Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat die neue PKV-Sterbetafel 2027 veröffentlicht. Die aktuellen Berechnungen zeigen, dass sich die Sterbewahrscheinlichkeiten im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig verändert haben. Grundlage der neuen Tabelle sind Auswertungen des Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband).
Wichtige Grundlage für die Tarifkalkulation
Sterbetafeln gehören zu den zentralen versicherungsmathematischen Grundlagen der privaten Krankenversicherung. Sie dienen dazu, die statistische Lebenserwartung und die Wahrscheinlichkeit bestimmter Leistungsfälle zu berechnen.
Auf dieser Basis kalkulieren die Versicherungsunternehmen unter anderem:
- Beiträge und Prämien,
- Alterungsrückstellungen,
- langfristige Leistungsversprechen,
- sowie die Finanzierung künftiger Versicherungsleistungen.
Anwendung ab 1. Januar 2027 erwartet
Die BaFin erwartet, dass private Krankenversicherungsunternehmen die neue PKV-Sterbetafel 2027 bei:
- der Einführung neuer Tarife,
- sowie bei erforderlichen Beitragsanpassungen
ab dem 1. Januar 2027 berücksichtigen.
Damit soll sichergestellt werden, dass die Kalkulationen auf aktuellen demografischen Daten basieren.
Ausnahmen bei besonderen Bestandsstrukturen möglich
Die Aufsicht weist zugleich darauf hin, dass Abweichungen zulässig sein können. Dies gilt insbesondere dann, wenn einzelne Versicherungsbestände oder Teilbestände besondere Risiken aufweisen und vorsichtigere Annahmen erforderlich machen.
In solchen Fällen müssen die Unternehmen nachvollziehbar dokumentieren,
- warum sie von der veröffentlichten Sterbetafel abweichen,
- und welche versicherungsmathematischen Überlegungen dieser Entscheidung zugrunde liegen.
Stabilität bei den Sterbewahrscheinlichkeiten
Die neuen Daten zeigen insgesamt eine weitgehende Stabilität der Sterbewahrscheinlichkeiten. Größere Veränderungen der Lebenserwartung, die erhebliche Auswirkungen auf die Kalkulation privater Krankenversicherungen hätten, ergeben sich aus der aktuellen Sterbetafel nicht.
Für Versicherte bedeutet die Veröffentlichung daher nicht automatisch bevorstehende Beitragsanpassungen. Die Sterbetafel ist lediglich einer von mehreren Faktoren, die bei der Tarifkalkulation berücksichtigt werden.
Fazit
Mit der Veröffentlichung der PKV-Sterbetafel 2027 stellt die BaFin den privaten Krankenversicherern eine aktualisierte Grundlage für ihre versicherungsmathematischen Berechnungen zur Verfügung. Da sich die Sterbewahrscheinlichkeiten gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig verändert haben, deutet die neue Tabelle auf eine weitgehend stabile Entwicklung der zugrunde liegenden demografischen Annahmen hin.