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MS-Sansibar GmbH: Vorläufige Insolvenzverwaltung über Bremer Fahrgastschiff-Betreiber angeordnet

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Über das Vermögen der MS-Sansibar GmbH mit Sitz in Uhthoffstraße 10, 28757 Bremen ist im Insolvenzantragsverfahren unter dem Aktenzeichen 514 IN 4/26 am 16. April 2026 um 7 Uhr die vorläufige Verwaltung angeordnet worden. Nach dem Beschluss sind Verfügungen der Gesellschaft nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Christian Meyer aus Bremen bestellt. Schuldner der Gesellschaft wurden aufgefordert, nur noch unter Beachtung des Beschlusses zu leisten.

Die wirtschaftliche Tätigkeit der Gesellschaft lässt sich öffentlich recht klar eingrenzen. Laut Handelsregister wurde die MS-Sansibar GmbH erst am 7. Mai 2025 in Bremen eingetragen; als Unternehmensgegenstand ist dort ausdrücklich „das Betreiben eines Fahrgastschiffes mit Café und Events“ genannt. Als Geschäftsführer ist dort Uwe Schröter verzeichnet.

Damit war die Gesellschaft keine klassische Holding oder reine Verwaltungsgesellschaft, sondern auf einen konkreten operativen Betrieb zugeschnitten: ein Fahrgastschiff mit gastronomischem und veranstaltungsbezogenem Angebot. Dieses Profil wird auch durch den eigenen Internetauftritt bestätigt. Dort wirbt die „MS Sansibar“ als „Fahrgastschiff mit dem Café Lesmona an Bord“, nennt regelmäßige Öffnungszeiten und beschreibt das Angebot als Kombination aus Cafébetrieb, Ausflügen und Veranstaltungsort. Auf der Website werden Tagesausflüge, Abendfahrten und Gruppenangebote ebenso beworben wie Frühstück, Kaffee- und Kuchenbetrieb an Bord.

Hinzu kommt ein deutlicher Fokus auf Vermietung und Eventgeschäft. In der Reservierungsrubrik heißt es, das Schiff könne montags bis sonntags für Events gemietet werden, etwa für Geburtstage, Hochzeiten, Firmenevents, Weihnachts- und sogar Trauerfeiern. Außerdem werden Charterfahrten auf Lesum und Weser mit einer Dauer von drei bis vier Stunden angeboten.

Die Vorgeschichte des Projekts reicht in das Frühjahr 2025 zurück. Damals wurde in Bremen-Nord öffentlich bekannt, dass Unternehmer Uwe Schröter das frühere Binnenschiff „Alma“ übernehmen, in „MS Sansibar“ umbenennen und zu einem Café- und Eventschiff mit Sonnendeck umbauen wollte. Vorgesehen war ein Liegeplatz im Lesumhafen; zugleich sollte das Schiff für Feiern, Seminare und Charterfahrten genutzt werden. Schon damals wurde also genau jenes Geschäftsmodell beschrieben, das später auch im Handelsregister und auf der Website auftauchte.

Nach außen betrachtet hat die MS-Sansibar GmbH bis zuletzt also vor allem vier Geschäftsfelder verfolgt: den Betrieb eines Fahrgastschiffes, den Cafébetrieb an Bord, Eventvermietungen sowie Charter- und Ausflugsfahrten auf Lesum und Weser. Dass die Website noch aktuelle Öffnungszeiten und Buchungsmöglichkeiten ausweist, zeigt, dass das Angebot jedenfalls öffentlich weiterhin vermarktet wurde. Wie lange der operative Betrieb tatsächlich noch in vollem Umfang lief, lässt sich aus den frei zugänglichen Quellen allerdings nicht abschließend belegen.

Mit der nun angeordneten vorläufigen Insolvenzverwaltung ist der Geschäftsbetrieb rechtlich noch nicht beendet. Die Maßnahme dient zunächst der Sicherung des Vermögens und der Prüfung, ob ein reguläres Insolvenzverfahren eröffnet werden kann. Für Kunden, Vertragspartner und Gläubiger ist die Entscheidung dennoch ein deutliches Signal, dass die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft angespannt ist.

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