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NFC-Betrug auf dem Vormarsch: So räumen Kriminelle Ihr Konto leer

FuchZ23 (CC0), Pixabay

Cyberkriminelle setzen verstärkt auf eine neue Betrugsmasche, die die NFC-Funktion moderner Smartphones ausnutzt. Sicherheitsforscher schlagen Alarm: Die Zahl der Angriffe auf Android-Nutzer ist innerhalb eines Jahres regelrecht explodiert.

Nach Angaben des IT-Sicherheitsunternehmens Kaspersky stieg die Zahl registrierter NFC-Angriffe in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 188 Prozent. Weltweit wurden zwischen Januar und April mehr als 35.600 entsprechende Angriffe auf Android-Geräte registriert. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch etwa 12.300 Fälle.

Im Zentrum der Betrugswelle stehen Schadprogramme wie „SuperCard X“, „PhantomCard“, „NGate“ oder Varianten des bekannten NFCGate-Tools. Die Software ermöglicht es Kriminellen, sensible Kartendaten auszulesen und für betrügerische Transaktionen zu missbrauchen.

Besonders perfide: Die Täter benötigen häufig keinen direkten Zugriff auf die Bankkarte ihrer Opfer. Stattdessen manipulieren sie die Betroffenen selbst dazu, die Kartendaten preiszugeben.

Bei einer häufig beobachteten Methode geben sich Betrüger über Messenger-Dienste, SMS oder Telefonanrufe als Bankmitarbeiter, Sicherheitsabteilungen oder Behörden aus. Unter einem Vorwand – etwa einer angeblichen Sicherheitsüberprüfung oder einer drohenden Kontosperrung – werden die Opfer aufgefordert, eine bestimmte App auf ihrem Android-Smartphone zu installieren.

Anschließend sollen die Betroffenen ihre Giro- oder Kreditkarte an das Smartphone halten und oftmals zusätzlich ihre PIN eingeben. Was viele nicht wissen: Über die NFC-Schnittstelle werden dabei Kartendaten ausgelesen und an die Angreifer übertragen.

NFC steht für „Near Field Communication“ und wird unter anderem für kontaktloses Bezahlen genutzt. Die Technik ermöglicht den Datenaustausch über kurze Distanzen und ist heute in nahezu allen modernen Smartphones und Bankkarten integriert.

Genau diese Funktion machen sich Kriminelle zunutze. Mit den erbeuteten Informationen können sie unter Umständen digitale Kopien von Zahlungskarten erstellen oder weitere Angriffe vorbereiten. In einigen Fällen gelingt es den Tätern sogar, unberechtigte Abbuchungen vorzunehmen oder Zugang zu Finanzkonten zu erhalten.

Experten warnen deshalb eindringlich davor, Apps aus unbekannten Quellen zu installieren oder auf Aufforderung Dritter Bankkarten an das Smartphone zu halten. Seriöse Banken verlangen niemals per Messenger oder Telefon, dass Kunden ihre Karte scannen oder sensible Sicherheitsdaten eingeben.

Besonders gefährlich wird die Masche, weil die Täter gezielt psychologischen Druck aufbauen. Häufig wird behauptet, das Konto sei gefährdet, es gebe verdächtige Transaktionen oder eine sofortige Sicherheitsprüfung sei erforderlich. Unter Zeitdruck handeln viele Betroffene unüberlegt.

Verbraucher sollten daher grundsätzlich misstrauisch werden, wenn unbekannte Personen zur Installation von Apps auffordern oder Zugangsdaten, PINs und Kartendaten verlangen. Im Zweifel empfiehlt es sich, die eigene Bank direkt über die offiziellen Kontaktwege zu kontaktieren.

Sicherheitsexperten raten außerdem dazu, Apps ausschließlich aus offiziellen Quellen wie dem Google Play Store herunterzuladen, Sicherheitsupdates zeitnah zu installieren und mobile Sicherheitslösungen zu nutzen.

Die stark steigenden Fallzahlen zeigen, dass Cyberkriminelle ihre Methoden ständig weiterentwickeln. Während klassische Phishing-Mails vielen Nutzern inzwischen bekannt sind, eröffnet die Kombination aus Smartphone-Technologie und Social Engineering Betrügern neue Möglichkeiten, an sensible Finanzdaten zu gelangen. Für Verbraucher wird es deshalb immer wichtiger, bei ungewöhnlichen Kontaktaufnahmen und angeblichen Sicherheitswarnungen besonders wachsam zu bleiben.

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