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Pommes-Aus im ICE: Warum die Deutsche Bahn ihren beliebtesten Klassiker umbaut

Mirko_Fabian (CC0), Pixabay

Für viele Bahnreisende war die Kombination aus Currywurst und Pommes über Jahre hinweg ein fester Bestandteil langer Fahrten im ICE oder IC. Nun verschwindet die wohl bekannteste Beilage aus den Bordbistros. Die Deutsche Bahn ersetzt die klassischen Pommes durch Kartoffelecken – eine Entscheidung, die bei vielen Stammkunden für Verwunderung sorgt und in sozialen Netzwerken bereits intensiv diskutiert wird.

Dabei trifft die Änderung ausgerechnet eines der erfolgreichsten Produkte der Bordgastronomie. Nach Angaben der Bahn werden jährlich rund 600.000 Portionen Currywurst verkauft. Kaum ein anderes warmes Gericht erfreut sich einer vergleichbaren Beliebtheit. Dennoch entschied sich das Unternehmen, die bisherige Rezeptur des Klassikers zu verändern.

Hintergrund ist eine umfassende Modernisierung der gastronomischen Infrastruktur in den Fernzügen. Die Bahn verabschiedet sich schrittweise von Tiefkühlgeräten. Künftig sollen Speisen und Getränke mit weniger technischer Komplexität gelagert werden. Das Unternehmen verspricht sich davon eine höhere Zuverlässigkeit der Bordversorgung und weniger Ausfälle während des Betriebs.

Der Schritt hat jedoch nicht nur organisatorische Gründe. Die Bahn reagiert damit auch auf strengere Umwelt- und Klimavorgaben innerhalb der Europäischen Union. Viele bisher eingesetzte Kältemittel stehen vor dem Aus oder dürfen künftig nur noch eingeschränkt verwendet werden. Anstatt sämtliche Anlagen teuer umzurüsten, entschied sich die Bahn für einen grundsätzlichen Umbau ihres Gastronomiekonzepts.

Die Pommes sind dabei lediglich das sichtbarste Opfer dieser Strategie. Nach und nach werden weitere tiefgekühlte Produkte verschwinden. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass sich das Speisenangebot künftig stärker auf Produkte konzentrieren wird, die ohne aufwendige Tiefkühllogistik auskommen. Dadurch sollen Wartungskosten sinken und die Betriebssicherheit steigen.

Interessant ist dabei, dass die neuen Kartoffelecken nach Angaben der Bahn überraschend gut angenommen werden. Die Verkaufszahlen lägen derzeit deutlich über denen der bisherigen Pommes. Offenbar sind viele Reisende bereit, die neue Beilage auszuprobieren oder empfinden die Wedges sogar als attraktivere Alternative.

Gleichzeitig markiert die Entscheidung einen weiteren Schritt in der Neuausrichtung der Bordgastronomie. Schon in den vergangenen Jahren hat die Bahn ihr Angebot mehrfach angepasst. Regionale Produkte, vegetarische Gerichte und nachhaltigere Konzepte rückten stärker in den Vordergrund. Nun folgt mit dem Verzicht auf Tiefkühltechnik eine weitere strukturelle Veränderung.

Für manche Fahrgäste mag der Verlust der Pommes dennoch symbolischen Charakter haben. Die Currywurst mit Pommes gehörte über Jahrzehnte zu den bekanntesten Gerichten auf deutschen Bahnhöfen und in den Speisewagen der Fernzüge. Sie stand für ein unkompliziertes, vertrautes Reiseerlebnis. Dass nun ausgerechnet dieser Klassiker verändert wird, zeigt, wie tiefgreifend die Veränderungen selbst in alltäglichen Bereichen geworden sind.

Ob sich die Kartoffelecken dauerhaft durchsetzen oder ob die Bahn irgendwann doch wieder zu den klassischen Pommes zurückkehrt, bleibt offen. Fest steht jedoch: Die Bordgastronomie befindet sich im Wandel – und die Currywurst-Reisenden müssen sich künftig an einen neuen Begleiter auf ihrem Tablett gewöhnen.

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