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Warnstreik im Hamburger Einzelhandel: Kunden müssen sich auf leere Regale und längere Wartezeiten einstellen

wewahn (CC0), Pixabay

Kundinnen und Kunden in Hamburg müssen sich in den kommenden Tagen auf Einschränkungen beim Einkauf einstellen. Die Gewerkschaft ver.di hat Beschäftigte mehrerer Supermarkt- und Discounterketten für Donnerstag und Freitag zu Warnstreiks aufgerufen. Betroffen sind unter anderem Filialen von Kaufland, Netto, Rewe und Penny. Bereits am Donnerstag sollen zudem Beschäftigte der Famila-Märkte die Arbeit niederlegen.

Nach Angaben der Gewerkschaft könnte der Arbeitskampf spürbare Auswirkungen auf den Einkauf haben. So seien längere Wartezeiten an den Kassen, Verzögerungen bei der Warenverräumung sowie teilweise leere Regale möglich. Auch Frischetheken könnten nur eingeschränkt oder gar nicht besetzt sein.

Tarifverhandlungen ohne Einigung

Hintergrund der Warnstreiks sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen im Einzelhandel. Die Gewerkschaft ver.di fordert für die Beschäftigten eine Entgelterhöhung von sieben Prozent sowie einen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von einem Jahr.

Die Arbeitgeberseite, vertreten durch den Handelsverband Nord, bietet dagegen eine Lohnerhöhung von insgesamt 3,5 Prozent in zwei Stufen bei einer Laufzeit von zwei Jahren an. Beide Seiten liegen damit weiterhin deutlich auseinander.

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 9. Juli vorgesehen.

Weitere Arbeitskämpfe im Einzelhandel

Die aktuellen Warnstreiks sind Teil einer bereits seit mehreren Wochen andauernden Tarifauseinandersetzung. Bereits im Mai sowie Anfang Juni hatte ver.di Beschäftigte verschiedener Handelsunternehmen zum Arbeitskampf aufgerufen. Damals beteiligten sich unter anderem Mitarbeitende von Modehäusern, Möbelhändlern, Großmärkten und Supermärkten an den Protestaktionen.

Mit den erneuten Warnstreiks möchte die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber vor der nächsten Tarifrunde erhöhen.

Auswirkungen für Verbraucher

Für Kundinnen und Kunden bedeutet der Warnstreik vor allem organisatorische Einschränkungen. Je nach Filiale kann es zu längeren Wartezeiten an den Kassen kommen. Darüber hinaus könnten einzelne Waren zeitweise nicht verfügbar sein, wenn Regale nicht rechtzeitig aufgefüllt werden. Auch die Bedienung an Frischetheken könnte eingeschränkt sein.

Wer größere Einkäufe plant, sollte deshalb mehr Zeit einplanen oder gegebenenfalls auf andere Einkaufstage beziehungsweise Filialen ausweichen.

Rund 90.000 Beschäftigte betroffen

Nach Angaben von ver.di arbeiten im Hamburger Einzelhandel rund 90.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Der Ausgang der Tarifverhandlungen dürfte daher für einen großen Teil der Branche von Bedeutung sein.

Ob es nach der nächsten Gesprächsrunde am 9. Juli zu einer Einigung kommt oder weitere Warnstreiks folgen, bleibt zunächst offen. Bis dahin müssen sich Verbraucher in Hamburg auf mögliche Einschränkungen beim Einkauf einstellen.

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