Für Menschen gilt: Waschbären sind normalerweise nicht gefährlich, aber sie sind Wildtiere, die man weder anfassen noch füttern sollte. Es gibt einige Situationen, in denen sie durchaus ein Gesundheits- oder Sicherheitsrisiko darstellen können.
Können Waschbären Menschen angreifen?
In der Regel nein. Waschbären meiden den Menschen und sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Fühlen sie sich jedoch bedrängt oder können sie nicht fliehen – etwa weil sie in die Enge getrieben werden oder ihre Jungen verteidigen –, können sie:
- beißen,
- kratzen,
- sich heftig zur Wehr setzen.
Ihre scharfen Krallen und kräftigen Zähne können dabei ernsthafte Verletzungen verursachen.
Welche Krankheiten können Waschbären übertragen?
Die größere Gefahr geht nicht vom Tier selbst, sondern von Krankheitserregern aus.
Mögliche Risiken sind:
- Waschbärspulwurm (Baylisascaris procyonis): Die Eier werden mit dem Kot ausgeschieden. Gelangen sie versehentlich über verschmutzte Hände oder Erde in den Mund, können sie in seltenen Fällen schwere Erkrankungen verursachen. Besonders gefährdet sind kleine Kinder, die im Garten spielen.
- Leptospirose: Bakterien, die über den Urin übertragen werden können und beim Menschen Fieber sowie Nieren- oder Leberschäden verursachen können.
- Salmonellen und andere Darmbakterien, die über Kot übertragen werden können.
- Parasiten wie Flöhe, Zecken oder Milben, die weitere Krankheitserreger übertragen können.
Deutschland gilt seit 2008 als frei von klassischer Tollwut bei Landtieren. Das Risiko, sich hierzulande über einen Waschbären mit Tollwut anzustecken, ist daher äußerst gering.
Was bedeutet das für Hausbesitzer?
Waschbären können erhebliche Sachschäden verursachen:
- Dämmmaterial auf Dachböden zerstören,
- Dachziegel verschieben,
- Kabel beschädigen,
- Mülltonnen öffnen,
- Obstbäume und Gemüsebeete plündern,
- Hühnerställe oder Volieren aufsuchen.
Wie sollte man sich verhalten?
Wer einem Waschbären begegnet, sollte:
- Abstand halten,
- das Tier nicht füttern,
- keine Jungtiere anfassen,
- Mülltonnen gut verschließen,
- Tierfutter nachts nicht im Freien stehen lassen,
- Dachöffnungen sichern.
Findet man Kot auf dem Dachboden oder im Garten, sollte dieser wegen möglicher Parasiten nicht ungeschützt entfernt werden. Empfehlenswert sind Handschuhe, eine Atemschutzmaske und anschließend gründliches Händewaschen.
Fazit
Für gesunde Erwachsene stellen Waschbären im normalen Alltag keine akute Gefahr dar. Problematisch wird es vor allem dann, wenn Menschen versuchen, die Tiere anzufassen oder wenn sie mit Kot oder Urin in Kontakt kommen. Die größte Herausforderung sind derzeit weniger Angriffe auf Menschen als vielmehr Sachschäden an Gebäuden und die möglichen Auswirkungen der stark wachsenden Waschbärbestände auf heimische Tierarten. Über deren tatsächlichen Einfluss wird unter Fachleuten allerdings weiterhin kontrovers diskutiert.