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HanseMerkur Strategie sicherheitsbewusst: Defensiver Dachfonds mit Europa-Schwerpunkt: solide Rendite, aber klare Benchmark-Unterperformance
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HanseMerkur Strategie sicherheitsbewusst: Defensiver Dachfonds mit Europa-Schwerpunkt: solide Rendite, aber klare Benchmark-Unterperformance

geralt (CC0), Pixabay

1) Einordnung aus Anlegersicht: Was ist das für ein Produkt?

Der Fonds ist ein internationaler Multi-Asset-Dachfonds (investiert überwiegend in andere Fonds/ETFs) mit defensiver Ausrichtung. Die Steuerung erfolgt über aktive Quoten innerhalb fester Bandbreiten plus Selektion von Zielfonds; mindestens jährlich ist ein Rebalancing vorgesehen. Als Vergleichsmaßstab dient ein Mix aus Geldmarkt/Short-Rate, Euro-Aktien und Euro-Staats- und Unternehmensanleihen (u. a. EZB / Euro Short-Term Rate, EURO STOXX 50, iBoxx Euro Sovereigns/Corporates).

Anleger-Implikation: Sie kaufen hier nicht „ein“ Portfolio, sondern ein Portfolio aus Fonds – mit doppelter Ebene von Entscheidungen (Manager-Allocation + Zielfondsauswahl) und typischerweise zusätzlichen Kostenebenen, auch wenn die Zielfonds teils günstig (ETFs) sind.

2) Performance: positiv, aber deutlich hinter der Benchmark

Wertentwicklung Fonds (01.11.2024–31.10.2025): +5,95 %

Benchmark im selben Zeitraum: +8,23 %

Relative Abweichung: –2,28 Prozentpunkte

Das ist aus Anlegersicht der zentrale Punkt: Für einen defensiven Misch-/Dachfonds ist +5,95 % zwar ordentlich – die Benchmark wurde aber klar verfehlt. Das spricht entweder für:

zu vorsichtige Positionierung (z. B. zu viel Liquidität/zu wenig Risiko zu „guten“ Zeitpunkten),

Timing-/Allokationsfehler in Renten/Aktien,

oder Kosten-/Struktur-Nachteile (Dachfonds-Effekt), die bei starken Marktphasen stärker sichtbar werden.

3) Fondsgröße, Mittelbewegungen, Liquidität: komfortabler Puffer, aber Renditebremse

Fondsvermögen stieg von 24,48 Mio. € auf 25,98 Mio. € (+6,1 %).

Liquiditätsreserve ~10,5 % (Bankguthaben 2,73 Mio. €).

Anleger-Implikation: 10,5 % Cash ist für einen defensiven Fonds nicht „falsch“, kann aber in einem Jahr mit guter Marktperformance spürbar Rendite kosten (Cash Drag) – was zur Unterperformance beigetragen haben könnte.

4) Portfolio: defensiv – aber stark „Euro-zentriert“

Per 31.10.2025 bestehen 89,87 % aus Investmentanteilen (Zielfonds/ETFs). Auffällig:

Aktienfokus stark Europa (z. B. MSCI Europe/European Stock Index).

Rentenfokus Europa (Euro-Staatsanleihen, Euro-Credit; auch längere Duration-Anteile durch 10–15y Gov-Bond-Exposure).

Ein globaler Baustein ist z. B. ARERO – Der Weltfonds.

Anleger-Implikation: Trotz „internationaler Ausrichtung“ ist die tatsächliche Exponierung sehr Europa-lastig. Das erhöht das Klumpenrisiko Europa (Konjunktur, Politik, Zinsregime, Euro-Asset-Korrelationen). Wer bewusst global diversifizieren will, sollte prüfen, ob die Europa-Lastigkeit zur eigenen Gesamtallokation passt.

5) Risiko- und Absicherungsbild: niedriges VaR, kaum Derivate – punktuelle Absicherung

Derivate-Exposure wird mit 0,00 ausgewiesen; durchschnittliche Hebelwirkung 0,96 (also keine aggressive Hebelung).

VaR (historische Simulation, 99 %, 1 Tag):

Ø potenzieller Risikobetrag: 0,99 %

Bandbreite: 0,63 % bis 1,40 %

Es gab gekaufte Put-Optionen auf den DAX (Volumen/Prämie genannt), also eine defensive, begrenzte Tail-Risk-Absicherung.

Anleger-Implikation: Das Risikoprofil wirkt tatsächlich defensiv (niedriger Tages-VaR). Gleichzeitig kann genau dieses defensive Setup in starken Marktphasen zu systematischer Underperformance führen – vor allem, wenn Cash hoch ist oder Absicherungen Kosten verursachen.

6) Ertragslage & Ausschüttung: Ausschüttung ja, laufender Ertrag schwach

Ordentliches Nettoergebnis: –36.805 € (negativ) – die laufenden Erträge decken die laufenden Kosten nicht vollständig.

Wertbeitrag kam primär aus:

realisierten Gewinnen (728.610 € netto aus Veräußerungen) und

nicht realisierten Gewinnen (Nettoveränderungen).

Ausschüttung:

Gesamtausschüttung: 2,16 € je Anteil

Bei Anteilwert 127,81 € entspricht das grob einer Ausschüttungsrendite von ca. 1,69 % (2,16 / 127,81).

Anleger-Implikation: Die Ausschüttung wirkt eher moderat; der Fonds lebt in dieser Periode vor allem von Marktpreisbewegungen, weniger von laufenden Kupons/Dividenden.

7) Kosten & Umsetzung: TER okay, aber für „defensiv“ nicht billig

Gesamtkostenquote (ohne Transaktionskosten): 1,22 % p. a.

Transaktionskosten: nur 1.179,66 € (sehr gering – spricht für wenig Trading bzw. effiziente Umsetzung).

Anleger-Implikation: 1,22 % ist für einen Dachfonds nicht ungewöhnlich, aber für eine defensive Strategie mit vielen ETF-Bausteinen kein Schnäppchen. Wenn dann zusätzlich die Benchmark um 2,28 pp verfehlt wird, wird die Kosten-/Nutzen-Frage besonders relevant: Wofür zahlt man aktiv, wenn das Ergebnis hinter dem passiven Mix zurückbleibt?

8) Governance/Prüfung & Nachhaltigkeit: formal sauber, ESG nicht als Fonds-Ziel

Der Jahresbericht ist von KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft, Prüfungsurteil ohne Beanstandung im Rahmen der Berichterstattung.

Nachhaltigkeit: Artikel-6-Produkt (keine Artikel-8/9-Einstufung), PAI werden auf Gesellschaftsebene berücksichtigt, nicht verbindlich auf Fondsebene.

Anleger-Implikation: Wer explizit ESG/Impact sucht, findet hier keine verbindliche ESG-Ausrichtung auf Fondsebene.

Fazit: Für wen passt der Fonds – und worauf würde ich als Investor achten?

Pluspunkte

Defensives Risiko-Profil (niedriger VaR), kaum Derivate/Hebel.

Solides positives Jahr (+5,95 %).

Niedrige Transaktionskosten, klar strukturierte Berichterstattung.

Kritische Punkte

Deutliche Unterperformance gegenüber der eigenen Benchmark (–2,28 pp).

Hohe Europa-Lastigkeit trotz „internationaler“ Positionierung.

1,22 % Kostenquote ist spürbar – besonders bei schwacher relativer Performance.

10,5 % Cash kann Rendite bremsen.

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