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Renditestarkes, aktienlastiges Multi-Asset-Portfolio – mit klaren Kosten- und Klumpenrisiken

geralt (CC0), Pixabay

1) Kurzfazit aus Anlegersicht

Der Fonds Degussa Bank Portfolio Privat Aktiv hat im Geschäftsjahr 01.11.2024–31.10.2025 eine sehr starke Wertentwicklung von +22,69% erzielt und das Vermögen deutlich ausgebaut (Fondsvolumen von 28,56 Mio. EUR auf 48,27 Mio. EUR, u. a. durch hohe Nettozuflüsse). Das Ergebnis wurde vor allem von Aktien (direkt und via ETFs) getragen; die Rentenquote ist im Jahresverlauf relativ zurückgenommen worden. Für Anleger ist das Profil damit klar: Renditechance hoch, Schwankungs-/Aktienmarktrisiko ebenfalls hoch, dazu ein ausgeprägter Finanzwerte-Fokus und nennenswerte (teils performanceabhängige) Kosten.

2) Performance und Ergebnisqualität: Woher kam die Rendite?

Wertentwicklung: +22,69% (BVI-Methode) – für ein „Privat Aktiv“-Mischkonzept ausgesprochen stark.

Ergebnisstruktur:

Ordentliches Nettoergebnis (laufende Erträge minus laufende Kosten) negativ: –31.790,89 EUR.
→ Das ist ein wichtiges Signal: Die laufenden Kosten fressen einen großen Teil der laufenden Erträge auf.

Realisierte Gewinne/Verluste: Netto +449.766,10 EUR.

Nicht realisiertes Ergebnis: +6.267.687,74 EUR.
→ Die Jahresrendite ist überwiegend bewertungsgetrieben (Kursgewinne), weniger durch laufende Erträge.

Anleger-Schluss: Das Jahr war stark – aber der „Motor“ war primär Markt- und Bewertungsentwicklung. In schwächeren Börsenphasen kann das schnell drehen, während die Kosten weiterlaufen.

3) Portfolioaufbau zum 31.10.2025: Risiko- und Renditetreiber

Asset-Allokation (Fondsvermögen 48,27 Mio. EUR):

Aktien/aktienähnlich: 48,20%

Verzinsliche Wertpapiere: 26,12%

Investmentanteile (ETFs): 22,69%

Bankguthaben: 3,39%

Derivate (netto): –0,12% (klein, aber vorhanden)

Was das bedeutet: Der Fonds ist faktisch nahezu voll investiert (Vermögensgegenstände 100,65% minus Verbindlichkeiten 0,65%). Mit rund ~71% Aktienrisiko (Aktien + viele Aktien-ETFs) ist das Profil eher „dynamische Mischstrategie“ als defensiv.

4) Klumpenrisiken: Finanzwerte und bestimmte Regionen

Laut Bericht sind Finanzwerte der größte Sektor. Das sieht man auch in den Einzeltiteln und in der Benchmark-Zusammensetzung (starker Bankenindex-Anteil).

Regionale Schwerpunkte: Deutschland als Schwerpunkt, danach USA und Italien.

ETFs betonen teils Schwellenländer/Einzelländer: u. a. Griechenland, Osteuropa ex Russland, Indien, China, Brasilien, Vietnam.

Anleger-Schluss:

Positiv: breite Streuung über Märkte/Instrumente, flexible Steuerung.

Kritisch: Finanzsektor- und Länderwetten (z. B. Griechenland-/Osteuropa-ETF-Anteile sind sichtbar groß). Das kann in guten Phasen überdurchschnittlich tragen – in Stressphasen aber überproportional belasten.

5) Rentenbaustein: eher Rendite-orientiert als „stabilisierend“

Der Rententeil enthält höhere Kupons, teils nachrangige/strukturierte Bank- und Corporate-Anleihen (u. a. Floating/Reset-Strukturen). Gleichzeitig wird explizit erwähnt, dass auch Non-Investment-Grade enthalten sein kann und die Bonitätsrisiken daher „eher hoch“ einzustufen sind.

Anleger-Schluss: Der Rentenblock wirkt weniger wie ein klassischer Risikopuffer, sondern eher als zusätzlicher Renditebaustein mit Kredit-/Spreadrisiko.

6) Währungs- und Derivateinsatz: kontrolliert, aber relevant

Währungsengagements existieren (u. a. USD, GBP, CHF, JPY etc.). Das erzeugt zusätzliche Rendite-/Risikoquellen.

Derivate: netto klein, aber es gibt Hinweise auf Futures (z. B. US-Treasury-Future) sowie Globalverpfändung des Wertpapierbestands zur Besicherung von Marginpflichten.

VaR (99%, 10 Tage): durchschnittlich 5,97%, Bandbreite 4,36% bis 7,10%.

Leverage (Bruttomethode): durchschnittlich 102,23% → moderat über 100%, typisch für Derivateeinsatz ohne extremes Hebeln.

7) Kosten und Gebühren: der zentrale Prüfpunkt für Anleger

TER: 1,20% p. a. (ohne Transaktionskosten und ohne erfolgsabhängige Vergütung)

Erfolgsabhängige Vergütung: 2,32% des durchschnittlichen NAV (als Kennzahl ausgewiesen)

In der GuV taucht außerdem performanceabhängige Managementvergütung von 756.584,91 EUR (als Teil der Verwaltungsvergütung) auf.

Anleger-Schluss: Das Produkt kann teuer werden – besonders in starken Jahren. Für Anleger ist entscheidend, ob der Fonds nach Kosten dauerhaft einen Mehrwert gegenüber einer günstigen Misch- oder ETF-Lösung liefert.

8) Ausschüttung und Mittelbewegungen: Wachstum durch Zuflüsse

Ausschüttung: 2,45 EUR je Anteil (insgesamt 696.267,95 EUR).

Netto-Mittelzufluss: +13,62 Mio. EUR → starkes Anlegerinteresse, Fondsvolumen springt deutlich.

9) Einordnung: Für wen passt der Fonds (und für wen eher nicht)?

Passt eher für Anleger, die…

eine aktive, flexible Mischstrategie wollen,

Aktienrisiko bewusst tragen können (deutliche Volatilität möglich),

Sektor-/Länderwetten (Finanzen, Europa, ausgewählte EM-Länder) akzeptieren,

und bereit sind, auch performanceabhängige Gebühren zu zahlen.

Eher kritisch, wenn…

Sie den Fonds als „defensiven Stabilitätsanker“ suchen,

Sie Kosten sehr stark gewichten (TER + Performance Fee),

Sie Klumpen in Finanzwerten oder in einzelnen Regionen/EM-Ländern vermeiden möchten.

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