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Hamburger ESG Fonds – Best in Progress: Nachhaltiger Aktienfonds mit solider Stabilität, aber schwacher langfristiger Rendite

geralt (CC0), Pixabay

Der Hamburger ESG Fonds – Best in Progress investiert aktiv in europäische Unternehmen, die deutliche Fortschritte bei Nachhaltigkeitskriterien (ESG) erzielen. Der Fonds verfolgt dabei keinen klassischen Best-in-Class-Ansatz, sondern sucht gezielt Unternehmen, deren Nachhaltigkeitsprofil sich verbessert. Das Anlageuniversum besteht nahezu ausschließlich aus europäischen Aktien.

Positiv aus Anlegersicht

1. Solides Ergebnis in einem anspruchsvollen Marktumfeld

Im Berichtsjahr erzielte der Fonds je nach Anteilklasse eine Wertentwicklung zwischen +2,5 % und +3,0 %. Angesichts geopolitischer Unsicherheiten und zunehmender Marktvolatilität stellt dies ein ordentliches Ergebnis dar.

2. Konsequente ESG-Strategie

Die Nachhaltigkeitsstrategie gehört zu den größten Stärken des Fonds. Investiert wird ausschließlich in Unternehmen, die messbare Verbesserungen bei Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien erzielen. Unternehmen mit kontroversen Geschäftsfeldern, insbesondere Waffenhersteller oder Staaten mit erheblichen Defiziten bei Menschenrechten und Korruptionsbekämpfung, werden ausgeschlossen.

3. Breite Diversifikation

Das Portfolio verteilt sich auf zahlreiche europäische Länder. Größte Gewichtungen bestehen in Frankreich (17,9 %), Deutschland (14,8 %), Großbritannien (12,8 %), den Niederlanden (12,8 %) und Italien (12,3 %). Branchenmäßig dominieren Industrie-, Pharma- und Finanzwerte. Dadurch entsteht eine solide Risikostreuung.

4. Voll investiertes Portfolio

Der Investitionsgrad lag praktisch während des gesamten Geschäftsjahres bei rund 100 %. Das Fondsmanagement hält somit kaum Liquidität zurück und setzt konsequent auf den Aktienmarkt.

Kritische Punkte
1. Schwache langfristige Performance

Die langfristige Entwicklung bleibt enttäuschend.

1 Jahr: +2,5 bis +3,0 %
3 Jahre p.a.: 2,0–2,5 %
5 Jahre p.a.: lediglich 0,1–0,6 %

Damit blieb der Fonds deutlich hinter vielen europäischen Aktienfonds sowie breit gestreuten ETFs zurück. Für langfristig orientierte Anleger stellt dies den größten Schwachpunkt dar.

2. Deutliche Mittelabflüsse

Alle Anteilklassen verzeichneten erhebliche Nettoabflüsse durch Anteilsrückgaben. Auch das Fondsvermögen ging in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurück.

Dies deutet darauf hin, dass zahlreiche Anleger den Fonds verlassen haben – vermutlich aufgrund der schwachen langfristigen Wertentwicklung.

3. Relativ hohe Kosten

Die Gesamtkostenquote beträgt:

Anteilklasse P: 1,33 %
Anteilklasse I: 1,10 %
Anteilklasse V: 0,85 %

Gerade im Vergleich zu kostengünstigen ESG-ETFs sind diese Gebühren relativ hoch und schmälern langfristig die Rendite.

4. Europäische Konzentration

Der Fonds investiert nahezu ausschließlich in Europa. Wachstumsregionen wie die USA oder Asien sind nicht vertreten. Dadurch fehlen Beteiligungen an vielen der weltweit erfolgreichsten Technologieunternehmen.

Chancen
Sinkende Zinsen könnten europäische Aktien weiterhin unterstützen.
Die konsequente ESG-Ausrichtung könnte von einer steigenden Nachfrage nachhaltiger Investments profitieren.
Das aktive Management kann Marktveränderungen flexibel nutzen und Unternehmen mit zunehmender Nachhaltigkeitsqualität früh identifizieren.
Risiken
Hohe Aktienquote bedeutet entsprechend hohe Kursschwankungen.
Fremdwährungsrisiken bestehen insbesondere durch Engagements in GBP, SEK, NOK und CHF.
Als aktiv gemanagter Fonds besteht das Risiko, dass die Titelauswahl dauerhaft hinter dem Gesamtmarkt zurückbleibt.
Fazit aus Anlegersicht

Der Hamburger ESG Fonds – Best in Progress überzeugt durch einen klar definierten Nachhaltigkeitsansatz und ein breit diversifiziertes europäisches Aktienportfolio. Das Fondsmanagement setzt konsequent auf Unternehmen mit nachweisbaren Verbesserungen ihrer ESG-Qualität und verfolgt damit einen interessanten aktiven Investmentansatz.

Dem stehen jedoch mehrere Schwächen gegenüber: Die langfristige Wertentwicklung fällt deutlich hinter vergleichbaren Aktieninvestments zurück, die Mittelabflüsse zeigen eine sinkende Anlegernachfrage und die laufenden Kosten sind vergleichsweise hoch.

Bewertung:

Der Fonds eignet sich vor allem für Anleger, die großen Wert auf eine konsequente ESG-Strategie innerhalb Europas legen und bereit sind, dafür eine geringere langfristige Rendite sowie höhere Kosten in Kauf zu nehmen. Wer dagegen primär auf langfristigen Vermögensaufbau und maximale Rendite setzt, dürfte mit einem breit diversifizierten europäischen oder globalen Aktien-ETF langfristig voraussichtlich besser fahren.

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