Die Auswirkungen der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sind inzwischen auch deutlich an deutschen Tankstellen zu spüren. Nach Angaben des ADAC hat der bundesweite Durchschnittspreis für Diesel am Morgen zeitweise die Marke von zwei Euro pro Liter überschritten. Im Schnitt mussten Autofahrerinnen und Autofahrer 2,05 Euro für einen Liter Diesel bezahlen.
Auch Benzinpreise zogen deutlich an. Für Super E10 lag der durchschnittliche Preis zeitweise bei 1,99 Euro pro Liter und näherte sich damit ebenfalls der Zwei-Euro-Grenze. Hintergrund der Entwicklung sind vor allem steigende Rohölpreise infolge der aktuellen Konfliktlage im Nahen Osten.
Krieg im Nahen Osten treibt Ölpreise
Marktbeobachter führen den Preissprung vor allem auf die zunehmenden Spannungen rund um den Iran zurück. Der Konflikt hat an den internationalen Energiemärkten für erhebliche Verunsicherung gesorgt. Händler befürchten mögliche Lieferausfälle aus wichtigen Förderregionen im Nahen Osten sowie Störungen wichtiger Transportwege.
Diese Sorgen treiben die Rohölpreise nach oben – mit unmittelbaren Folgen für Verbraucher in Europa. Deutschland ist stark von Importen abhängig, sodass Veränderungen auf dem Weltmarkt schnell an den Zapfsäulen ankommen.
Morgenstunden besonders teuer
Der ADAC weist zudem darauf hin, dass Kraftstoffpreise im Tagesverlauf starken Schwankungen unterliegen. Besonders in den frühen Morgenstunden sind die Preise häufig am höchsten. Viele Tankstellen passen ihre Preise später im Tagesverlauf nach unten an.
Auch am heutigen Tag zeigte sich dieses Muster: Nachdem Diesel am Morgen über zwei Euro geklettert war, gaben die Preise vielerorts im Laufe des Tages wieder leicht nach.
Belastung für Pendler und Wirtschaft
Der erneute Anstieg der Spritpreise trifft besonders Pendler sowie Unternehmen mit hohem Transportbedarf. Gerade Speditionen, Handwerksbetriebe und Logistikunternehmen reagieren sensibel auf steigende Dieselpreise, da Kraftstoffkosten einen erheblichen Teil ihrer Betriebsausgaben ausmachen.
Sollten die geopolitischen Spannungen weiter zunehmen oder länger anhalten, warnen Experten vor einer möglichen weiteren Verteuerung von Energie und Transport. Dies könnte sich auch indirekt auf Verbraucherpreise auswirken, etwa bei Lebensmitteln oder Konsumgütern.
ADAC rät zu flexiblem Tanken
Der ADAC empfiehlt Autofahrern, möglichst abends zu tanken, da Kraftstoffpreise zu dieser Zeit statistisch häufig niedriger sind. Zudem lohnt sich der Vergleich verschiedener Tankstellen, da die Preisunterschiede regional erheblich sein können.
Ob die Preise dauerhaft über der Zwei-Euro-Marke bleiben, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung auf den internationalen Energiemärkten ab. Klar ist jedoch bereits jetzt: Die geopolitischen Spannungen wirken sich immer stärker auf den Alltag der Verbraucher aus.