Von Wanise Feierabend, Houston
Manchmal gibt es Fußballspiele, bei denen man sich schon zur Halbzeit fragt, ob man eigentlich noch die zweite Hälfte braucht. Portugals 5:0 gegen Usbekistan gehörte eindeutig in diese Kategorie.
Bereits nach 45 Minuten hatte die Selecao mit einer komfortablen 3:0-Führung die Weichen auf Sieg gestellt. Während die portugiesischen Fans im Stadion von Houston entspannt ihre Fahnen schwenkten, mussten die Anhänger Usbekistans bereits auf ein kleines Fußballwunder hoffen. Spoiler: Es kam nicht.
Portugal spielte mit der Gelassenheit einer Mannschaft, die genau weiß, dass sie an diesem Abend die deutlich bessere ist. Die Iberer kombinierten sicher, kontrollierten das Mittelfeld und ließen den Usbeken kaum Luft zum Atmen. Selbst als Bruno Fernandes kurz nach der Pause eine gute Möglichkeit liegen ließ und Cristiano Ronaldo wenig später ebenfalls nicht erfolgreich abschloss, geriet der Favorit nie auch nur ansatzweise ins Wanken.
Die endgültige Entscheidung fiel ohnehin wenig später. Als Khusanov den Ball ins eigene Netz beförderte, war die Partie endgültig erledigt. Falls noch jemand im Stadion auf eine überraschende Wende gehofft hatte, durfte er diesen Gedanken spätestens in der 60. Minute begraben.
Dabei muss man Usbekistan zumindest eines zugutehalten: Die Mannschaft gab sich nicht auf. Sie versuchte weiterhin, wenigstens den Ehrentreffer zu erzielen. Doch Portugals Defensive zeigte sich aufmerksam, diszipliniert und nahezu fehlerfrei. Was die Usbeken auch versuchten – die Antwort Portugals lautete stets: „Heute nicht.“
Als Rafael Leão kurz vor Schluss noch das fünfte Tor nachlegte, bekam das Ergebnis schließlich genau die Höhe, die der Spielverlauf verdient hatte. Ein 5:0 klingt brutal. Noch brutaler war allerdings die Überlegenheit, mit der Portugal dieses Spiel über weite Strecken dominierte.
Für Portugal bedeutet der Erfolg vorerst die Tabellenführung in Gruppe K. Für Usbekistan bleibt die Realität deutlich unangenehmer: null Punkte, Tabellenende und die Erkenntnis, dass man auf diesem WM-Niveau gegen Top-Nationen noch einiges aufzuholen hat.
Hier in Houston verlässt die portugiesische Fangemeinde jedenfalls bestens gelaunt das Stadion. Und ganz ehrlich: Wer fünf Tore schießt, kaum Chancen zulässt und dabei nicht einmal an seine Leistungsgrenze gehen muss, der darf sich durchaus Hoffnungen auf mehr machen als nur den Gruppensieg.
Portugal hat an diesem Abend jedenfalls eine klare Botschaft an die Konkurrenz gesendet: Mit der Selecao ist bei dieser Weltmeisterschaft zu rechnen.