Die Regierung der Vereinigten Staaten verschärft offenbar ihren politischen Druck auf Kuba. Medienberichten zufolge prüft eine neu eingerichtete Arbeitsgruppe der US-Regierung mögliche Strafverfahren gegen Vertreter der kubanischen Regierung.
Wie die Washington Post und der US-Sender NBC News unter Berufung auf vertrauliche Quellen berichten, wurde im US-Justizministerium eine spezielle Arbeitsgruppe gebildet. Diese soll untersuchen, ob gegen kubanische Beamte oder staatliche Einrichtungen Anklagen erhoben werden können. Dabei geht es unter anderem um mögliche Vorwürfe im Zusammenhang mit Drogenhandel oder Gewaltverbrechen.
Auch das US-Finanzministerium ist an der Initiative beteiligt. Beobachter sehen darin ein Zeichen dafür, dass Washington zusätzlich weitere wirtschaftliche Sanktionen gegen Kuba vorbereiten könnte.
US-Präsident Donald Trump äußerte sich ebenfalls kritisch über die Lage auf der Karibikinsel. In einem Interview erklärte er, Kuba stehe wirtschaftlich unter starkem Druck und könne „ziemlich bald fallen“. Zugleich brachte er erneut die Idee einer „friedlichen Übernahme“ Kubas ins Gespräch.
Der politische Druck der USA zeigt bereits Auswirkungen in der Region. Jamaika hat nach fast 50 Jahren ein medizinisches Kooperationsprogramm mit Kuba beendet. Das Programm sah vor, dass kubanische Ärzte in dem Karibikstaat arbeiteten. Laut Jamaikas Gesundheitsminister konnten Gespräche über Änderungen an dem Programm nicht erfolgreich abgeschlossen werden.
Die medizinischen Auslandseinsätze sind für Kuba eine wichtige Einnahmequelle. Washington kritisiert das System jedoch seit Jahren und bezeichnet es teilweise als Form von Zwangsarbeit.
Bereits zuvor hatte auch Honduras auf die Unterstützung von rund 170 kubanischen Ärzten verzichtet. Auf Jamaika sind derzeit noch mehr als 280 kubanische Mediziner tätig, mit denen die Regierung künftig möglicherweise direkt Einzelverträge abschließen will.
Die neuen Schritte der US-Regierung könnten die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Washington und Havanna weiter verschärfen.