BaFin bietet Orientierung
Die BaFin empfiehlt Verbraucherinnen und Verbrauchern ausdrücklich, vor jeder Geldanlage die Unternehmensdatenbank der Behörde zu nutzen.
Dort lässt sich feststellen, ob ein Unternehmen tatsächlich über eine Erlaubnis verfügt, Bankgeschäfte, Finanzdienstleistungen oder Kryptowerte-Dienstleistungen in Deutschland anzubieten.
Kann ein Anbieter dort nicht gefunden werden oder bleiben Angaben zu Sitz, Verantwortlichen oder Zulassung unklar, ist besondere Vorsicht geboten.
Warnung dient dem Schutz von Anlegern
Die Veröffentlichung der aktuellen Warnung erfolgt auf Grundlage von § 37 Absatz 4 des Kreditwesengesetzes (KWG). Diese Vorschrift erlaubt es der BaFin, die Öffentlichkeit über Unternehmen zu informieren, bei denen der Verdacht besteht, erlaubnispflichtige Geschäfte ohne die notwendige Genehmigung anzubieten.
Solche Warnhinweise sollen verhindern, dass Verbraucher Opfer unseriöser oder möglicherweise betrügerischer Finanzangebote werden.
Wachsamkeit bleibt der wichtigste Schutz
Der Boom rund um Kryptowährungen und digitale Geldanlagen lockt weiterhin zahlreiche Anleger an – und damit auch Betrüger, die mit vermeintlich einfachen Gewinnen werben. Häufig setzen sie auf professionell gestaltete Plattformen, aggressive Werbung in sozialen Netzwerken oder persönliche Kontaktaufnahmen über Messenger-Dienste und Telefonanrufe.
Experten empfehlen daher, Investitionsentscheidungen niemals unter Zeitdruck zu treffen, hohe Gewinnversprechen kritisch zu hinterfragen und die Seriosität eines Anbieters vor einer Einzahlung sorgfältig zu überprüfen.
Die aktuelle BaFin-Warnung vor den Plattformen euroxnow.com und euroxone.com zeigt erneut, dass nicht jedes professionell wirkende Online-Angebot tatsächlich über die erforderliche Zulassung verfügt. Wer Warnhinweise der Finanzaufsicht ernst nimmt und die Erlaubnis eines Anbieters vorab überprüft, kann das Risiko deutlich verringern, Opfer unerlaubter oder möglicherweise betrügerischer Finanzgeschäfte zu werden.