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VAB Strategie BASIS 2025: Solide Stabilisierung mit hohem Gold- und Kostenblock – defensiv, aber nur begrenzt überzeugend

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht des VAB Strategie BASIS für das Geschäftsjahr bis zum 30.09.2025 ein gemischtes Bild. Positiv ist zunächst, dass der Fonds in einem weiterhin unsicheren Marktumfeld eine positive Jahresperformance von +1,73 % erzielt hat. Das bestätigt, dass der Fonds seine defensive Grundausrichtung mit Fokus auf realen Kapitalerhalt grundsätzlich umsetzen konnte. Gleichzeitig offenbart der Bericht aber mehrere Punkte, die für Anleger kritisch zu bewerten sind: eine vergleichsweise hohe Kostenbelastung, ein starker Goldschwerpunkt, ein teils heterogenes Portfolio und eine nur begrenzt attraktive Ertragskraft des laufenden Portfolios.

Der Fonds verwaltet zum Stichtag ein Vermögen von rund 15,06 Mio. Euro. Die Allokation ist breit gestreut, aber klar defensiv geprägt: 23,7 % Aktien, 15,0 % Anleihen, 22,5 % Zertifikate, 22,0 % Investmentanteile und 16,1 % Bankguthaben. Auffällig ist dabei vor allem die sehr hohe Edelmetallquote, denn die Zertifikate bestehen nahezu vollständig aus Gold-Exposure über Xetra-Gold, iShares Physical Gold und ein weiteres Goldpapier. Zusammengenommen liegt der Goldanteil bei rund 15 % des Fondsvermögens. Für sicherheitsorientierte Anleger kann das als Inflations- und Krisenschutz sinnvoll sein. Gleichzeitig erhöht ein so hoher Anteil an einem einzelnen Krisenbaustein die Abhängigkeit von der Goldpreisentwicklung und mindert den Charakter einer wirklich ausgewogenen Multi-Asset-Strategie.

Auf der Aktienseite setzt der Fonds überwiegend auf große, bekannte Qualitäts- und Dividendentitel wie Nestlé, Novartis, SAP, Münchener Rück, Danone, Coca-Cola oder Colgate-Palmolive, ergänzt um einzelne chancenorientierte Werte wie Alibaba, SolarEdge, Enphase oder Zalando. Das wirkt im Kern vernünftig, allerdings ist die Selektion nicht durchgehend stringent. Einige Positionen sind defensiv und substanzstark, andere eher zyklisch oder turnaround-orientiert. Dazu kommt, dass der Fonds im Berichtszeitraum große US-Technologiewerte wie Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta verkauft hat. Rückblickend kann man das als bewusst vorsichtige Positionierung interpretieren, aber auch als Verzicht auf wichtige Renditetreiber der globalen Aktienmärkte.

Die Anleiheseite wirkt ebenfalls defensiv, aber zins- und laufzeitintensiv. Der Fonds hält neben deutschen und europäischen Staatsanleihen vor allem langlaufende US-Staatsanleihen. Das kann bei fallenden Zinsen erhebliches Kurspotenzial bieten, birgt aber umgekehrt deutliche Zinsänderungsrisiken, insbesondere bei langen Laufzeiten bis 2040, 2049, 2050 oder sogar 2060. Hinzu kommt ein relevantes Währungsrisiko, da ein spürbarer Teil der Renten- und Aktienanlagen auf US-Dollar lautet. Die Bankguthaben zeigen ebenfalls, dass der Fonds mit rund 6 % USD-Liquidität aktiv Währungsrisiken in Kauf nimmt.

Positiv ist die hohe Liquidität des Fonds. Mit gut 16 % Kasse bleibt das Management handlungsfähig und kann in Marktschwäche reagieren. Aus Anlegersicht ist das in volatilen Phasen ein Stabilitätsfaktor. Andererseits kostet hohe Liquidität in freundlichen Marktphasen Rendite. Das gilt umso mehr, wenn der Fonds gleichzeitig eine relativ hohe laufende Kostenquote hat.

Genau hier liegt einer der größten Kritikpunkte. Die TER der Anteilklasse R beträgt 2,45 %, bei einer Verwaltungsvergütung von 2,15 % p.a.. Das ist für einen Fonds, der zu einem wesentlichen Teil in ETFs, Anleihen, Goldinstrumente und Standardaktien investiert, hoch. Die Kosten fressen einen erheblichen Teil der Bruttorendite auf. Besonders deutlich wird das in der Ertrags- und Aufwandsrechnung: Die Anteilklasse R erzielte 217.211,55 Euro Erträge, hatte aber 333.569,78 Euro Aufwendungen. Der ordentliche Nettoertrag war damit negativ. Das bedeutet: Der laufende Portfoliobetrieb hat die Kosten nicht verdient. Dass am Ende dennoch ein positives Jahresergebnis stand, lag vor allem an realisierten Gewinnen aus Verkäufen. Das ist nicht per se schlecht, zeigt aber, dass die Wertentwicklung 2025 weniger aus laufender Substanz als aus Umschichtungs- und Bewertungseffekten gespeist wurde.

Ein weiterer Aspekt ist die Strukturveränderung der Anteilklassen. Die Anteilklasse R wurde am 15.10.2024 neu aufgelegt, anschließend wurde die Anteilklasse A auf die R verschmolzen. Für den Anleger ist das kein Warnsignal an sich, erschwert aber die historische Vergleichbarkeit. Die neue R-Klasse startete bei 100 Euro und notiert zum Berichtsstichtag bei 98,06 Euro, was zeigt, dass die positive Jahresperformance auch durch Ausschüttungseffekte relativiert wird. Die Ausschüttung von 3,75 Euro je Anteil ist für einkommensorientierte Anleger interessant, darf aber nicht mit echter Mehrwertschaffung verwechselt werden, weil Ausschüttungen den Anteilwert entsprechend mindern.

Risikoseitig ist der Fonds transparenter als viele Wettbewerber. Der Bericht nennt die klassischen Risiken offen: Marktpreis-, Zins-, Währungs-, Liquiditäts- und Emittentenrisiken. Besonders wichtig aus Anlegersicht: Der Fonds nutzt Derivate, allerdings nur in sehr begrenztem Umfang. Das Marktrisiko erscheint laut Bericht moderat, der Leverage ist niedrig. Das spricht dafür, dass keine aggressive Hebelstrategie gefahren wird. Auch der Bestätigungsvermerk von KPMG fällt uneingeschränkt aus, was das Vertrauen in die formale Ordnungsmäßigkeit des Berichts stärkt.

Was bleibt unter dem Strich? Der Fonds ist kein offensiver Renditefonds, sondern ein eher vorsichtig gemanagtes Mischportfolio mit hohem Sicherheits- und Krisenschutzgedanken. Dafür sprechen die breite Streuung, die hohen Liquiditätsreserven, der Goldanteil und die zurückhaltende Derivatenutzung. Für Anleger, die in unsicheren Marktphasen Stabilität suchen und dafür auf einen Teil möglicher Aktienrenditen verzichten, kann das Konzept nachvollziehbar sein.

Aus Renditesicht ist das Bild aber weniger überzeugend. +1,73 % sind positiv, wirken angesichts des eingegangenen Multi-Asset-Aufwands und der hohen Kosten jedoch eher mager. Besonders kritisch ist, dass die laufenden Erträge die Kosten nicht decken und dass ein erheblicher Teil des Portfolios in kostenarmen Bausteinen steckt, während die Fondohülle selbst teuer ist. Für langfristig orientierte Anleger stellt sich deshalb die zentrale Frage, ob sich diese Strategie gegenüber einem kostengünstigen, breit diversifizierten Mischportfolio oder ETF-Ansatz wirklich behaupten kann.

Fazit aus Anlegersicht:
Der VAB Strategie BASIS wirkt 2025 wie ein solider, defensiver Vermögensbaustein mit klarem Sicherheitsfokus, aber nicht wie ein besonders effizienter Renditebringer. Die Strategie ist nachvollziehbar, die Umsetzung ordentlich, die Bilanz sauber geprüft. Schwächen liegen vor allem in der hohen Kostenquote, der starken Goldlastigkeit und der begrenzten laufenden Ertragskraft. Für sicherheitsorientierte Anleger kann der Fonds interessant sein, für kostenbewusste Langfristinvestoren ist er dagegen nur eingeschränkt attraktiv.

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