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Neue Förderung gegen Wohnraummangel: Bis zu 30.000 Euro Zuschuss für den Umbau leerer Büros

Pexels (CC0), Pixabay

Mit einem neuen Förderprogramm will die Bundesregierung den angespannten Wohnungsmarkt entlasten und gleichzeitig den zunehmenden Leerstand vieler Büro- und Gewerbeimmobilien sinnvoll nutzen. Ab dem 1. Juli können Investoren finanzielle Zuschüsse beantragen, wenn sie bislang ungenutzte Gewerbeflächen in Wohnungen umwandeln. Das Bundesbauministerium unterstützt jedes neu geschaffene Zuhause mit bis zu 30.000 Euro. Pro Investor beträgt die maximale Fördersumme 300.000 Euro.

Bundesbauministerin Verena Hubertz bezeichnet das Programm als wichtigen Baustein, um schneller zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Angesichts der anhaltenden Wohnungsnot in vielen Städten sei es sinnvoll, bestehende Gebäude besser zu nutzen, anstatt ausschließlich auf kosten- und zeitintensive Neubauprojekte zu setzen. Bereits im April hatte die Ministerin das Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“ angekündigt. Nun beginnt offiziell die Antragsphase.

Der Handlungsbedarf ist groß. Deutschland leidet seit Jahren unter einem erheblichen Wohnungsmangel. Besonders in Ballungszentren übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich. Gleichzeitig hat sich der Immobilienmarkt in den vergangenen Jahren verändert. Durch die zunehmende Verbreitung von Homeoffice und hybriden Arbeitsmodellen benötigen viele Unternehmen deutlich weniger Büroflächen als noch vor der Corona-Pandemie. Zahlreiche Bürogebäude stehen deshalb teilweise oder vollständig leer.

Genau dieses Potenzial möchte die Bundesregierung künftig stärker ausschöpfen. Statt leerstehende Bürohäuser verfallen zu lassen, sollen sie in moderne Wohnungen umgewandelt werden. Dabei geht es nicht nur um ehemalige Bürokomplexe, sondern auch um leerstehende Verwaltungsgebäude, Geschäftsimmobilien oder andere gewerblich genutzte Objekte, die sich grundsätzlich für eine Wohnnutzung eignen.

Allerdings ist die Umwandlung solcher Gebäude häufig deutlich aufwendiger als ein Neubau. Viele Bürohäuser verfügen über völlig andere Grundrisse, Belichtungsverhältnisse oder technische Anlagen als Wohngebäude. Hinzu kommen umfangreiche Anforderungen an Brandschutz, Schallschutz, Energieeffizienz, Barrierefreiheit sowie die Installation neuer Sanitär- und Heiztechnik. Gerade diese hohen Umbaukosten haben Investoren bislang häufig abgeschreckt. Die neuen Zuschüsse sollen diese finanzielle Hürde deutlich senken.

Nach Einschätzung von Immobilienexperten bietet die Umnutzung bestehender Gebäude erhebliche Chancen. Einerseits können zusätzliche Wohnungen deutlich schneller entstehen als bei Neubauprojekten, die oft jahrelange Planungs- und Genehmigungsverfahren durchlaufen müssen. Andererseits werden bereits vorhandene Gebäude weiter genutzt, wodurch Ressourcen geschont und zusätzliche Flächenversiegelungen vermieden werden können. Auch aus klimapolitischer Sicht gilt der Erhalt bestehender Bausubstanz häufig als nachhaltiger als Abriss und Neubau.

Von der Förderung könnten vor allem Städte profitieren, in denen sich der Büromarkt zuletzt spürbar abgeschwächt hat. Während moderne Büroflächen weiterhin gefragt bleiben, stehen ältere Gebäude vielerorts zunehmend leer. Durch eine Umwandlung könnten ganze Stadtquartiere neu belebt und bestehende Infrastruktur wie Schulen, Einkaufsmöglichkeiten oder der öffentliche Nahverkehr besser ausgelastet werden.

Obwohl die Förderung grundsätzlich begrüßt wird, weisen Fachleute auch auf Grenzen hin. Nicht jede Gewerbeimmobilie eignet sich für den Umbau zu Wohnungen. Manche Gebäude verfügen über zu geringe Fensterflächen, ungeeignete Raumtiefen oder statische Besonderheiten, die eine Wohnnutzung wirtschaftlich kaum möglich machen. Zudem sind häufig Anpassungen der kommunalen Bebauungspläne oder Genehmigungen erforderlich, was die Umsetzung verzögern kann.

Dennoch gilt das Programm als wichtiger Baustein der Wohnungsbaupolitik. Während der klassische Neubau vielerorts unter steigenden Baukosten, hohen Zinsen und Fachkräftemangel leidet, soll die Umnutzung bestehender Immobilien schneller zusätzlichen Wohnraum schaffen. Die Bundesregierung setzt damit verstärkt auf die Devise: Bestehende Gebäude besser nutzen, statt immer neue Flächen zu bebauen.

Ob die Förderung ausreicht, um Investoren in größerem Umfang für solche Projekte zu gewinnen, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen. Klar ist jedoch schon jetzt: Angesichts des anhaltenden Wohnungsmangels rücken leerstehende Bürogebäude zunehmend in den Mittelpunkt der deutschen Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik.

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