Kriminelle nutzen derzeit eine neue Betrugsmasche rund um Buchungen über booking.com. Opfer erhalten WhatsApp-Nachrichten, die angeblich von der Gästebetreuung ihres Hotels stammen. Darin wird behauptet, es habe einen technischen Fehler bei der Buchung gegeben und zu viel Geld sei abgebucht worden.
Die Nachricht wirkt besonders glaubwürdig, weil die Täter offenbar Zugriff auf echte Buchungsdaten haben. Wer dem versprochenen Rückerstattungsprozess folgt, landet jedoch in einer klassischen Phishing-Falle.
Betrüger nutzen echte Buchungsdaten
Nach Angaben von Betroffenen enthalten die WhatsApp-Nachrichten:
- den Namen der gebuchten Unterkunft
- echte Reservierungsdetails
- konkrete Beträge
- passende Buchungszeiträume
Dadurch entsteht schnell der Eindruck, dass die Nachricht tatsächlich vom Hotel stammt.
In der Mitteilung heißt es, booking.com habe versehentlich einen falschen Betrag eingezogen. Die Differenz könne nun unkompliziert zurückerstattet werden.
So funktioniert die Falle
Der Ablauf der Betrugsmasche ist professionell aufgebaut:
- Die Opfer erhalten eine WhatsApp-Nachricht mit einem Link zur angeblichen Rückerstattung.
- Nach dem Anklicken öffnet sich eine täuschend echt wirkende Website.
- Dort ist das Rückerstattungsformular bereits vorausgefüllt.
- Anschließend sollen Nutzer:innen ihre Hausbank auswählen.
- Danach öffnet sich ein gefälschtes Onlinebanking-Portal.
Wer dort seine Zugangsdaten eingibt, übermittelt diese direkt an die Kriminellen.
Ziel der Täter: Zugriff auf das Bankkonto
Mit den abgefangenen Zugangsdaten versuchen die Betrüger:
- Onlinebanking-Zugänge zu übernehmen
- Überweisungen auszulösen
- weitere Sicherheitsdaten abzufangen
- Konten leerzuräumen
Die angebliche Rückzahlung dient dabei lediglich als Köder.
Woran sich die Phishing-Seite erkennen lässt
Trotz des professionellen Aufbaus gibt es mehrere Warnsignale:
- Der Link hat nichts mit dem Hotel oder booking.com zu tun.
- Die Rückerstattungsseite ist ausschließlich auf Englisch verfügbar.
- Die Banking-Seite verwendet fremde Internetadressen statt der offiziellen Bank-Domain.
- Die Nachricht erzeugt Handlungsdruck und drängt zur schnellen Auszahlung.
Hotels direkt kontaktieren
Wer eine solche Nachricht erhält, sollte keinesfalls auf Links klicken.
Sinnvoll ist stattdessen:
- direkt beim Hotel anzurufen
- die Buchung über die offizielle booking.com-App zu prüfen
- Rückfragen ausschließlich über bekannte Kontaktwege zu klären
Das sollten Betroffene jetzt tun
Wer nur auf den Link geklickt hat, muss meist noch keine unmittelbaren Schäden befürchten.
Wurden jedoch Banking-Daten eingegeben, sollte sofort gehandelt werden:
- Bank umgehend informieren
- Onlinebanking-Zugang sperren lassen
- Passwörter ändern
- Kontoauszüge kontrollieren
- verdächtige Transaktionen melden
- Anzeige bei der Polizei erstatten
Verbraucherschützer warnen zudem davor, dass die Täter gestohlene Kontaktdaten häufig für weitere Betrugsversuche nutzen.