Die Finanzaufsicht Bafin schlägt erneut Alarm: Diesmal richtet sich die Warnung gegen die Internetseiten lumen-ki.de und lumen-ki.app, auf denen unter dem Namen LumenAI offenbar unerlaubt Finanz- und Kryptowerte-Dienstleistungen angeboten werden. Besonders brisant: Nach Angaben der Behörde handelt es sich um einen Fall von Identitätsmissbrauch. Die Betreiber erwecken den Eindruck, die Angebote stammten von der Berliner NAGA Pay GmbH – tatsächlich besteht jedoch keinerlei Verbindung zwischen dem lizenzierten Unternehmen und den Internetseiten.
Täuschend echt – aber ohne Erlaubnis
Immer häufiger nutzen Betrüger bekannte Firmennamen oder täuschend echt wirkende Impressen, um Vertrauen bei potenziellen Anlegern zu schaffen. Genau dieses Muster sieht die Bafin auch im aktuellen Fall. Wer die Websites besucht, könnte den Eindruck gewinnen, ein reguliertes Finanzunternehmen biete dort moderne KI-gestützte Anlage- oder Kryptodienstleistungen an.
Nach den Erkenntnissen der Finanzaufsicht trifft das jedoch nicht zu. Vielmehr bieten die unbekannten Betreiber ihre Dienstleistungen offenbar ohne die gesetzlich vorgeschriebene Erlaubnis an.
KI als neuer Köder für Anleger
Der Name „LumenAI“ greift einen aktuellen Trend auf. Künstliche Intelligenz gilt vielen Anlegern als Zukunftstechnologie. Genau dieses Interesse machen sich unseriöse Anbieter zunehmend zunutze. Sie werben mit angeblich automatisierten Handelsprogrammen, KI-gestützten Renditeprognosen oder intelligenten Kryptoinvestments, ohne ihre Versprechen belegen zu können.
Für Verbraucher ist häufig kaum erkennbar, ob hinter einer professionell gestalteten Website tatsächlich ein reguliertes Finanzunternehmen steht oder lediglich Betrüger, die auf schnelle Einzahlungen aus sind.
Identitätsmissbrauch wird immer häufiger
Der aktuelle Fall reiht sich in eine wachsende Zahl ähnlicher Warnungen der Bafin ein. Immer öfter kopieren Kriminelle Namen, Logos oder Unternehmensdaten seriöser Finanzdienstleister. Ziel ist es, das Vertrauen potenzieller Anleger zu gewinnen und Geldüberweisungen auf Konten der Täter zu erreichen.
Für die betroffenen Unternehmen bedeutet das erheblichen Imageschaden, obwohl sie selbst keinerlei Verbindung zu den betrügerischen Angeboten haben.
So können sich Verbraucher schützen
Vor einer Geldanlage sollten Anleger grundsätzlich prüfen, ob ein Anbieter tatsächlich über eine Zulassung der Bafin verfügt. Diese lässt sich kostenlos über die Unternehmensdatenbank der Finanzaufsicht überprüfen.
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn außergewöhnlich hohe Renditen versprochen werden, künstliche Intelligenz als Garant für Gewinne dargestellt wird oder Interessenten zu schnellen Entscheidungen gedrängt werden. Auch Impressum, Domain und Kontoverbindungen sollten genau kontrolliert werden.
Wer bereits Geld überwiesen oder persönliche Daten angegeben hat, sollte umgehend seine Bank informieren, Beweise sichern und Strafanzeige erstatten.
Mit ihrer aktuellen Warnung macht die Bafin deutlich: Moderne Betrugsmaschen setzen zunehmend auf Schlagworte wie Künstliche Intelligenz, Kryptowährungen und automatisierten Handel. Gerade deshalb sollten Anleger Werbeversprechen kritisch hinterfragen und sich nicht allein von einem professionellen Internetauftritt oder bekannten Firmennamen täuschen lassen.