Ein weiteres traditionsreiches deutsches Unternehmen steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die Porzellanmanufaktur Kahla aus Thüringen hat Insolvenz angemeldet. Damit gerät eine Marke mit 181 Jahren Firmengeschichte in eine schwere Krise.
Geschäftsführer Daniel Jeschonowski bestätigte, dass der Insolvenzantrag beim Amtsgericht Gera gestellt wurde. Der Betrieb läuft jedoch zunächst weiter. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Thomas Jacobs von der Kanzlei Brinkmann & Partner bestellt. Ziel ist es nun, einen strategischen Investor zu finden, der das Unternehmen stabilisieren und langfristig sichern kann.
Die traditionsreiche Manufaktur ist vor allem für ihre designorientierte Tischkultur bekannt und wurde im Laufe der Jahre mit mehr als 100 internationalen Designpreisen ausgezeichnet. Produziert wird seit 1844 im thüringischen Kahla.
Für die rund 120 Beschäftigten ist die Situation derzeit unsicher. Kündigungen sind nach Angaben der Geschäftsführung allerdings zunächst nicht geplant. Auch künftig soll möglichst weiter in Deutschland produziert werden.
Dabei setzt das Unternehmen auch auf neue politische Rahmenbedingungen. Seit Februar 2026 erhebt die Europäische Union Schutzzölle von 79 Prozent auf Porzellan- und Keramikwaren aus China. Diese Maßnahme könnte langfristig heimische Hersteller stärken. Für Kahla kommt sie jedoch möglicherweise zu spät.
Es ist nicht die erste Krise für das Unternehmen. Bereits 2020 musste Kahla Insolvenz anmelden, nachdem ein großer Auftrag geplatzt war. Damals stieg Jeschonowski als Investor ein und versuchte, die Manufaktur durch eine Restrukturierung wieder auf Kurs zu bringen. Eigentlich hatte das Unternehmen gehofft, 2026 wieder eine schwarze Null zu erreichen.
Doch mehrere Faktoren haben die wirtschaftliche Lage erneut verschlechtert. Zwar sei die Produktion gut ausgelastet, doch die Nachfrage bleibt schwach. Hinzu kommen stark gestiegene Energiekosten, die seit dem Ukraine-Krieg und den aktuellen Spannungen im Nahen Osten viele energieintensive Betriebe belasten.
Trotz der schwierigen Situation zeigt sich die Unternehmensführung kämpferisch. Man wolle alles daran setzen, die Porzellanmanufaktur zu retten und die Tradition des Standorts fortzuführen. Die Belegschaft stehe hinter dem Unternehmen und hoffe auf eine erfolgreiche Sanierung.