Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht des Diversified Risk and Return alpha+ C ein gemischtes Bild. Positiv ist zunächst, dass der Fonds im kurzen ersten Rumpfgeschäftsjahr ein vergleichsweise niedriges Schwankungsniveau hatte: Die Volatilität lag bei 3,86 %, was für einen globalen Mischfonds eher defensiv wirkt. Auch die Struktur des Portfolios spricht für einen vorsichtigen Ansatz: Rund 78 % waren in Fonds investiert, knapp 9 % in Zertifikaten und gut 13 % in Bankguthaben. Damit war eine spürbare Liquiditätsreserve vorhanden, was in unsicheren Marktphasen stabilisierend wirken kann.
Allerdings ist die Performance zum Start enttäuschend. Die Anteilklasse C verlor im Berichtszeitraum -0,49 %, obwohl zugleich ein ordentlicher Nettoertrag und realisierte Gewinne erzielt wurden. Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch nicht realisierte Verluste von rund 889 Tsd. Euro. Das heißt: Der Fonds konnte laufende Erträge erwirtschaften, aber die Marktwertentwicklung der gehaltenen Positionen war insgesamt negativ. Für Anleger ist das ein wichtiger Hinweis, dass die Strategie zwar auf Risikodämpfung ausgerichtet ist, aber keineswegs vor Kursverlusten schützt.
Auffällig ist die Portfoliozusammensetzung. Der Fonds investiert nicht direkt breit in Aktien und Anleihen, sondern überwiegend über Zielfonds, ETFs und ein größeres Zertifikat. Die größten Einzelpositionen machen jeweils rund 9 % des Fondsvermögens aus. Das ist für einen Fonds, der „Diversified“ im Namen trägt, nur auf den ersten Blick sehr breit gestreut. Tatsächlich besteht eine gewisse Konzentration auf wenige größere Bausteine. Hinzu kommt, dass durch die Investition über Zielfonds eine zusätzliche Ebene von Risiken entsteht: Der Anleger trägt nicht nur das Marktrisiko, sondern auch Manager-, Strategie- und Transparenzrisiken der Zielprodukte.
Ein weiterer Punkt ist die Kostenstruktur. Die Verwaltungsvergütung der Anteilklasse liegt aktuell bei 0,70 % p.a., die ausgewiesene Gesamtkostenquote bei 1,37 %. Für einen Fonds, der stark über andere Fonds und spezialisierte Produkte investiert, ist das nicht überraschend, aber aus Investorensicht dennoch relevant. Denn zusätzlich zu den Fondskosten fallen in den Zielfonds selbst weitere Verwaltungsvergütungen an. Damit ist die Strategie nicht günstig. Um diese Kosten langfristig zu rechtfertigen, müsste der Fonds künftig eine klar erkennbare risikobereinigte Mehrrendite liefern.
Positiv ist, dass der Fonds keine Derivate als wesentlichen Renditetreiber eingesetzt hat; das Derivate-Exposure lag zum Stichtag bei 0 %, und auch der durchschnittliche Leverage von 0,77 wirkt moderat. Das unterstreicht den eher kontrollierten Risikoansatz. Zugleich zeigt der Bericht aber, dass Währungsrisiken vorhanden sind, da relevante Positionen in US-Dollar und britischem Pfund gehalten wurden. In einem defensiven Mischfonds kann das zusätzliche Schwankungen erzeugen.
Besonders wichtig für Anleger ist der Hinweis, dass der Fonds zum 30. November 2025 auf das Sondervermögen „Diversified Risk and Return“ verschmolzen wurde. Das bedeutet: Dieser Bericht beschreibt faktisch nur eine kurze Startphase eines inzwischen nicht mehr eigenständigen Fonds. Für eine belastbare Langfristbeurteilung ist das ein Nachteil, weil es keine Historie über mehrere Jahre gibt und sich die Zukunft nun im aufnehmenden Fonds fortsetzt. Wer investieren will oder investiert war, sollte deshalb vor allem den Ziel-Fonds und dessen aktuelle Ausgestaltung prüfen.
Bei den Risiken nennt der Bericht zu Recht mehrere kritische Punkte: Zielfondsrisiken, Währungsrisiken, mögliche Rücknahmeaussetzungen bei offenen Fonds sowie erhöhte Unsicherheit durch geopolitische Spannungen. Gerade für einen Mischfonds mit alternativen und spezialisierten Bausteinen ist das relevant, weil in Stressphasen nicht immer alle Komponenten gleich gut handelbar oder stabil sind.
Mein Fazit aus Anlegersicht: Der Fondsansatz wirkt vorsichtig, multi-asset-orientiert und auf Risikostreuung angelegt, aber der erste Praxistest war nur bedingt überzeugend. Die geringe Volatilität ist ein Pluspunkt, doch die leichte negative Rendite, die indirekte und komplexe Struktur, die Kostenbelastung und die Abhängigkeit von Zielfonds und Zertifikaten sprechen eher für ein Produkt, das sich an Anleger richtet, die Stabilität und breite Allokation suchen, dafür aber bereit sind, geringere Transparenz und höhere Strukturkosten zu akzeptieren. Für renditeorientierte Anleger ist der Start zu schwach, für sicherheitsorientierte Anleger bleibt die Konstruktion trotz niedriger Volatilität relativ komplex.