Die Windpark Losheim-Britten GmbH hat im Geschäftsjahr 2024 einen deutlich geringeren Jahresüberschuss erzielt als im Vorjahr. Während 2023 noch ein Gewinn von 525.722 Euro verbucht wurde, lag der Jahresüberschuss 2024 nur noch bei 59.321 Euro. Trotz dieses Rückgangs bleibt die Gesellschaft bilanziell solide aufgestellt – allerdings mit klar erkennbaren Verpflichtungen aus Darlehen, Wartungsverträgen und langfristigen Pachtzahlungen.
Ergebnis bricht ein – Gewinn schrumpft um fast 90 Prozent
Der Jahresüberschuss reduziert sich von rund 526.000 Euro auf knapp 59.000 Euro. Das entspricht einem Rückgang von rund 89 Prozent.
Das Eigenkapital sinkt entsprechend von 2,65 Mio. Euro auf 2,35 Mio. Euro. Es setzt sich zusammen aus:
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Gezeichnetes Kapital: 25.000 Euro
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Kapitalrücklage: 2,05 Mio. Euro
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Gewinnvortrag: 220.612 Euro
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Jahresüberschuss 2024: 59.322 Euro
Trotz des Gewinneinbruchs bleibt die Eigenkapitalbasis stabil. Die Kapitalrücklage stellt dabei einen wesentlichen Sicherheitspuffer dar.
Anlagevermögen sinkt planmäßig
Das Anlagevermögen reduziert sich von 4,00 Mio. Euro auf 3,39 Mio. Euro. Hauptgrund sind die planmäßigen Abschreibungen der Windenergieanlagen, die linear über 16 Jahre abgeschrieben werden.
Die Erzeugungsanlagen machen mit 3,23 Mio. Euro den Kern der Vermögensstruktur aus.
Die Finanzanlagen (Ausleihungen an Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis) sinken leicht auf 162.537 Euro.
Der Rückgang ist typisch für reife Windparks in fortgeschrittener Abschreibungsphase.
Liquidität weiterhin komfortabel
Die Gesellschaft verfügt über 1,73 Mio. Euro an Bankguthaben. Das Umlaufvermögen beträgt insgesamt 1,95 Mio. Euro.
Die Forderungen steigen deutlich von 102.188 Euro auf 219.762 Euro. Sie enthalten unter anderem:
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Ansprüche gegen den Anlagenhersteller wegen Unterschreitung technischer Verfügbarkeit
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Forderungen aus Stromeinspeisung gegenüber der Infrastrukturgemeinschaft
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Steuererstattungsansprüche
Alle Forderungen sind kurzfristig fällig.
Die Liquiditätssituation ist damit solide.
Bankdarlehen weiterhin wesentliche Finanzierungsquelle
Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 2,65 Mio. Euro (Vorjahr: 3,07 Mio. Euro).
Davon entfallen:
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2,51 Mio. Euro auf Bankdarlehen
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82.000 Euro auf Lieferanten
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47.000 Euro auf Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis
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7.000 Euro auf Steuerverbindlichkeiten
Die Darlehen sind besichert durch:
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Sicherungsübereignung der Windenergieanlagen
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Abtretung von Einspeiseansprüchen
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Verpfändung von Reservekonten
Die Tilgung schreitet planmäßig voran, die Verschuldung sinkt.
Rückstellungen stabil
Die Rückstellungen betragen 356.976 Euro und enthalten insbesondere:
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Steuerrückstellungen (Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer)
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Rückbauverpflichtungen für die Windkraftanlagen
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Prüfungs- und Dienstleistungskosten
Diese Positionen sind typisch für Windparkgesellschaften mit langfristiger Betriebsdauer.
Hohe langfristige Verpflichtungen außerhalb der Bilanz
Nicht zu unterschätzen sind die sonstigen finanziellen Verpflichtungen:
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Vollwartungsvertrag bis 2029: 450.000 Euro
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Pachtverträge bis 2039: 1.050.000 Euro
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Betriebsführungsvertrag: 11.000 Euro
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Geschäftsbesorgungsvertrag mit VSE AG: 64.000 Euro
Diese Verpflichtungen sichern den operativen Betrieb, stellen aber auch Fixkosten dar.
Einordnung aus Anlegersicht
Positiv:
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Solide Eigenkapitalausstattung
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Hohe Liquiditätsreserve
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Planmäßige Tilgung der Bankdarlehen
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Keine Bestandsgefährdung im Nachtragsbericht
Kritisch:
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Deutlicher Gewinneinbruch
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Hohe langfristige Fixkosten (Pacht, Wartung)
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Starke Abhängigkeit von technischer Verfügbarkeit der Anlagen
Fazit
Die Windpark Losheim-Britten GmbH bleibt ein finanziell stabiler Windparkbetreiber mit ordentlicher Liquiditätsbasis und moderater Verschuldung.
Der massive Gewinnrückgang im Jahr 2024 ist jedoch ein Warnsignal. Ob es sich um ein schwächeres Windjahr, technische Einflüsse oder Einmaleffekte handelt, wird entscheidend für die zukünftige Ertragskraft sein.
Die Gesellschaft ist aktuell solide aufgestellt – steht aber vor der Herausforderung, wieder höhere operative Erträge zu erzielen, um ihre starke Kapitalbasis langfristig zu erhalten.