Die BürgerWindpark Haaren-Leiberg GmbH & Co. KG hat im Geschäftsjahr 2024/2025 ein deutlich schwächeres Ergebnis erzielt als im Vorjahr. Hauptursachen waren außergewöhnlich windarme Monate sowie die nach den Rekordjahren wieder gesunkenen Strompreise. Trotz dieser Belastungen präsentiert sich das Unternehmen finanziell weiterhin solide und sieht seine wirtschaftliche Basis als gesichert an. Gleichzeitig prüft die Gesellschaft bereits die Modernisierung des Windparks durch ein Repowering.
Die Umsatzerlöse gingen von rund 2,59 Millionen Euro auf 1,71 Millionen Euro zurück und lagen damit etwa ein Drittel unter dem Vorjahresniveau. Nach Angaben der Geschäftsführung war das Windjahr deutlich schlechter als im Vorjahr. Der durchschnittliche Windindex erreichte lediglich 83,15 Prozent, wodurch die Windenergieanlagen die geplanten Stromerträge nicht erwirtschaften konnten. Zusätzlich wirkten sich die inzwischen wieder normalisierten Börsenstrompreise negativ auf die Erlöse aus.
Infolgedessen rutschte die Gesellschaft nach einem Gewinn von rund 493.000 Euro im Vorjahr in die Verlustzone. Für das Geschäftsjahr 2024/2025 wurde ein Jahresfehlbetrag von rund 169.000 Euro ausgewiesen. Ausschlaggebend hierfür waren neben den geringeren Stromerlösen vor allem die weiterhin hohen planmäßigen Abschreibungen auf die Windenergieanlagen in Höhe von rund 1,32 Millionen Euro. Die Unternehmensführung bewertet den Verlust jedoch als Folge außergewöhnlicher Witterungsbedingungen und nicht als Ausdruck struktureller wirtschaftlicher Probleme.
Auch die Bilanzsumme verringerte sich deutlich und sank von 10,33 Millionen Euro auf 8,69 Millionen Euro. Dieser Rückgang ist vor allem auf die planmäßigen Abschreibungen des Anlagevermögens sowie auf den Abbau von Bankverbindlichkeiten zurückzuführen. Gleichzeitig verringerte sich der Bestand an liquiden Mitteln gegenüber dem Vorjahr.
Trotz des Jahresverlustes verfügt die Gesellschaft weiterhin über eine solide Eigenkapitalbasis. Das Eigenkapital beläuft sich auf rund 2,43 Millionen Euro, was einer Eigenkapitalquote von knapp 28 Prozent entspricht. Zwar ist das Eigenkapital gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen, bewegt sich aber weiterhin auf einem für Windparkbetreiber komfortablen Niveau. Gleichzeitig wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten innerhalb eines Jahres von 4,93 Millionen Euro auf 4,07 Millionen Euro reduziert. Insgesamt gingen die Verbindlichkeiten um mehr als 900.000 Euro zurück, was die langfristige Finanzierungsstruktur weiter verbessert.
Auch die Liquidität der Gesellschaft blieb nach Angaben der Geschäftsführung jederzeit gesichert. Zum Bilanzstichtag verfügte das Unternehmen über Bankguthaben von rund 1,58 Millionen Euro. Zudem erwirtschaftete der Windpark trotz des Verlustjahres einen positiven operativen Cashflow von rund 983.000 Euro. Die Geschäftsführung betont daher ausdrücklich, dass sämtliche finanziellen Verpflichtungen auch künftig erfüllt werden können.
Bemerkenswert ist, dass die Gesellschaft im Berichtsjahr trotz des negativen Jahresergebnisses insgesamt 500.000 Euro an ihre 103 Kommanditisten ausgeschüttet hat. Möglich war dies aufgrund der vorhandenen Liquiditätsreserven und der insgesamt stabilen Finanzierungsstruktur. Gleichzeitig besteht weiterhin eine offene Forderung gegenüber dem insolventen Direktvermarkter Clean Energy Sourcing aus dem Jahr 2017. Nach Einschätzung des Insolvenzverwalters ist zwar mit einer Insolvenzquote von mindestens 20 Prozent zu rechnen, ein Abschluss des Verfahrens wird jedoch frühestens Ende 2025 erwartet.
Mit Blick auf die Zukunft arbeitet die Gesellschaft bereits an der Weiterentwicklung des Windparks. Derzeit wird ein Repowering geprüft, bei dem ältere Windenergieanlagen durch moderne und leistungsfähigere Anlagen ersetzt werden könnten. Erste Investitionen sind bereits im laufenden Geschäftsjahr möglich. Trotz der derzeit schwierigen Rahmenbedingungen rechnet die Geschäftsführung insgesamt mit einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung und sieht aufgrund der soliden Finanzierungsstruktur auch bei erneut schwachen Windjahren keine Gefahr für den Fortbestand des Unternehmens.
Insgesamt zeigt der Jahresabschluss, dass die BürgerWindpark Haaren-Leiberg GmbH & Co. KG ein wetterbedingt schwieriges Geschäftsjahr bewältigen musste. Der Umsatz- und Ergebnisrückgang ist vor allem auf außergewöhnlich schlechte Windverhältnisse sowie niedrigere Strompreise zurückzuführen. Gleichzeitig sprechen die solide Eigenkapitalquote, der kontinuierliche Schuldenabbau, die stabile Liquidität und die geplanten Investitionen in ein Repowering dafür, dass das Unternehmen wirtschaftlich weiterhin gut aufgestellt ist und die Belastungen als vorübergehend einzustufen sind.