Der Fonds ART wurde am 01.10.2025 aufgelegt und erreichte im Rumpfgeschäftsjahr bis 31.12.2025 eine Wertentwicklung von +2,84 %. Aus Anlegersicht ist das ein ordentlicher Start, allerdings ist der Zeitraum von nur drei Monaten zu kurz, um die Qualität des Managements zuverlässig zu beurteilen.
Das Portfolio ist breit gestreut: 34,3 % Aktien, 24,8 % Anleihen, 28,8 % Investmentfonds/ETFs, 9,6 % Zertifikate/Rohstoffe und rund 2,4 % Liquidität. Damit handelt es sich klar um einen globalen Multi-Asset-Fonds mit aktiver Steuerung. Positiv ist die Diversifikation über Regionen, Anlageklassen und Währungen. Besonders auffällig sind die US-Aktienquote, europäische Standardwerte sowie Rohstoffpositionen in Gold, Silber, Platin und Brent.
Die Strategie basiert auf quantitativen Signalen wie Momentum, Saisonalität und Fundamentaldaten. Die Aktienquote wurde laut Bericht aktiv zwischen 20 % und 56 % gesteuert. Das zeigt Flexibilität, erhöht aber auch die Abhängigkeit von der Modellqualität des Asset Managers Yellowfin. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds kann Chancen aktiv nutzen, kann aber bei falschen Signalen auch deutlich hinter einem einfachen Vergleichsindex zurückbleiben.
Die Kosten wirken moderat bis akzeptabel: Die Gesamtkostenquote beträgt 0,87 % für das Rumpfgeschäftsjahr, hinzu kommen Transaktionskosten von 11.378,36 EUR sowie Kosten der Zielfonds. Da fast 29 % in Investmentanteilen liegen, entstehen teilweise zusätzliche laufende Kosten auf Zielfondsebene.
Risikoseitig sollten Anleger die Mischung aus Aktien-, Zins-, Währungs-, Derivate- und Rohstoffrisiken beachten. Der Fonds nutzt Derivate, wenn auch zum Stichtag nur in geringem Umfang. Die durchschnittliche Hebelwirkung durch Derivate lag bei 0,95, was unauffällig ist. Das maximale potenzielle Marktrisiko lag bei 2,13 %. Trotzdem bleibt das Produkt nichts für sicherheitsorientierte Anleger, sondern eher für Investoren mit mittlerer bis erhöhter Risikobereitschaft.
Ein weiterer Punkt: Der Fonds ist ein Artikel-6-Produkt nach SFDR. Er bewirbt also keine ökologischen oder sozialen Merkmale und verfolgt kein nachhaltiges Anlageziel. Für ESG-orientierte Anleger ist das ein Schwachpunkt.
Fazit: Der ART-Fonds zeigt einen gelungenen Start, eine breite Streuung und ein professionell wirkendes aktives Multi-Asset-Konzept. Die Performance von +2,84 % in drei Monaten ist positiv, aber noch nicht aussagekräftig genug. Interessant ist der Fonds für Anleger, die einem quantitativen aktiven Management vertrauen und Schwankungen akzeptieren. Vorsicht ist wegen der kurzen Historie, der Modellabhängigkeit und der zusätzlichen Kosten durch Zielfonds angebracht.