Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht des Diversified Risk and Return ein gemischtes Bild: Der Fonds erfüllt seinen Anspruch auf breite Streuung und relativ geringe Schwankungen, überzeugt im Geschäftsjahr 2024/2025 aber nicht bei der Rendite. Für Investoren, die in einem defensiv ausgerichteten Mischfonds vor allem Stabilität suchen, kann das Konzept nachvollziehbar sein. Für Anleger mit Fokus auf effizientes Rendite-Risiko-Verhältnis bleiben jedoch einige kritische Punkte.
Der Fonds verwaltet zum Stichtag ein Vermögen von rund 9,41 Mio. EUR. Davon entfallen etwa 7,19 Mio. EUR auf die Anteilklasse R und 2,21 Mio. EUR auf die Anteilklasse C. Die Aufstellung ist auffällig defensiv und stark strukturiert: Rund 61,1 % liegen in Fondsanteilen, 29,5 % in Discount-/Indexzertifikaten und knapp 9,4 % in Kasse bzw. sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten. Das spricht für einen bewusst vorsichtigen Ansatz mit erheblicher Liquiditäts- und Absicherungskomponente.
Positiv ist zunächst die niedrige Volatilität. Mit rund 4,6 % in beiden Anteilklassen schwankte der Fonds deutlich weniger als ein klassischer Aktienfonds. Das ist für risikoaverse Anleger ein echtes Plus. Allerdings wurde diese Stabilität im Berichtsjahr mit negativer Performance erkauft: Die Anteilklasse R verlor -1,23 %, die günstigere Anteilklasse C -0,79 %. Das ist kein dramatischer Einbruch, aber für einen Fonds mit aktivem Management und breiter Allokation dennoch enttäuschend, weil Anleger für Steuerung, Rebalancing und Multi-Asset-Kompetenz am Ende ein positives Ergebnis erwarten dürfen.
Besonders wichtig ist dabei die Kostenfrage. Die Gesamtkostenquote liegt bei 2,37 % für R und 2,04 % für C. Das ist für einen Fonds dieser Größenordnung und mit überwiegender Nutzung externer Vehikel relativ hoch. Hinzu kommt: Im Portfolio befinden sich mehrere Zielfonds mit teils erheblichen eigenen Verwaltungsvergütungen. Besonders auffällig ist etwa AMANDEA-SYSTEMATIC A mit 3,91 % p.a.. Für Anleger bedeutet das: Auch wenn nicht alle Zielfondskosten automatisch vollständig zusätzlich auf Fondsebene durchschlagen, ist die Struktur insgesamt kostenintensiv. Bei einem Fonds, der im Jahr negativ abschließt, fällt das besonders ins Gewicht. Aus Investorensicht ist daher die Anteilklasse C klar attraktiver als R, weil sie die niedrigere laufende Verwaltungsvergütung aufweist und zudem im Berichtsjahr etwas besser abschnitt.
Die Portfoliozusammensetzung zeigt, dass der Fonds nicht klassisch ausgewogen zwischen Aktien und Anleihen investiert, sondern eher über alternative Bausteine, Zertifikate und spezialisierte Fonds agiert. Die größten Positionen sind PLENUM CAT B.D.FD DL (11,58 %), Guardian Segur Z50 bzw. Guard.-Comp. RP Immo (9,32 %), iShares Physical Metals (8,98 %), Opus-Chart.-Zertifikat (8,41 %) und Amandea-Systematic A (8,16 %). Das deutet auf einen stark konstruierten Multi-Asset-Ansatz hin, bei dem nicht klassische Aktienmärkte im Zentrum stehen, sondern diversifizierende Strategien, Rohstoff-/Metallbezug, kreditnahe Anlagen und strukturierte Produkte. Das kann im Portfoliokontext sinnvoll sein, macht den Fonds aber zugleich weniger transparent als einen einfachen Mischfonds mit klarer Aktien-/Rentenquote.
Ein weiterer Punkt ist die Rolle der Zertifikate. Fast 30 % des Fondsvermögens stecken in dieser Kategorie. Das erhöht aus Anlegersicht die Komplexität, weil bei Zertifikaten neben Marktrisiken auch Emittenten- und Strukturierungsrisiken relevant sein können. Zwar nennt der Bericht keine akuten Probleme, aber diese Instrumente sind weniger simpel und häufig weniger intuitiv einschätzbar als klassische ETFs oder direkt gehaltene Anleihen. Für konservative Privatanleger, die volle Transparenz wünschen, ist das eher ein Nachteil.
Die Ertragsstruktur ist ebenfalls aufschlussreich. Der ordentliche Nettoertrag ist in beiden Anteilklassen negativ. Das heißt: Die laufenden Erträge aus Zinsen und Investmentanteilen reichten nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken. Positiv wurden nur durch Verkäufe realisierte Gewinne erzielt. Das wiederum bedeutet, dass der Fonds stärker auf taktische Umschichtungen und Veräußerungserfolge angewiesen war als auf einen robusten laufenden Ertragsstrom. Das kann funktionieren, ist aber kein Qualitätsmerkmal an sich.
Die beiden im Berichtsjahr erfolgten Verschmelzungen anderer Sondervermögen auf den Fonds sind aus Anlegersicht ambivalent. Einerseits kann dies die Fondsgröße stabilisieren und Strukturen bündeln. Andererseits erschwert es den sauberen Blick auf die organische Entwicklung. Besonders bei der Anteilklasse C fällt auf, dass das Vermögen von 6,345 Mio. EUR auf 2,215 Mio. EUR gesunken ist. Das ist sehr deutlich. Zwar spielen Mittelabflüsse und Verschmelzungseffekte eine Rolle, dennoch signalisiert eine solche Entwicklung, dass der Fonds in dieser Klasse nicht auf breiter Anlegerbasis wächst. Die R-Klasse entwickelte sich beim Vermögen etwas stabiler.
Positiv hervorzuheben ist, dass der Fonds keine Derivateexponierung im eigentlichen Sinne aufgebaut hatte; das ausgewiesene Exposure aus Derivaten lag bei 0,00 EUR. Auch das gemessene Marktrisiko über VaR wirkt für einen Mischfonds kontrolliert. Das unterstützt den Eindruck eines defensiven Risikomanagements. Wer vor allem Kapitalerhalt und begrenzte Schwankungen sucht, findet hier also ein gewisses Maß an Disziplin.
Weniger überzeugend ist die ESG-/Nachhaltigkeitspositionierung aus heutiger Vertriebssicht. Der Fonds ist ein Artikel-6-Produkt, berücksichtigt also Nachhaltigkeit nicht als eigenständiges Anlageziel, und die Investitionen orientieren sich nicht an EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten. Für Anleger, denen Nachhaltigkeit wichtig ist, ist das eher unattraktiv.
Unterm Strich ist der Fonds kein offensives Renditeprodukt, sondern eher ein defensives, stark gemanagtes Allokationsvehikel mit Fokus auf Diversifikation und Risikodämpfung. Das Problem aus Anlegersicht ist jedoch klar: Die Rendite war negativ, die Kosten sind hoch und die Struktur ist komplex. Damit ist die Hürde für einen überzeugenden Investmentcase hoch.
Fazit aus Anlegersicht:
Der Diversified Risk and Return eignet sich eher für Anleger, die bewusst eine ruhigere, diversifizierte und nicht benchmarknahe Strategie suchen und dafür auch eine unterdurchschnittliche Transparenz sowie höhere Kosten akzeptieren. Wer hingegen einen Fonds mit klarer Struktur, günstigen Kosten und attraktiverem Renditepotenzial sucht, dürfte hier nur begrenzt überzeugt sein. Innerhalb des Produkts ist die Anteilklasse C der R-Klasse eindeutig vorzuziehen, weil sie kostengünstiger ist und im Berichtsjahr besser abgeschnitten hat. Insgesamt wirkt der Fonds stabil, aber aus Investorensicht derzeit eher defensiv-solide als wirklich attraktiv.