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Hard Value Fund 2025: Starke Performance, klarer Stil – aber mit hoher Sektor- und Themenkonzentration

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 des Hard Value Fund ein insgesamt starkes Bild: Der Fonds hat im Geschäftsjahr nicht nur eine überzeugende Wertentwicklung erzielt, sondern auch erheblich an Volumen gewonnen. Gleichzeitig wird deutlich, dass der Erfolg stark auf einem sehr klaren, aber auch konzentrierten Investmentstil beruht. Wer investiert oder investieren möchte, sollte deshalb sowohl die Stärken als auch die Klumpenrisiken nüchtern betrachten.

Der Fonds verfolgt einen aktiven Value-Ansatz mit Fokus auf unterbewertete Aktien, solider Substanz und attraktiver Dividendenpolitik. Diese Strategie wurde 2025 konsequent umgesetzt. Das Portfolio war zum Stichtag praktisch vollständig investiert: 95,0 % in Aktien, dazu 3,09 % in Gold-Zertifikaten und nur 2,33 % Bankguthaben. Der Fonds ist damit eindeutig ein offensiver Aktienfonds mit nur geringer Liquiditätsreserve. Positiv ist, dass keine Derivate eingesetzt wurden und auch keine Anleihen im Bestand waren. Die Struktur bleibt dadurch vergleichsweise transparent und gut nachvollziehbar.

Besonders überzeugend ist zunächst die Performance. Im Geschäftsjahr legten die Anteilklassen um 21,86 % (R), 22,17 % (I) und 24,82 % (S) zu. Seit Auflage Anfang 2023 summiert sich die Entwicklung sogar auf 53,22 %, 55,49 % beziehungsweise 63,47 %. Das ist deutlich über dem, was man für einen klassischen Value-Fonds oft erwartet. Aus Anlegersicht spricht das dafür, dass das Management in einem von Unsicherheit, geopolitischen Spannungen und Währungsbewegungen geprägten Umfeld die richtigen Schwerpunkte gesetzt hat.

Ebenso auffällig ist der starke Mittelzufluss. Das Fondsvermögen stieg von 6,71 Mio. EUR auf 27,22 Mio. EUR. Der Zuwachs resultierte nicht nur aus der Wertentwicklung, sondern vor allem aus netto 18,34 Mio. EUR Mittelzuflüssen. Das ist ein Vertrauensbeweis des Marktes. Für bestehende Anleger ist das grundsätzlich positiv, weil steigendes Volumen die Wahrnehmung und wirtschaftliche Tragfähigkeit des Fonds verbessert. Gleichzeitig ist der Fonds mit gut 27 Mio. EUR weiterhin klein genug, um flexibel agieren zu können.

Inhaltlich wurde das Portfolio klar auf jene Bereiche ausgerichtet, die 2025 profitierten: Rohstoffe, Goldminen, Energie, Basiskonsumgüter und Industrie, insbesondere Verteidigung. Genau dort lagen auch die wesentlichen Werttreiber. Das Management benennt selbst Gold- und Goldminenwerte sowie Verteidigungsunternehmen als wichtigste Erfolgsquellen. Diese Positionierung war im Berichtsjahr richtig. Für Anleger ist aber wichtig zu verstehen: Der Fondsgewinn kam nicht aus einer breiten Allokation über alle Marktsegmente, sondern aus einigen sehr gezielt ausgewählten Themenfeldern.

Darin liegt zugleich die größte Stärke und das größte Risiko des Fonds. Die Sektorallokation ist markant: 25,08 % Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, 18,71 % Industrie, 14,42 % Basiskonsumgüter und 13,44 % Energie. Zusammen sind das mehr als 70 % des Fondsvermögens. Dazu kommt ein zusätzliches Gold-Zertifikat. Der Fonds ist also keineswegs ein breit gestreuter Weltaktienfonds, sondern ein aktiv gemanagtes Überzeugungsportfolio. Solange genau diese Sektoren gefragt sind, kann das sehr gut funktionieren. Dreht jedoch der Markt zugunsten anderer Segmente – etwa Technologie, Wachstum, Small Caps oder zinssensitiver Branchen –, kann der Fonds relativ schnell hinter breiten Indizes zurückfallen.

Positiv zu bewerten ist die Einzeltitelauswahl. Im Portfolio finden sich viele qualitativ starke, teils marktführende Unternehmen wie Allianz, Münchener Rück, Heidelberg Materials, Novo Nordisk, Lotus Bakeries, Chevron, Amgen, KLA oder GE Aerospace. Das spricht dafür, dass der Fonds nicht blind auf billige Bewertungen setzt, sondern gezielt profitable und robuste Geschäftsmodelle auswählt. Gleichzeitig zeigt die Liste auch, dass der Fonds bewusst Branchen meidet, die im klassischen ESG- oder Nachhaltigkeitskontext oft kritisch gesehen werden – etwa Tabak, fossile Energie und Rüstung. Das ist wirtschaftlich nicht falsch, aber für viele Anleger ein zentraler Punkt bei der Eignung.

Gerade bei der Nachhaltigkeit ist der Fonds klar ein Produkt für Investoren, die darauf keinen Schwerpunkt legen. Er ist nach SFDR Artikel 6 klassifiziert, berücksichtigt also keine besonderen Nachhaltigkeitsmerkmale. Außerdem erklärt die Verwaltungsgesellschaft ausdrücklich, dass die Investitionen nicht die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten erfüllen und dass nachteilige Nachhaltigkeitsauswirkungen derzeit nicht berücksichtigt werden. Für klassische Value-Anleger mag das akzeptabel sein. Für ESG-orientierte Investoren ist der Fonds damit eher ungeeignet.

Ein weiterer Punkt ist die Währungsseite. Der Fonds investiert global und sichert Fremdwährungsrisiken ausdrücklich nicht ab. Im Bericht wird sogar erwähnt, dass die Schwäche des US-Dollars eurobasierte Anleger belastet hat. Das ist aus Anlegersicht wichtig: Der Fonds trägt nicht nur Aktienmarktrisiken, sondern auch deutliche Wechselkursrisiken. In starken Dollarphasen kann das helfen, in schwachen Dollarphasen belastet es die Rendite.

Die Ertragsstruktur verdient ebenfalls Beachtung. Der ordentliche Nettoertrag des Gesamtfonds war mit -57.574,54 EUR leicht negativ. Die positive Jahresrendite kam also nicht aus laufenden Erträgen, sondern im Wesentlichen aus realisierten Kursgewinnen und der Bewertungssteigerung des Portfolios. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds lebt im Kern von aktiver Titelselektion und Kursentwicklung, nicht von einem besonders starken laufenden Ertragsprofil. Zwar werden Dividenden vereinnahmt, doch nach Kosten reichen sie nicht aus, um die Aufwendungen vollständig zu decken.

Damit sind wir beim Thema Kosten, und hier fällt das Urteil gemischt aus. Die Gesamtkostenquote beträgt 1,78 % in der R-Klasse, 1,42 % in der I-Klasse und 1,02 % in der S-Klasse. Hinzu kommt in einzelnen Klassen eine erfolgsabhängige Vergütung: 0,38 % in I und 0,28 % in R; in S fiel keine an. Für Privatanleger in der R-Klasse ist das aus heutiger Sicht relativ teuer. Dazu kommt ein möglicher Ausgabeaufschlag von bis zu 5 % bei R und I. Aus Anlegersicht ist die S-Klasse klar die attraktivste Kostenstruktur, allerdings nur mit hoher Mindestanlage. Die R-Klasse ist zugänglich, aber teuer. Das schmälert langfristig die Nettorendite und ist ein wichtiger Abwägungspunkt.

Gut ist dagegen, dass der Fonds trotz der Kosten ein klares aktives Profil besitzt. Anleger bezahlen hier nicht für indexnahes Verwalten, sondern für eine tatsächlich eigenständige Positionierung. Wer einen Fonds mit hoher Abweichung vom Markt sucht, bekommt das hier auch wirklich. Wer dagegen kostengünstige, breit diversifizierte Standardbausteine sucht, ist mit ETFs oder breiteren Value-Fonds womöglich besser bedient.

Auch die Ausschüttungspolitik ist für Einkommensinvestoren interessant. Alle Anteilklassen sind ausschüttend. Die Barausschüttung lag bei 5,18 EUR je Anteil (I), 5,07 EUR je Anteil (R) und 5,42 EUR je Anteil (S). Das ist ordentlich, aber man sollte nicht übersehen, dass die Ausschüttungen wesentlich auch aus realisierten Gewinnen gespeist werden und nicht ausschließlich aus laufenden Dividendenüberschüssen. Für Anleger, die stabile laufende Erträge suchen, ist das ein Unterschied.

Positiv ist zudem der Prüfungsvermerk: Der unabhängige Abschlussprüfer hat den Jahresbericht ohne Einschränkungen testiert. Das schafft Vertrauen in die formale Ordnungsmäßigkeit der Berichterstattung.

Fazit aus Anlegersicht:
Der Hard Value Fund hat 2025 sehr stark geliefert. Performance, Mittelzuflüsse und Profil sprechen für ein Management, das seinen Stil diszipliniert umsetzt und im vergangenen Jahr die richtigen Schwerpunkte gesetzt hat. Der Fonds ist interessant für Anleger, die bewusst auf Value, Rohstoffe, Gold, Energie, Verteidigung und dividendenstarke Substanzwerte setzen möchten und dafür auch höhere Schwankungen, Währungsrisiken sowie eine geringere ESG-Kompatibilität akzeptieren.

Weniger geeignet ist der Fonds für Anleger, die eine breite globale Diversifikation, niedrige Kosten oder eine nachhaltige Ausrichtung suchen. Das Produkt ist kein defensiver Allrounder, sondern ein klar positionierter Überzeugungsfonds. Gerade deshalb kann er in passenden Marktphasen stark sein – aber er ist auch stärker als viele Standardfonds davon abhängig, dass die favorisierten Sektoren weiter tragen.

In einem Satz: Ein überzeugender, aber klar spezialisierter Value-Fonds mit starker 2025er-Bilanz, dessen Erfolg wesentlich auf wenigen, derzeit sehr gut laufenden Themen beruht.

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