Ein spektakulärer Schlag gegen Cyberkriminalität sorgt derzeit in Wien für Aufsehen. Die österreichische Polizei hat einen 32-jährigen chinesischen Staatsbürger festgenommen, der mithilfe eines sogenannten SMS-Blasters offenbar millionenfach betrügerische Nachrichten an Mobiltelefone verschickt haben soll. Besonders brisant: Während der mutmaßlichen Taten saß laut Polizei sein sechs Monate altes Baby direkt vor dem hochleistungsfähigen Sendegerät im Auto.
Die Ermittlungen der Cybercrime-Abteilung liefen bereits seit Anfang April. Immer wieder registrierten Behörden in Wien große Mengen sogenannter Phishing-SMS. Die Nachrichten wurden gezielt an Menschen in stark frequentierten Bereichen verschickt — etwa bei Veranstaltungen oder an Orten mit vielen Mobilfunknutzern.
Die Inhalte der SMS wirkten täuschend echt. In den Nachrichten gaben sich die Täter unter anderem als:
- Paketdienste,
- Mobilfunkanbieter
- oder Angehörige aus.
Typische Betrugsmaschen lauteten etwa:
„Papa, ich hatte einen Unfall“
oder:
„Bestätigen Sie jetzt Ihre Kontodaten“.
Ziel solcher Phishing-Angriffe ist es meist, sensible Daten wie:
- Zugangsdaten,
- Bankinformationen
- oder persönliche Informationen
abzugreifen.
Nach Angaben der Polizei arbeitete der Verdächtige mit einem sogenannten SMS-Blaster im Kofferraum seines Fahrzeugs. Dabei handelt es sich um ein leistungsstarkes technisches Gerät, das Mobiltelefone in unmittelbarer Umgebung manipuliert beziehungsweise direkt mit Nachrichten versorgen kann. Solche Geräte können laut Ermittlern bis zu 100.000 SMS pro Stunde versenden.
Gemeinsam mit einem Mobilfunkanbieter gelang es den Behörden offenbar, die Bewegungen des Verdächtigen nachzuverfolgen. Die Ermittler stellten fest, dass der Mann mehrfach täglich seinen Standort wechselte und gezielt Gebiete mit hohem Personenaufkommen ansteuerte.
Am vergangenen Donnerstag erfolgte schließlich der Zugriff. Spezialkräfte der österreichischen Eliteeinheit Cobra stoppten das Fahrzeug und nahmen den Verdächtigen fest. Nach Polizeiangaben legte der Mann ein Geständnis ab und befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft.
Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs machten die Beamten eine weitere schockierende Entdeckung: Auf dem Rücksitz befand sich der sechs Monate alte Sohn des Mannes — direkt vor dem SMS-Blaster. Laut Polizei erzeugt das Gerät starke gesundheitsgefährdende Strahlung.
Bei anschließenden Wohnungsdurchsuchungen wurde weitere technische Ausrüstung sichergestellt. Die Ermittler gehen davon aus, dass über das System mehrere Millionen betrügerische SMS verschickt wurden.
Der Fall zeigt erneut, wie professionell und technisch aufwendig moderne Cyberkriminalität inzwischen organisiert ist. Phishing-Angriffe zählen weltweit zu den häufigsten Betrugsformen im digitalen Bereich. Experten warnen deshalb immer wieder davor:
- keine unbekannten Links anzuklicken,
- persönliche Daten preiszugeben
- oder auf verdächtige SMS und Nachrichten zu reagieren.
Besonders gefährlich:
Viele Betrugsnachrichten wirken inzwischen täuschend echt und imitieren bekannte Unternehmen oder Behörden nahezu perfekt.