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Lärm macht krank: Jeder dritte Betroffene spürt gesundheitliche Folgen

stux (CC0), Pixabay

Dauerlärm wird für viele Menschen zunehmend zur Belastung – und offenbar auch zu einem Gesundheitsrisiko. Mehr als ein Drittel der Menschen, die sich durch Lärm gestört fühlen, berichtet von gesundheitlichen Folgen. Das geht aus einer Umfrage des Norddeutscher Rundfunk im Rahmen des Formats #NDRfragt hervor.

An der nicht repräsentativen, aber gewichteten Umfrage nahmen 25.763 Menschen teil. Die Ergebnisse zeigen: Für viele Befragte ist Lärm längst kein kurzfristiges Ärgernis mehr, sondern eine dauerhafte Belastung, die teilweise seit Jahren anhält.

Große Unterschiede zwischen Stadt und Land

Die wahrgenommene Lärmbelastung hängt stark vom Wohnort ab. Während etwa die Hälfte der Menschen auf dem Land ihre Umgebung als eher ruhig empfindet, ist die Situation in Städten deutlich anders. Dort geben nur 36 Prozent an, wenig Lärm wahrzunehmen.

Dagegen berichten 33 Prozent der Stadtbewohner von einer hohen oder sogar sehr hohen Lärmbelastung. Verkehr, Baustellen, Nachbarschaftslärm oder nächtliche Aktivitäten sorgen vielerorts dafür, dass es selbst nachts kaum noch ruhig wird.

Eine Teilnehmerin aus der Region Hannover beschreibt ihre Situation so: „Die Stadt schläft nie, so kommt auch nie wirklich Ruhe rein.“

Lärm beeinträchtigt die Lebensqualität

Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, dass Lärm ihre Lebensqualität spürbar beeinträchtigt. Besonders problematisch wird es, wenn die Geräuschkulisse dauerhaft anhält und kaum Möglichkeiten zur Erholung bleiben.

Für 35 Prozent der Befragten hat der Lärm nach eigener Einschätzung bereits konkrete gesundheitliche Auswirkungen.

Stress, Schlafprobleme und Konzentrationsstörungen

Die häufigsten Beschwerden betreffen den psychischen und körperlichen Stress. Rund 80 Prozent der Betroffenen berichten von erhöhter Gereiztheit und Stress durch dauerhafte Geräuschbelastung.

Auch Schlafprobleme sind weit verbreitet: Mehr als die Hälfte der Betroffenen (51 Prozent) gibt an, wegen Lärm schlechter schlafen zu können. Fast ebenso viele klagen über Konzentrationsschwierigkeiten.

Darüber hinaus berichten viele Befragte von weiteren Beschwerden. Etwa jede dritte Person nennt Kopfschmerzen als Folge der Lärmbelastung. Einige sprechen sogar von anhaltenden psychischen Problemen.

Konflikte im Alltag nehmen zu

Neben den gesundheitlichen Folgen zeigt die Umfrage auch, dass Lärm zunehmend zu Konflikten im Alltag führt. Besonders häufig werden Nachbarschaftsgeräusche, Gartenarbeiten, Partys oder spielende Kinder als störend wahrgenommen.

Eine Teilnehmerin aus Celle schildert ihre Erfahrung: Sie könne wegen nächtlichen Partylärms kaum schlafen und fühle sich dadurch zunehmend gereizt.

Dauerlärm als wachsendes Umweltproblem

Experten sehen Lärm seit Jahren als unterschätztes Umweltproblem. Vor allem in dicht besiedelten Regionen kann dauerhafte Geräuschbelastung langfristig Stressreaktionen im Körper auslösen.

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass viele Menschen das Thema inzwischen als ernsthafte Belastung empfinden – besonders in Städten, wo Ruhezeiten immer seltener werden.

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