Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt erneut vor einem mutmaßlich unseriösen Finanzanbieter im Internet. Diesmal richtet sich die Warnung gegen die Website watermarkinvestments.com, auf der nach Erkenntnissen der Finanzaufsicht ohne die erforderliche Erlaubnis Finanz-, Wertpapier- und Kryptowerte-Dienstleistungen angeboten werden. Anleger werden eindringlich aufgefordert, bei Angeboten der Plattform äußerste Vorsicht walten zu lassen.
Nach Angaben der BaFin wirbt die Internetseite mit einer Geschäftsadresse in Princeton im US-Bundesstaat New Jersey. Unter dieser Anschrift ist tatsächlich die Watermark Group, Inc. bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) registriert. Die Finanzaufsicht sieht jedoch keinerlei Hinweise darauf, dass dieses Unternehmen tatsächlich hinter den Angeboten der Internetseite steht.
Vielmehr geht die BaFin davon aus, dass es sich um einen mutmaßlichen Identitätsdiebstahl handelt. Offenbar wurden Name, Anschrift und möglicherweise auch die Identität von Führungskräften der Watermark Group, Inc. missbräuchlich verwendet, um Seriosität vorzutäuschen und das Vertrauen potenzieller Anleger zu gewinnen. Solche Methoden gehören zu den häufigsten Betrugsmaschen im Bereich des Online-Anlagebetrugs.
Nach Erkenntnissen der Aufsichtsbehörde ist der Betreiber der Website kein Unbekannter. Bereits zuvor soll derselbe Anbieter unter den Internetadressen blaunexus.inc sowie blaunexus.me aufgetreten sein. Vor diesen Plattformen hatte die BaFin bereits im April 2026 ausdrücklich gewarnt. Der erneute Auftritt unter einem anderen Namen deutet darauf hin, dass die Verantwortlichen versuchen, trotz behördlicher Warnungen weiterhin Anleger anzusprechen.
In Deutschland dürfen Unternehmen Finanzdienstleistungen, Wertpapiergeschäfte oder Dienstleistungen rund um Kryptowerte nur mit einer entsprechenden Erlaubnis der BaFin anbieten. Diese Zulassung soll sicherstellen, dass Anbieter bestimmte gesetzliche Anforderungen erfüllen und unter staatlicher Aufsicht stehen. Fehlt eine solche Erlaubnis, besteht für Anleger ein deutlich erhöhtes Risiko, Opfer von Betrug oder unseriösen Geschäftspraktiken zu werden.
Die BaFin weist darauf hin, dass Verbraucher vor jeder Geldanlage sorgfältig prüfen sollten, ob ein Anbieter tatsächlich über eine gültige Zulassung verfügt. Hierfür stellt die Behörde eine öffentliche Unternehmensdatenbank zur Verfügung, in der alle zugelassenen Finanzdienstleister aufgeführt sind. Fehlt ein Unternehmen dort, sollten Anleger besonders vorsichtig sein und keine Zahlungen leisten.
Gerade im Bereich von Online-Investitionen und Kryptowährungen häufen sich in den vergangenen Jahren Fälle, in denen Betrüger bekannte Firmennamen oder registrierte Unternehmen missbrauchen, um Vertrauen zu schaffen. Häufig werden professionell gestaltete Internetseiten, gefälschte Zulassungsnummern oder frei erfundene Ansprechpartner genutzt, um den Eindruck eines seriösen Finanzunternehmens zu vermitteln.
Verbraucherschützer empfehlen deshalb, Anlageangebote mit außergewöhnlich hohen Renditeversprechen grundsätzlich kritisch zu hinterfragen. Auch Zeitdruck, aggressive Werbung oder Aufforderungen zu schnellen Überweisungen gelten als typische Warnsignale. Wer unsicher ist, sollte sich vor einer Investition bei der BaFin oder einer unabhängigen Verbraucherberatung informieren.
Die aktuelle Warnung macht erneut deutlich, wie professionell Betrüger inzwischen vorgehen. Durch den Missbrauch der Identität tatsächlich existierender Unternehmen fällt es selbst erfahrenen Anlegern oft schwer, seriöse Angebote von betrügerischen Plattformen zu unterscheiden. Umso wichtiger ist eine sorgfältige Prüfung des Anbieters, bevor Geld investiert wird.
Mit ihrer Veröffentlichung möchte die BaFin Verbraucher vor möglichen finanziellen Schäden schützen und zugleich darauf aufmerksam machen, dass sich unseriöse Anbieter häufig unter wechselnden Namen im Internet präsentieren. Anleger sollten deshalb stets wachsam bleiben und vermeintlich attraktive Investmentangebote genau überprüfen, bevor sie persönliche Daten preisgeben oder Geld überweisen.