Was auf den ersten Blick wie kitschige Deko für Vorgärten wirkte, entpuppte sich am Flughafen Köln/Bonn als raffinierte Schmuggelware. Fünf goldene Gartenzwerge, bestimmt für Empfänger in Kanada und Australien, hatten ein höchst illegales Innenleben: Rund 25 Kilogramm Ketamin waren in ihrem Inneren versteckt – mit einem geschätzten Straßenverkaufswert von über einer Million Euro. Hauptzollamt Köln
Auffällige Röntgenbilder
Bei einer routinemäßigen Kontrolle schlugen die Beamten Alarm. Auf den Röntgenbildern zeigten sich Unregelmäßigkeiten im Inneren der Figuren. Beim genaueren Hinsehen fielen zudem Veränderungen an den Füßen der Zwerge auf. Nach dem Öffnen bestätigte sich der Verdacht: Die hohlen Körper waren mit der Partydroge Ketamin gefüllt.
Ketamin wird in der Clubszene als Rauschmittel konsumiert, kann jedoch schwere gesundheitliche Folgen haben. Die sichergestellte Menge deutet auf einen professionell organisierten Schmuggelversuch hin.
Weitere 33 Kilogramm auf der Autobahn entdeckt
Nur wenige Wochen später gelang den Zöllnern ein weiterer Schlag gegen mutmaßliche Drogenschmuggler. Bei einer Kontrolle auf der A3 in Richtung Frankfurt am Main überprüften Beamte auf der Raststätte Siegburg ein niederländisches Taxi. Neben dem Fahrer geriet auch dessen 36-jähriger Fahrgast ins Visier der Kontrolleure.
Widersprüchliche Angaben zu Reisegrund und Route machten die Beamten misstrauisch. Als der Mann aus England plötzlich die Flucht ergriff, wurde er nach kurzer Verfolgung gestellt. In seinen Koffern fanden die Zöllner 30 vakuumierte Beutel mit weißem, kristallinem Pulver – sorgfältig in Geschenkpapier eingewickelt und zwischen Kleidungsstücken versteckt. Die Gesamtmenge betrug 33 Kilogramm, der geschätzte Wert rund 1,3 Millionen Euro.
Ermittlungen gegen Hintermänner
In beiden Fällen richten sich die Ermittlungen nun gegen mögliche Hintermänner und internationale Netzwerke. Die Funde zeigen erneut, mit welch kreativen Methoden Drogen ins Ausland oder nach Deutschland geschmuggelt werden – vom dekorativen Gartenzwerg bis zum vermeintlich harmlosen Reisegepäck.
Für die Zöllner bleibt es ein Katz-und-Maus-Spiel mit immer neuen Verstecken. Diesmal endete die Reise der goldenen Zwerge jedoch nicht in Übersee, sondern im Beweismittellager.