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Solide Rendite, aber komplexes Chancen-Risiko-Profil: Der MPF Aktien Strategie Total Return überzeugt 2024/25 nur auf den zweiten Blick

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht des MPF Aktien Strategie Total Return P ein insgesamt ordentliches, aber nicht risikoloses Bild. Positiv hervorzuheben ist zunächst, dass der Fonds im Geschäftsjahr zum 31.10.2025 eine Performance von 5,96 % nach Kosten erzielt hat. Das ist in einem Umfeld mit politischen Spannungen, Zollthemen, Währungsschwankungen und volatilen Zinsmärkten durchaus respektabel. Auch das Fondsvermögen stieg von rund 79,8 Mio. EUR auf 83,6 Mio. EUR, während der Anteilwert von 175,09 EUR auf 182,73 EUR zulegte. Das signalisiert Stabilität und zeigt, dass das Fondsmanagement im Berichtszeitraum grundsätzlich Mehrwert schaffen konnte.

Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf, dass diese Rendite nicht aus klassischen Aktienanlagen, sondern in sehr hohem Maße aus strukturierten Produkten stammt. Der Fonds war zum Stichtag zu 80,19 % in Zertifikate, zu 9,79 % in festverzinsliche Wertpapiere und nur zu 7,03 % in Investmentanteile investiert. Für einen Fonds mit dem Namen „Aktien Strategie Total Return“ ist das bemerkenswert. Der Anleger erhält also kein klassisches Aktienfondsprofil, sondern eher eine strukturierte, derivatenahe Strategie, die stark über Zertifikate, Basket-Lösungen, Express- und Discount-Strukturen gesteuert wird.

Genau darin liegt der wichtigste Punkt der Analyse: Der Fonds kann in positiven oder seitwärts tendierenden Märkten attraktive risikoadjustierte Erträge erzielen, erkauft sich das aber mit einer höheren Komplexität und zusätzlichen Emittentenrisiken. Denn Zertifikate sind nicht nur von der Entwicklung der zugrunde liegenden Märkte abhängig, sondern auch von der Bonität des jeweiligen Emittenten. Im Portfolio finden sich unter anderem Produkte von Citigroup, Goldman Sachs, Nordea, Société Générale, UniCredit und LBBW. Das bedeutet: Der Anleger trägt nicht nur Markt-, sondern auch Gegenparteirisiken. In ruhigen Marktphasen kann das funktionieren, in Stressphasen kann diese Struktur aber anfälliger sein als ein transparenter Direktbestand aus Aktien oder ETFs.

Positiv ist wiederum, dass der Fonds seine Mittel nahezu vollständig in Euro hält. Das reduziert das direkte Währungsrisiko für Euro-Anleger deutlich. Angesichts der berichteten Dollarschwäche war das im abgelaufenen Geschäftsjahr eher vorteilhaft. Auch der Anleiheteil wirkt auf den ersten Blick kontrolliert: durchschnittliches Rating BBB-, Duration 2,97 Jahre. Allerdings ist die durchschnittliche Restlaufzeit mit 22,96 Jahren hoch, und im Bestand befinden sich mehrfach nachrangige, teils sehr lang laufende oder unbefristete Unternehmensanleihen. Das erhöht die Zinssensitivität und das Bonitätsrisiko in Stressphasen stärker, als es die moderate Duration zunächst vermuten lässt.

Ein weiterer kritischer Punkt sind die Kosten. Die ausgewiesene Gesamtkostenquote von 1,43 % ist für ein komplex aktiv gemanagtes Produkt nicht außergewöhnlich, aber auch nicht günstig. Auffällig ist zudem die Managementvergütung von 948.236,61 EUR, die den größten Aufwandsblock darstellt. Das ordentliche Nettoergebnis des Fonds war mit -624.873,74 EUR sogar negativ. Das heißt: Die positive Jahresentwicklung wurde im Wesentlichen durch realisierte Veräußerungsgewinne von rund 5,83 Mio. EUR getragen, nicht durch laufende Erträge. Für Anleger ist das wichtig, weil es zeigt, dass die Wertentwicklung stark vom geschickten Handel und der Marktphase abhängt, weniger von einem robusten laufenden Ertragsprofil.

Die Liquiditätssituation wirkt dagegen solide. Rund 3,13 % des Vermögens lagen als Bankguthaben vor, schwer liquidierbare Vermögensgegenstände wurden mit 0,00 % angegeben. Auch der Prüfungsvermerk von PwC ist uneingeschränkt, was Vertrauen in die ordnungsgemäße Rechnungslegung schafft. Zudem gab es laut Bericht keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.

Beim Risikoprofil sollte ein Anleger die Angaben sehr ernst nehmen. Der Fonds verwendet den relativen VaR-Ansatz mit dem EURO STOXX 50 Net Return als Vergleichsvermögen. Der größte potenzielle Risikobetrag lag im Berichtszeitraum bei 107,82 %, durchschnittlich bei 49,78 %. Das zeigt, dass die Strategie in bestimmten Phasen ein sehr hohes Markt- und Strukturierungsrisiko aufweisen kann. Hinzu kommt, dass Derivate aktiv eingesetzt wurden, insbesondere börsennotierte Optionen auf Aktienindizes. Damit ist der Fonds klar nicht konservativ, auch wenn der Name „Total Return“ für manche Anleger defensiver klingen könnte.

Unterm Strich ist der Fonds aus Anlegersicht interessant, aber erklärungsbedürftig. Er eignet sich eher für Investoren, die eine aktive, strukturierte und opportunistische Strategie suchen und bereit sind, Komplexität, Emittentenrisiken und zeitweise höhere Schwankungen in Kauf zu nehmen. Weniger geeignet erscheint er für Anleger, die einen transparenten, klassischen Aktienfonds oder ein einfach nachvollziehbares Buy-and-Hold-Produkt erwarten.

Fazit aus Anlegersicht:
Der Fonds hat im Geschäftsjahr 2024/25 ein solides Ergebnis erzielt und sich in einem schwierigen Umfeld ordentlich behauptet. Die starke Abhängigkeit von Zertifikaten und strukturierten Produkten macht ihn jedoch deutlich komplexer und riskanter, als der Name vermuten lässt. Wer investiert, sollte den Fonds nicht als gewöhnlichen Aktienfonds verstehen, sondern als aktiv gemanagte Multi-Struktur-Strategie mit Aktienfokus, Derivateeinsatz und Emittentenrisiko. Die Rendite war ordentlich, die Konstruktion ist jedoch nur für Anleger geeignet, die diese Besonderheiten bewusst akzeptieren.

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