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Trump droht Kanada wegen Waldbrandrauchs mit neuen Zöllen

geralt (CC0), Pixabay

US-Präsident Donald Trump hat den Ton im Handelsstreit mit Kanada erneut verschärft und dem Nachbarland mit zusätzlichen Zöllen gedroht. Auslöser sind die anhaltenden Waldbrände in Kanada, deren Rauch in den vergangenen Tagen weite Teile der Vereinigten Staaten erreicht hat. Besonders im Mittleren Westen und an der Ostküste verschlechterte sich die Luftqualität erheblich, weshalb Behörden Gesundheitswarnungen herausgaben.

Trump erklärte auf seiner Plattform Truth Social, Kanada komme seiner Verantwortung bei der Bewirtschaftung seiner Wälder nicht ausreichend nach. Die Vereinigten Staaten würden dadurch mit „schmutziger, verschmutzter und ungesunder Luft“ belastet. Die dadurch entstehenden Kosten für die USA müssten nach seiner Auffassung künftig auf die bereits bestehenden Zölle gegen kanadische Waren aufgeschlagen werden. Konkrete Angaben zur Höhe möglicher neuer Zölle oder zu deren Umsetzung machte der Präsident zunächst nicht.

Die aktuellen Waldbrände zählen zu den schwersten der diesjährigen Saison. In Kanada brennen Hunderte Feuer, viele davon außer Kontrolle. Besonders die Provinz Ontario ist betroffen, wo bereits Hunderttausende Hektar Wald zerstört wurden und zahlreiche Gemeinden evakuiert werden mussten. Die Rauchwolken ziehen je nach Wetterlage weit über die Landesgrenze hinaus und beeinträchtigen die Luftqualität in zahlreichen US-Bundesstaaten.

Auch der Bundesstaat New Jersey bekommt die Auswirkungen deutlich zu spüren. Dort soll am Sonntagabend (deutscher Zeit) das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Spanien und Argentinien stattfinden. Die Behörden beobachten die Luftqualität kontinuierlich. Bislang gibt es keine Hinweise auf eine Absage des Endspiels, dennoch stehen die Gesundheitsrisiken für Zuschauer, Spieler und Einsatzkräfte im Fokus.

Aus Kanada kommt deutlicher Widerspruch gegen Trumps Vorwürfe. Die Regierung verweist darauf, dass sie Milliardenbeträge in den Wald- und Brandschutz investiert habe und seit Jahren eng mit den Vereinigten Staaten bei der Bekämpfung grenzüberschreitender Waldbrände zusammenarbeite. Zudem betonen Experten, dass die zunehmende Häufigkeit und Intensität der Brände vor allem auf anhaltende Trockenheit, extreme Hitze und die Folgen des Klimawandels zurückzuführen seien.

Beobachter sehen in Trumps Ankündigung auch eine politische Dimension. Der US-Präsident nutzt Zölle seit Langem als außen- und wirtschaftspolitisches Druckmittel. Bereits in der Vergangenheit hatte er Kanada wiederholt mit Strafzöllen belegt oder deren Ausweitung angekündigt. Die jüngste Drohung dürfte die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten zusätzlich belasten.

Wirtschaftsexperten weisen allerdings darauf hin, dass Waldbrandrauch ein grenzüberschreitendes Naturphänomen ist und sich nur begrenzt kontrollieren lässt. Die Ausbreitung der Rauchwolken hängt maßgeblich von Wind- und Wetterverhältnissen ab. Zudem kämpfen auch die Vereinigten Staaten regelmäßig mit schweren Waldbränden und deren Folgen. Nach offiziellen Angaben wurden allein in den USA im laufenden Jahr bereits Millionen Hektar Land durch Feuer zerstört.

Ob Trump seine Ankündigung tatsächlich in konkrete Zollmaßnahmen umsetzt, bleibt offen. Fest steht jedoch, dass die Diskussion über die Waldbrände inzwischen weit über Umwelt- und Gesundheitsthemen hinausgeht und zunehmend auch die Handels- und Außenpolitik zwischen den beiden eng miteinander verflochtenen Staaten beeinflusst.

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