Die veröffentlichten Insolvenzbekanntmachungen vom 22. Mai 2026 zeigen erneut eine breite Betroffenheit mittelständischer Unternehmen in Deutschland. Besonders häufig vertreten sind Firmen aus den Bereichen Bauwirtschaft, Gastronomie, Mobilität, Dienstleistungen und Technik. Auffällig ist zudem die hohe Zahl kleiner Gesellschaften und regional tätiger Familienunternehmen.
Bauwirtschaft und Handwerksbetriebe unter erheblichem Druck
Ein Schwerpunkt der aktuellen Verfahren liegt erneut im Bau- und Ausbaugewerbe:
- Agro-Forst Technik & Landschaftsbau GmbH, Tonndorf
- Agro-Forst Technik und Holzverarbeitungs GmbH, Tonndorf
- Baumgerber Gala-Bau Barbaras Palmas UG, Schöppingen
- Datentechnik Nord GmbH, Kiel
- DeVfuture GmbH, Bendorf
- GL-Stahl GmbH, Bad Salzuflen
- Profilsystem GmbH & Co. KG Profilblechtechnik & Industriemontagen, Bad Salzuflen
- Wirtz Werkzeugbau GmbH, Krefeld
Die Insolvenzen verdeutlichen die weiterhin schwierige Lage vieler handwerklicher und baunaher Betriebe. Hohe Materialkosten, zurückhaltende Investitionen und der schwache Wohnungsbau setzen die Unternehmen zunehmend unter Druck.
Gastronomie, Food und Hotellerie bleiben Krisensektor
Auch Gastronomie- und Lebensmittelunternehmen gehören weiterhin zu den auffälligen Problembranchen:
- AM Gastronomiebetriebe UG, Mannheim
- FIVE STAR Gastro Services Kiel mbH, Kiel
- FDF GmbH, Gelsenkirchen
- Vario Bau Company Nord GmbH, Kiel
- Walgut Leo Cooperative eG, Zell im Wiesental
Hinzu kommen mobilitätsnahe Gastronomiebetriebe und kleinere Servicegesellschaften, die unter Konsumzurückhaltung und steigenden Betriebskosten leiden.
Mobilität, Fahrzeugtechnik und Automotive-Sektor betroffen
Mehrere Verfahren betreffen Unternehmen aus Fahrzeughandel, Autovermietung und Mobilitätsdienstleistungen:
- Ambiete Car Nord GmbH, Hannover
- Ambiete Mobile Car Hannover GmbH, Hannover
- Autohaus Paul GmbH & Co. Autohof KG, Rothenburg
- AutoMobile Krefeld GmbH, Krefeld
- KTB Logistik GmbH, Burgwedel
- mceVan logistics GmbH, Irschenhausen
- Vifogra GmbH, Irschenhausen
Gerade kleinere Fahrzeug- und Transportbetriebe kämpfen weiterhin mit hohen Finanzierungskosten und schwacher Nachfrage.
Dienstleistungen und Beratung stark vertreten
Ein großer Teil der Insolvenzmeldungen entfällt auf Dienstleistungs- und Verwaltungsunternehmen:
- Baset Professional Services UG, Berlin
- Bunny Management GmbH, Melle
- CarComp Hamburg GmbH, Henstedt-Ulzburg
- First Personalmanagement GmbH, Wendlingen
- LABSTService GmbH, Düsseldorf
- Radio und Fernsehen Serte GmbH, Chemnitz
- Solutions GmbH, Eckernförde
- TraDiCh GmbH, Neumünster
- TREFF Ferienpark Usedom Betriebs GmbH, Berlin
Besonders kleinere Beratungs-, Verwaltungs- und Servicegesellschaften geraten angesichts schwacher Auftragseingänge zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten.
Gesundheits-, Pflege- und Bildungsbereich ebenfalls betroffen
Die Insolvenzen reichen inzwischen auch in soziale und medizinische Bereiche hinein:
- Helppraktik eGmbH, Berlin
- medi-plus Instrumente GmbH, Tuttlingen
- MEDIT-Management Tomasz Pflegebetrieb gBerlin GmbH, Berlin
- Nuser Textil GmbH, Westerheim
- Solutions GmbH, Eckernförde
Die wirtschaftliche Belastung durch steigende Personal- und Betriebskosten macht sich damit auch in sensiblen Versorgungsbereichen bemerkbar.
Immobilien- und Beteiligungsgesellschaften weiter unter Druck
Auch immobiliennahe Firmen bleiben betroffen:
- Kochbox – Event Berlin GmbH, Berlin
- Lissowski Gebäudereinigung GmbH, Aachen
- Moh & Kripping Management UG, Warburg
- Objekt-Management Tomasz Pflegebetrieb gBerlin GmbH, Berlin
- TraDiCh GmbH, Neumünster
Viele dieser Gesellschaften leiden unter angespannten Finanzierungsbedingungen und rückläufigen Investitionen.
Industrie, Produktion und Technik mit anhaltenden Problemen
Mehrere Verfahren betreffen produzierende oder technische Unternehmen:
- FBT gastro GmbH, Hamburg
- Keller GmbH, Engen
- LETNIK media GmbH, Berlin
- MTS Solutions GmbH & Co. KG, Beckum
- TraDiCh GmbH, Neumünster
Vor allem kleinere Spezialanbieter und Zulieferer spüren die schwache Industriekonjunktur deutlich.
Fazit
Die Insolvenzmeldungen vom 22. Mai 2026 bestätigen die anhaltend schwierige Lage vieler mittelständischer Unternehmen. Besonders betroffen bleiben:
- Bau- und Ausbaugewerbe
- Gastronomie und Dienstleistungen
- Mobilitäts- und Logistikunternehmen
- technische Spezialbetriebe
- Verwaltungs- und Servicegesellschaften
Die wirtschaftliche Schwäche zeigt sich weiterhin branchenübergreifend und betrifft zunehmend auch kleinere regional verankerte Unternehmen.