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Panama spielt, Kroatien trifft: Ein grausamer Fußballabend für die Canaleros

Fußball kann manchmal ein ziemlich ungerechtes Spiel sein.

Fragen Sie einfach die Spieler aus Panama.

Zum zweiten Mal bei dieser Weltmeisterschaft verlassen die Canaleros den Platz als Verlierer, obwohl sie über weite Strecken alles investierten, was eine Mannschaft investieren kann. Zum zweiten Mal steht am Ende ein 0:1 auf der Anzeigetafel. Und zum zweiten Mal dürften sich viele neutrale Zuschauer gefragt haben, wie dieses Ergebnis eigentlich zustande gekommen ist.

Panama spielte mutig, aggressiv und mit einer Leidenschaft, die man bei manchen großen Fußballnationen vermisst. Die Mittelamerikaner suchten immer wieder den Weg nach vorne, trafen sogar das Aluminium und zwangen Kroatiens Torhüter Dominik Livaković mehrfach zu spektakulären Rettungsaktionen.

Kurz gesagt: Panama spielte wie eine Mannschaft, die unbedingt gewinnen wollte.

Kroatien dagegen spielte lange Zeit wie eine Mannschaft, die noch nicht ganz wusste, wie.

Die Vize-Weltmeister von 2018 wirkten ungewohnt schwerfällig, fanden kaum kreative Lösungen und hatten große Probleme mit der Dynamik und dem Tempo der Panamesen. Viele ihrer Angriffe verliefen im Nichts, während Panama von Minute zu Minute selbstbewusster wurde.

Doch genau deshalb lieben und hassen wir diesen Sport gleichermaßen.

Denn während Panama Chancen sammelte, sammelte Kroatien Geduld.

Und dann kam dieser eine Angriff.

Eine sauber vorgetragene Aktion, ein Moment der Konzentration, ein Abschluss von Ante Budimir – und plötzlich stand es 1:0 für Kroatien.

Es war der klassische Moment, in dem Fußball seine grausame Seite zeigt.

Die bessere Mannschaft lag hinten.

Panama versuchte danach noch einmal alles. Die Spieler rannten, kämpften und warfen die letzten Reserven in die Waagschale. Doch der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Stattdessen lief die Uhr erbarmungslos weiter.

Als der Schlusspfiff ertönte, war die Enttäuschung auf Seiten Panamas entsprechend groß.

Und sie ist verständlich.

Mit null Punkten aus zwei Spielen ist das WM-Abenteuer bereits vor dem abschließenden Duell gegen England beendet. Die Canaleros haben sich teuer verkauft, doch schöne Leistungen bringen bei Weltmeisterschaften leider keine Tabellenpunkte.

Kroatien dürfte das herzlich egal sein.

Die Mannschaft von Zlatko Dalić hat genau das getan, was erfolgreiche Turniermannschaften tun müssen: Sie hat ein schwieriges Spiel gewonnen, obwohl nicht alles funktionierte.

Man wird in Zagreb heute Nacht nicht von einem Fußballfest sprechen. Aber man wird von drei enorm wichtigen Punkten sprechen.

Und genau darum geht es bei Weltmeisterschaften.

Für Kroatien steht das Tor zur K.-o.-Phase nun weit offen. Im letzten Gruppenspiel gegen Ghana dürfte bereits ein Unentschieden reichen, um das Weiterkommen perfekt zu machen. Mit einem Sieg wäre sogar der Gruppensieg möglich.

Panama hingegen bleibt nur der Trost, dass die Mannschaft deutlich besser war, als es die nackten Ergebnisse vermuten lassen.

Doch manchmal schreibt die Tabelle ihre eigene Geschichte.

Und die ist an diesem Abend in Houston für Panama besonders bitter ausgefallen.

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