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Windpark Losheim-Britten GmbH: Deutlicher Ergebnisrückgang trotz solider Kapitalbasis

geralt (CC0), Pixabay

Die Windpark Losheim-Britten GmbH hat im Geschäftsjahr 2024 einen deutlich geringeren Jahresüberschuss erzielt als im Vorjahr. Während 2023 noch ein Gewinn von 525.722 Euro verbucht wurde, lag der Jahresüberschuss 2024 nur noch bei 59.321 Euro. Trotz dieses Rückgangs bleibt die Gesellschaft bilanziell solide aufgestellt – allerdings mit klar erkennbaren Verpflichtungen aus Darlehen, Wartungsverträgen und langfristigen Pachtzahlungen.

Ergebnis bricht ein – Gewinn schrumpft um fast 90 Prozent

Der Jahresüberschuss reduziert sich von rund 526.000 Euro auf knapp 59.000 Euro. Das entspricht einem Rückgang von rund 89 Prozent.

Das Eigenkapital sinkt entsprechend von 2,65 Mio. Euro auf 2,35 Mio. Euro. Es setzt sich zusammen aus:

  • Gezeichnetes Kapital: 25.000 Euro

  • Kapitalrücklage: 2,05 Mio. Euro

  • Gewinnvortrag: 220.612 Euro

  • Jahresüberschuss 2024: 59.322 Euro

Trotz des Gewinneinbruchs bleibt die Eigenkapitalbasis stabil. Die Kapitalrücklage stellt dabei einen wesentlichen Sicherheitspuffer dar.

Anlagevermögen sinkt planmäßig

Das Anlagevermögen reduziert sich von 4,00 Mio. Euro auf 3,39 Mio. Euro. Hauptgrund sind die planmäßigen Abschreibungen der Windenergieanlagen, die linear über 16 Jahre abgeschrieben werden.

Die Erzeugungsanlagen machen mit 3,23 Mio. Euro den Kern der Vermögensstruktur aus.

Die Finanzanlagen (Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis) sinken leicht auf 162.537 Euro.

Der Rückgang ist typisch für reife Windparks in fortgeschrittener Abschreibungsphase.

Liquidität weiterhin komfortabel

Die Gesellschaft verfügt über 1,73 Mio. Euro an Bankguthaben. Das Umlaufvermögen beträgt insgesamt 1,95 Mio. Euro.

Die Forderungen steigen deutlich von 102.188 Euro auf 219.762 Euro. Sie enthalten unter anderem:

  • Ansprüche gegen den Anlagenhersteller wegen Unterschreitung technischer Verfügbarkeit

  • Forderungen aus Stromeinspeisung gegenüber der Infrastrukturgemeinschaft

  • Steuererstattungsansprüche

Alle Forderungen sind kurzfristig fällig.

Die Liquiditätssituation ist damit solide.

Bankdarlehen weiterhin wesentliche Finanzierungsquelle

Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 2,65 Mio. Euro (Vorjahr: 3,07 Mio. Euro).

Davon entfallen:

  • 2,51 Mio. Euro auf Bankdarlehen

  • 82.000 Euro auf Lieferanten

  • 47.000 Euro auf Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis

  • 7.000 Euro auf Steuerverbindlichkeiten

Die Darlehen sind besichert durch:

  • Sicherungsübereignung der Windenergieanlagen

  • Abtretung von Einspeiseansprüchen

  • Verpfändung von Reservekonten

Die Tilgung schreitet planmäßig voran, die Verschuldung sinkt.

Rückstellungen stabil

Die Rückstellungen betragen 356.976 Euro und enthalten insbesondere:

  • Steuerrückstellungen (Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer)

  • Rückbauverpflichtungen für die Windkraftanlagen

  • Prüfungs- und Dienstleistungskosten

Diese Positionen sind typisch für Windparkgesellschaften mit langfristiger Betriebsdauer.

Hohe langfristige Verpflichtungen außerhalb der Bilanz

Nicht zu unterschätzen sind die sonstigen finanziellen Verpflichtungen:

  • Vollwartungsvertrag bis 2029: 450.000 Euro

  • Pachtverträge bis 2039: 1.050.000 Euro

  • Betriebsführungsvertrag: 11.000 Euro

  • Geschäftsbesorgungsvertrag mit VSE AG: 64.000 Euro

Diese Verpflichtungen sichern den operativen Betrieb, stellen aber auch Fixkosten dar.

Einordnung aus Anlegersicht

Positiv:

  • Solide Eigenkapitalausstattung

  • Hohe Liquiditätsreserve

  • Planmäßige Tilgung der Bankdarlehen

  • Keine Bestandsgefährdung im Nachtragsbericht

Kritisch:

  • Deutlicher Gewinneinbruch

  • Hohe langfristige Fixkosten (Pacht, Wartung)

  • Starke Abhängigkeit von technischer Verfügbarkeit der Anlagen

Fazit

Die Windpark Losheim-Britten GmbH bleibt ein finanziell stabiler Windparkbetreiber mit ordentlicher Liquiditätsbasis und moderater Verschuldung.

Der massive Gewinnrückgang im Jahr 2024 ist jedoch ein Warnsignal. Ob es sich um ein schwächeres Windjahr, technische Einflüsse oder Einmaleffekte handelt, wird entscheidend für die zukünftige Ertragskraft sein.

Die Gesellschaft ist aktuell solide aufgestellt – steht aber vor der Herausforderung, wieder höhere operative Erträge zu erzielen, um ihre starke Kapitalbasis langfristig zu erhalten.

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