Wenn jemand noch Zweifel hatte, ob Spanien bei dieser Weltmeisterschaft zu den ganz heißen Titelkandidaten gehört, dann hat die Mannschaft von Luis de la Fuente diese Fragen gegen Saudi-Arabien ziemlich überzeugend beantwortet. Nach dem eher holprigen Auftritt gegen Kap Verde präsentierte sich die Furia Roja plötzlich wieder wie eine Mannschaft, die Fußball nicht nur spielen, sondern regelrecht zelebrieren kann.
Schon in der ersten Halbzeit wirbelten die Spanier ihre Gegner nach Belieben durcheinander. Vor allem Wunderkind Lamine Yamal und der überragende Mikel Oyarzabal sorgten dafür, dass die Partie bereits zur Pause praktisch entschieden war. Das 3:0 fühlte sich dabei sogar noch schmeichelhaft für die Saudis an, die froh sein konnten, nicht noch höher zurückzuliegen.
Wer auf eine Aufholjagd der Grünen Falken gehofft hatte, wurde kurz nach Wiederbeginn endgültig enttäuscht. Ein Eigentor besiegelte das 4:0 und machte deutlich, wie groß der Klassenunterschied an diesem Abend war. Zwar bemühte sich Saudi-Arabien danach redlich, zumindest Schadensbegrenzung zu betreiben, doch offensiv blieb der Beitrag der Mannschaft von Georgios Donis eher überschaubar. Spanien kontrollierte das Geschehen nach Belieben und schaltete gefühlt bereits einen Gang zurück.
Fast hätte Ferran Torres in der Nachspielzeit sogar noch das fünfte Tor nachgelegt. Doch der VAR hatte etwas dagegen und entdeckte eine hauchdünne Abseitsstellung. Für die Spanier dürfte das zu verschmerzen sein – schließlich war die Botschaft auch so deutlich genug.
Besonders beeindruckend war die Leichtigkeit, mit der Spanien den Ball laufen ließ. Plötzlich wirkten die Europameister wieder wie jene Mannschaft, die Gegner müde spielt, Lücken findet und jede Unsicherheit gnadenlos bestraft. Genau das hatte man gegen Kap Verde vermisst.
Für Saudi-Arabien ist trotz der deutlichen Niederlage übrigens noch längst nicht alles verloren. Da acht der zwölf Gruppendritten die K.-o.-Runde erreichen, lebt die Hoffnung auf das Weiterkommen weiter. Gegen Kap Verde wartet nun ein echtes Endspiel.
Spanien dagegen darf schon vom Gruppensieg träumen. Am Samstag kommt es zum direkten Duell mit Uruguay, und nach dieser Vorstellung dürfte die Celeste gewarnt sein. Wenn Yamal, Oyarzabal und Co. erneut so spielfreudig auftreten, könnte das eines der großen WM-Highlights der Gruppenphase werden.
Eure Wanise sagt: Spanien hat den Schalter umgelegt – und die Konkurrenz sollte besser genau hinschauen. Denn wenn die Furia Roja erst einmal ins Rollen kommt, wird es für jeden Gegner ungemütlich.