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BaFin verschärft Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung

mohamed_hassan / Pixabay

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) reagiert auf die weltweit zunehmende Finanzkriminalität mit einem deutlichen Ausbau ihrer Kontroll- und Ermittlungsstrukturen. Hintergrund sind rasant steigende illegale Geldströme, die nach Schätzungen inzwischen ein globales Volumen von rund 4,4 Billionen US-Dollar erreicht haben.

Besonders Deutschland steht wegen seines großen Finanzmarktes und seiner internationalen Wirtschaftsverflechtungen verstärkt im Fokus von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und unerlaubten Finanzgeschäften. Die BaFin kündigte deshalb an, ihre Aufsicht in diesen Bereichen massiv auszubauen.

Im Mittelpunkt steht künftig vor allem die Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Dafür sollen rund 30 zusätzliche Stellen geschaffen werden, um Prüfungen und Ermittlungen deutlich zu intensivieren. Gleichzeitig will die Finanzaufsicht ihre personellen Ressourcen stärker auf besonders risikobehaftete Bereiche konzentrieren.

BaFin-Präsident Mark Branson erklärte, man verlagere gezielt Kapazitäten dorthin, wo Risiken steigen. Neben Geldwäscheprävention betrifft das auch die Aufsicht über Cyber-Risiken sowie den Vertrieb von Investmentprodukten. Zudem sollen die forensischen Fähigkeiten der Behörde weiter ausgebaut werden.

Die Finanzaufsicht reagiert damit auf eine Entwicklung, die Sicherheitsbehörden weltweit zunehmend Sorgen bereitet: Kriminelle Netzwerke arbeiten immer professioneller, internationaler und technologisch ausgefeilter. Moderne Kommunikationsmittel, Kryptowährungen und digitale Zahlungswege erschweren es Behörden zunehmend, illegale Geldflüsse nachzuvollziehen.

Hinzu kommt, dass organisierte Kriminalität, Betrugsnetzwerke und Terrorgruppen ihre Methoden laufend anpassen. Geldwäsche erfolgt heute oft grenzüberschreitend über komplexe Firmenkonstruktionen, Online-Plattformen oder digitale Finanzsysteme.

Die BaFin will deshalb ihre internen Strukturen neu ordnen. Zum 1. Juli 2026 wird die bisherige Abwicklungsfunktion aus dem Geschäftsbereich A herausgelöst und in den zentralen Bereich SPS integriert. Dort sollen künftig zentrale Aufgaben rund um Finanzstabilität gebündelt werden.

Auch die Bezeichnungen der Geschäftsbereiche ändern sich. Das Kürzel SPS bleibt zwar erhalten, künftig steht das zweite „S“ jedoch für „Stabilität“ statt bisher „Steuerung“. Der Bereich A wiederum wird künftig für „Anti-Financial-Crime“ stehen.

Damit will die BaFin nach eigenen Angaben die Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und unerlaubten Finanzgeschäften enger miteinander verzahnen.

Die Behörde steht dabei auch selbst unter Druck. In den vergangenen Jahren war Deutschland international wiederholt wegen Schwächen bei der Geldwäschebekämpfung kritisiert worden. Besonders Fälle wie der milliardenschwere Wirecard-Skandal oder Probleme bei der Kontrolle verdächtiger Finanztransaktionen hatten Zweifel an der Wirksamkeit der Aufsicht ausgelöst.

Kritiker bemängeln seit Jahren, dass Deutschland im internationalen Vergleich lange als attraktiver Standort für Geldwäsche galt – unter anderem wegen komplexer Zuständigkeiten, unzureichender Kontrollen und langsamer Ermittlungsverfahren.

Mit der geplanten Neuaufstellung versucht die BaFin nun offenbar auch, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Ziel sei es, kriminellen Akteuren den Missbrauch des deutschen Finanzsystems „so schwer wie möglich“ zu machen.

Experten begrüßen grundsätzlich den stärkeren Fokus auf Finanzkriminalität, warnen jedoch zugleich davor, dass die Herausforderungen enorm bleiben. Denn Geldwäsche-Netzwerke agieren meist international und bewegen enorme Summen innerhalb kürzester Zeit über digitale Systeme.

Hinzu kommt die wachsende Bedeutung von Kryptowährungen und digitalen Finanzplattformen, die neue Möglichkeiten für Verschleierung und grenzüberschreitende Transfers schaffen.

Die verschärften Maßnahmen der BaFin zeigen daher, wie ernst die Lage inzwischen eingeschätzt wird. Der Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung entwickelt sich zunehmend zu einer zentralen Sicherheits- und Stabilitätsfrage für den Finanzstandort Deutschland.

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